«Wussten Sie, dass …» - Wissenswertes über Zinsen

«Wussten Sie, dass …» - Wissenswertes über Zinsen

Montag, 2. Februar 2015Lesezeit: 2 Minuten

Zinsen, abgeleitet vom lateinischen Wort «census» für Vermögensschätzung, waren schon in der Antike üblich. Sie haben eine wechselvolle Geschichte und bestehen seit Jahrhunderten – nicht zuletzt in Form von Naturalabgaben. Ein Blick zurück.

 

Wussten Sie beispielsweise, dass…

 

... in der Antike der Zinsfuss meist nicht in Jahres- sondern in Monatsprozenten angegeben wurde?

Daraus erklärt sich auch die gesetzliche Zinsobergrenze der «centesima» = 1 % pro Monat = 12 % im Jahr.

 

... der Einlagezins bei Privatbanken in Griechenland im 4. Jahrhundert vor Christus 10 % betrug?

Gewerbedarlehen und See(handels)- Darlehen wurden in Athen damals mit 10 bis 33 % veranlagt.

 

... sich Kaiser Justinianus in christlich-moralischem Sinne um 535 nach Christus erstmals für ein Verbot von Zinseszinsen aussprach?

Die Wirkung dürfte ähnlich entsprechender Verbote der späteren Päpste mässig gewesen sein.

 

... seit dem Frühmittelalter die Pacht- und Zinsfristen sowie Besoldungszeiträume am 11. November begannen und endeten?

Am 11. November ging das Pachtjahr zu Ende. Dieser Tag blieb bis in die Neuzeit ein wichtiger Rechts- und Wirtschaftstermin.

 

... zurzeit der Naturalwirtschaft Zinsen unter anderem mit Gänsen und Lämmern bezahlt wurden?

Am Ende des bäuerlichen Jahres mussten die Zehnten eingeliefert und Zinsen bezahlt werden. Durchaus üblich war die Begleichung mit sogenanntem «lebendem Zins».

 

... 1139 im Zuge des Zweiten Laterankonzils beschlossen wurde, dass keine Zinsen auf verliehenes Geld erhoben werden dürfen?

Erst 1830 wurde das Zinsverbot schliesslich durch Papst Pius VIII. in einem Schreiben an den Bischof von Rennes wieder aufgehoben.

 

... am französischen Hof Einnahmen von 503 Millionen Ausgaben von 620 Millionen Livres (Pfund) gegenüberstanden, wovon allein die Hälfte auf Zins und Tilgung für die enorme Staatsverschuldung entfiel?

Dies geht aus einer Schrift von Jacques Necker, Generalkontrolleur der Finanzen, hervor, der 1781 erstmals die Zahlen des französischen Staatsbudgets (compte rendu) veröffentlichte.

 

... die Bundesrepublik Deutschland 2010 die letzten Zinszahlungen in Höhe von fast 200 Millionen Euro für Staatsanleihen leistete, welche in den 20er-Jahren aufgelegt wurden, um die Entschädigungszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg zu finanzieren?

92 Jahre nach Kriegsende wurden damit endgültig die finanziellen Schulden beglichen, die 1919 im Vertrag von Versailles festgelegt worden waren.

 

... die Schweizerische Nationalbank in der Vergangenheit das erste Mal Ende der 1970er-Jahre zum Mittel der Negativzinsen gegriffen hat?

Negativzinsen sind ein sehr seltenes Instrument der Geldpolitik. Auch damals ging es darum, die Nachfrage nach dem Schweizer Franken zu bremsen.

 

... die USA täglich 1.23 Milliarden Dollar Zinsen zahlen müssen, um ihre enormen Staatsschulden zu finanzieren?

Seit Gründung des Federal Reserve System (Fed) im Jahr 1913 haben sich die Staatsschulden der USA verfünftausendfacht.

 

Zinsen und Tilgung beanspruchten 1781 einen grossen Teil der Ausgaben am französischen Hof.

Früher war es üblich, einen «lebenden Zins» zu zahlen.

23.08.2019 22:55:49

 

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