Zertifikate immer beliebter bei Anlegern

Zertifikate immer beliebter bei Anlegern

Montag, 5. Juli 2021Lesezeit: 3 Minuten

Im Umfeld der anhaltenden Niedrigzinsphase suchen immer mehr Investoren nach Anlage-Alternativen mit attraktivem Renditepotential. Infolgedessen steigt auch die Nachfrage nach komplexen Finanzanlagen. Auch private Anleger engagieren sich in diesem Markt immer stärker.

Nach dem anfänglichen Corona-Schock an den Börsen weltweit und den damit verbundenen rasanten Kursabstürzen, haben sich die globalen Finanzplätze längst wieder erholt. Aktuell befindet sich nicht nur der deutsche Leitindex DAX® auf einem Rekordniveau mit weit über 15.000 Punkten, auch der Schweizer Leitindex SMI® erreichte vor zwei Wochen zum ersten Mal in seiner Historie die Schwelle von 12.000 Punkten.

Eine der Ursachen für den Anstieg von ca. 12 Prozent alleine in diesem Jahr lieferte Martin Neff, Chefökonom der Raiffeisen-Gruppe. „Wir sind wieder in der seit Jahren vorherrschenden Situation, in der Notenbanken mit ihrer ultralockeren Geldpolitik das Börsengeschehen kontrollieren“, so Neff.

Grösstenteils unbemerkt von der breiten öffentlichen Wahrnehmung boomt hier der Markt für strukturierte Produkte. Bei diesen Anlageinstrumenten handelt es sich um Finanzinstrumente, die einen am Kassamarkt gehandelten Basiswert wie z.B. eine Aktie mit einem Terminkontrakt (z.B. Optionen oder Futures) verbindet. Laut den Daten des Branchenverbands Swiss Structured Products Association (SSPA) sind die Absatzzahlen auf dem Schweizer Markt in diesem Bereich über die letzten 10 Jahre um fast 85 Prozent gestiegen. Erst kürzlich meldete auch die Vontobel einen Gewinnzuwachs für die ersten fünf Monate des aktuellen Geschäftsjahrs. Das Schweizer Investmenthaus verkündete, hierin „spiegeln sich vor allem die sehr hohen Aktivitäten“ der Kunden im Bereich der strukturierten Produkte.

Mehrere Banken begründen diesen Zuwachs mit den fehlenden Erträgen bei klassischen Sparanlagen. Auch für Privatanleger, die sich auf der Suche nach passenden Investment-alternativen befinden, werden Zertifikate immer interessanter. Der Branchenverband SSPA bestätigt hier „In der aktuellen Tiefzinsphase sind insbesondere Renditeoptimierungsprodukte, wie zum Beispiel die bekannten Barrier Reverse Convertibles, sehr gefragt und eine gute Alternative zu Aktien“. Mit vergleichbaren Produkten auf eine große Auswahl von Basiswerten wie Porsche, LVHM oder Adidas erhält man häufig einen Kupon zwischen 5 und 15 Prozent, was in Zeiten von Niedrigzinsen für viele Investoren interessant zu sein scheint. Aufgrund der Komplexität der Anlagen ist es hier aber auch wichtig die Funktionsweise der Produkte zu verstehen. So verweist auch Tobias Kurth, Leiter Investment Solutions beim VZ Vermögens-zentrum darauf „Strukturierte Produkte taugen nicht als Ersatz für Zinsprodukte, wie zum Beispiel das Sparbuch“. Sie sind eher als eine interessante, aber auch riskantere Alternative zu verstehen. Denn Anleger tragen im Vergleich zu den meisten klassischen Zinsprodukten das Kursrisiko des Basiswerts. Entwickelt dieser sich entgegen den Erwartungen des Investors, sind Anlageverluste bis hin zum Totalverlust möglich. Außerdem sollten Investoren bei strukturierten Produkten immer auch ein Auge auf die Bonität des jeweiligen Emittenten haben, denn sie tragen das sog. Emittentenrisiko.

Hier finden Sie attraktive Aktienanleihen mit Barriere

Von der Funktionsweise her wird der Anleger zum Kreditgeber des Emittenten und erhält hierfür einen vergleichsweisen hohen Zinssatz. Rückzahlung und Zins hängen hier von verschiedenen relevanten Faktoren ab. Zusätzlich zum Zinskupon gibt es noch weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten zur individuellen Risikosteuerung wie z.B. einer Barriere.

Zur Erklärung: Die Beispiel AG als Basiswert eines solchen Produktes notiert bei einem Kurs von CHF 100 (Basispreis), die Barriere liegt bei CHF 80. Bewegt sich der Kurs der Beispiel AG während der Laufzeit immer über bzw. auf der Barriere von CHF 80, so erhält der Anleger am Ende eine Rückzahlung zu 100 Prozent des Nennbetrags inklusive des Coupon. Unterschreitet die Aktie während der Laufzeit die Barriere von CHF 80 erhält der Anleger zum Laufzeit Ende zwar auch den Coupon, allerdings ist die Höhe der Rückzahlung des Nominalbetrags vom Kursniveau der Beispiel AG am Bewertungstag abhängig. Notiert der Aktienkurs der Beispiel AG auf oder über CHF 100 (Basispreis), dann kommt es auch in diesem Fall zur vollen Rückzahlung des Nennbetrags. Sollte die Aktie jedoch unterhalb des Basispreis von CHF 100 notieren kommt es neben der Couponzahlung zur Lieferung von Aktien der Aktien AG entsprechend eines zuvor festgelegten Bezugsverhältnisses. Der Bargegenwert der Couponzahlung und der gelieferten Aktien kann in diesem Szenario unterhalb des eingesetzten Nominalbetrages liegen, woraus Verluste entstehen würden.

Im Vergleich zum Direktinvestment in eine Aktie, bei dem sich lediglich bei steigenden Kursen und Dividenden Gewinne generieren lassen, könnten Barrier Reverse Convertibles auch bei nur seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Märkten Erträge erwirtschaften. Im Gegenzug verzichtet der Anleger auf Dividenden und trägt das Aktienkursrisiko des Basiswerts sowie das Ausfallrisiko des Emittenten.

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08.12.2021 07:28:35

 

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