Wandel bei Europäischen Banken

Wandel bei Europäischen Banken

Donnerstag, 28. Januar 2021Lesezeit: 2 Minuten

Die Auswirkungen von COVID-19 waren in vielen verschiedenen Branchen deutlich zu spüren, so auch bei den Finanzinstituten. Das von der Pandemie geprägte Krisenjahr 2020 hat bei vielen Banken nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern europaweit zu verschiedenen Strategien geführt. Hierbei wird nicht nur auf Sanierungspläne gesetzt, sondern auch auf einen Personalwechsel in der ersten Reihe.

Deutsche Bank setzt auf Investment Banking

Die – gemessen an der Bilanzsumme – grösste Bank in Deutschland, die Deutsche Bank, konnte im vergangenen Jahr trotz der Pandemie vor allem im Investment Banking überzeugen. Schon vor der Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse am 04.02.2021 gehen Experten davon aus, dass das Geldhaus im Jahr 2020 schwarze Zahlen geschrieben hat. Das lässt sich vor allem auf die Investment-Banking-Sparte zurückführen. Alleine in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres konnte die Deutsche Bank in diesem Bereich einen Vorsteuergewinn von rund 2.6 Mrd. Euro verbuchen. Auch im vierten Quartal sollen rund 0.4 Mrd. Euro durch das Investment Banking dazugekommen sein. Das entspricht in der Summe einem vorsteuerlichen Gewinn von rund 3 Mrd. Euro. Diese Ergebnisse könnten letzten Endes nicht nur zu einer Kompensation der schwachen Ergebnisse aus den anderen Sparten der Deutschen Bank führen, sondern würde auch der Belastung der Restrukturierung entgegenwirken. Das Restrukturierungsprogramm und die zusätzliche Belastung durch die Pandemie bereiten der Bank grosse Schwierigkeiten. Gerade deshalb bleiben Experten skeptisch gegenüber den angekündigten Zielen der Deutschen Bank für das Jahr 2022 – in diesen ist von einem Gewinnziel von jeweils 2 Mrd. Euro in den Bereichen, Investment Banking, Corporate Banking und Private Banking die Rede.

Umschwung bei der Commerzbank

Der neue CEO der Commerzbank, Manfred Knof, wird am 11.02.2021 seinen Sanierungsplan für die Bank vorstellen. Einer der Kernpunkte des Plans sieht die Schliessung von rund 400 der momentan bestehenden 800 Filialen der Bank vor. Im Vergleich dazu hatte das deutsche Geldhaus vor rund zehn Jahren noch etwa 1'500 Niederlassungen. Ein anderer Punkt des Sanierungsplanes ist der Abbau von Jobs. Denn neben den Mietkosten für die Filialen machen die Personalkosten einen grossen Teil der Ausgaben aus. Aus diesem Grund hatte bereits der Vorgänger des jetzigen CEOs den Abbau von rund 10'000 der momentan etwas über 40'000 Angestellten vorgesehen. Inwiefern diese extremen Massnahmen erfolgreich sein werden und ob sie zu einem Verlust von Kunden führen bleibt ungewiss. Als Folge der Digitalisierung konnte in den letzten Jahren ein positiver Trend bei der Nutzung von digitalen Kanälen der Commerzbank ausgemacht werden. Vor allem in dem von der Pandemie gezeichneten Jahr 2020 konnte die Bank eine Rekordnutzung ihrer digitalen Kanäle verbuchen.

Führungswechsel bei der UBS

Die grösste Schweizer Bank, die UBS, hat im September 2020 den ehemaligen Vorstandschef der niederländischen ING-Gruppe als neuen CEO vorgestellt. Damit wurde der bisherige CEO Sergio Ermotti von Ralph Hamers abgelöst. Der Fokus des neuen Konzernlenkers soll sich vor allem auf die Kosten der Bank richten, denn für jeden eingenommenen Dollar musste das Schweizer Geldhaus rund 0.80 US-Dollar ausgeben. Die Ursachen für diese hohen Kosten können auf den Konzernumbau sowie auf die Negativzinsen der Zentralbanken zurückgeführt werden. Des Weiteren musste die UBS im zweiten Quartal 2020 einen Einbruch ihres Geschäfts in ihrem Heimatmarkt, der Schweiz, hinnehmen. Der Pandemie geschuldet sind die Einnahmen aus dem Personal- und Corporate-Banking-Bereich deutlich zurückgegangen. Im Gegensatz dazu konnte im Investment Banking ein deutliches Plus von 43 Prozent verzeichnet werden. Ralph Hamers sollte somit für den Umschwung bei der UBS sorgen und den Heimatmarkt in der Schweiz wieder stärken. Das ist ihm laut den Veröffentlichten Jahresabschluss für das Jahr 2020 auch gelungen. Die UBS konnte in dem Krisenjahr den Gewinn um stolze 54 Prozent auf insgesamt 6.6 Mrd. US-Dollar steigern. Somit konnte das Schweizer Geldhaus das beste Ergebnis seit fünf Jahren einfahren.

 


12.04.2021 03:30:08

 

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