Zurich weiterhin Spitzenreiter unter den Dividendenperlen

Zurich weiterhin Spitzenreiter unter den Dividendenperlen

Freitag, 5. Juni 2015Lesezeit: 2 Minuten

Durch den Kurszerfall des Euro und des US-Dollar sowie weiteren Währungen im Zuge des SNB-Entscheides steht die Schweizer Uhrenindustrie – insbesondere Swatch – vor schwierigen Herausforderungen im 2015. In einem ersten Schritt werden die Preise in der Eurozone um + 5 bis 8 % erhöht, was aber nicht reichen dürfte, um die negativen Währungseffekte vollumfänglich zu kompensieren. Die Swatch Group erzielt über 90 % des Umsatzes über Swiss-Made-Produkte, wobei die Schweiz lediglich 13 % zum Umsatz beiträgt. Die hohe Kostenbasis in Franken erzeugt wegen des Transaktionseffektes einen stark negativen Einfluss auf die operative Profitabilität. Im High-end-Segment (Marken wie Breguet, Blancpain, Omega) sind Preiserhöhungen möglich, da die Konkurrenz ebenfalls in der Schweiz produziert. Die Konkurrenten des Low-/Mid-end-Segmentes (Marken: Swatch, Tissot) stammen hingegen aus Asien (Japan), weswegen Preiserhöhungen schwieriger durchzusetzen sind. Die Swatch Group muss im 2015 folglich wohl einen Margenrückgang in Kauf nehmen; der Markt hat dies bereits in die Aktienkurse eingepreist.

 

Zurich Insurance Group hat eher bescheidene Zahlen präsentiert und sieht Gegenwind von Seiten tieferer Anlagerenditen sowie eines langsameren Prämienwachstums. Zurich hat vor allem auf der Kostenseite Bedarf an Anpassungen – die Experten erwarten nach dem letztjährigen 250-Millionen-Dollar-Kosten-Effizienzprogramm auf Gruppenstufe die Implementierung eines weiteren Kostenprogrammes auf der lokalen Stufe, welches am Investorentag vom 21. Mai 2015 bekannt gegeben werden sollte. Dies sollte vor allem helfen, die Profitabilität des Nichtleben-Segmentes nachhaltig zu stärken. Auf der positiven Seite ist das Farmers-Segment herauszuheben, das mit wenig Kapital nachhaltige Gebühren generiert und nun endlich wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden hat. Zurich hat auch für FY14 die hohe Dividende von CHF 17.00 pro Aktie gezahlt, was den Titel weiterhin zu den Spitzenreitern bei den Dividendenperlen zählen lässt – die Experten erwarten auch für FY15 eine unverändert hohe Dividende, welche aus dem erwirtschafteten Cash-Flow bezahlt werden kann. Bewertungstechnisch sieht Zurich jetzt wieder etwas attraktiver aus und bietet leichtes Aufwärtspotenzial.

 

ABB erfüllte mit Publikation des 1Q15-Resultates die Erwartungen nicht vollends. Zwar konnte der Auftragseingang währungsbereinigt dank Grossaufträgen im Power-Geschäft um 15 % deutlicher als erwartet zulegen. Auch der Umsatzanstieg von 3 % in Lokalwährungen gab keinen Anlass zur Sorge. Die in US-Dollar rapportierten Kennzahlen verzeichneten hingegen ein starkes Minus und die Marge in den zwei wichtigsten und grössten Divisionen – Discrete Automation and Motion sowie Power Products – gab wegen eines unvorteilhaften Produkt-Mix und Aufbaukosten neuer Produktionsstätten substanziell nach. Diese Faktoren kompensierten die stetige Verbesserung in der Problemsparte Power Systems, die nun zum dritten Mal in Folge die Profitabilität erreichte. Die kurzfristigen Aussichten bleiben aufgrund der latenten Makrounsicherheiten und des volatilen Ölpreises getrübt; die strukturelle Nachfrage nach Automationsprodukten und -dienstleistungen, die hohe Dividendenrendite sowie die günstige Bewertung dürften mittelfristig jedoch in den Vordergrund treten.

 

25.05.2020 01:08:19

 

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