«Weiterbildung und neue Aktivitäten werden wichtiger»

Donnerstag, 17. November 2016Lesezeit: 1 Minute

 

Prof. Dr. François Höpflinger

Altersforscher und em. Titularprofessor für Soziologie (Uni Zürich)

Professor Höpflinger hat zahlreiche Forschungsprojekte zu demografischen und familiensoziologischen Themen geleitet. Seit 2009 widmet er sich selbstständigen Forschungs- und Beratungstätigkeiten zu Alters- und Generationenfragen.

 

Wie leben ältere Menschen heute?

Menschen leben heute nicht nur länger, sondern bleiben auch länger gesund. Die Schweiz gehört zum Beispiel zu den Ländern, bei denen die Anzahl an gesunden Lebensjahren stärker angestiegen ist als die Zahl der Lebensjahre insgesamt. Mehr ältere Menschen sind wirtschaftlich abgesichert und eine bedeutende Mehrheit älterer Menschen (65+) profitiert von einer komfortablen finanziellen Lage. Daher bleiben mehr Menschen auch im Rentenalter aktiv.

 

Wie haben sich die Ansprüche der gewachsenen Gruppe entwickelt?

Als erfahrene Kunden sind Ältere oft sehr anspruchsvoll. Es sind Menschen, die möglichst lange selbstbestimmt leben und wohnen möchten. Gute soziale Kontakte werden auch im Rentenalter als wichtig erachtet und der Anteil einsamer Menschen ist nachweislich gesunken. Gegenwärtig weisen ältere Menschen (65+) die höchste Lebenszufriedenheit aller Altersgruppen auf.

 

Mit welchen Bedürfnissen könnten wir künftig konfrontiert werden?

Weiterbildung im Alter und Pflege sozialer Kontakte sowie neue Aktivitäten werden immer wichtiger. Immer mehr ältere Männer und Frauen wollen auch nach dem 65. Lebensjahr weiterarbeiten. Gleichzeitig wollen sie vermehrt selbst bestimmen, wie und wo sie sich engagieren. Für Menschen, die ein hohes Alter aufweisen, gewinnen betreute Wohnformen (Wohnen mit Service) zunehmend an Bedeutung, wobei sich unter 80-Jährige immer stärker dagegen wehren, als «alt» zu gelten.

11.12.2019 19:18:43

 

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