Videokonferenzenanbieter bereiten sich auf die Zeit nach Corona vor

Videokonferenzenanbieter bereiten sich auf die Zeit nach Corona vor

Donnerstag, 11. März 2021Lesezeit: 3 Minuten

Die Anbieter von Videokonferenzen sind aktuell gefragter denn je. Während Büros und Meeting-Räume in pandemiebedingt leer bleiben, boomt das Geschäft der Videodienste. Einige der wohl bekanntesten Anbieter von Videokonferenzen sind die Branchegrössen Zoom, Microsoft mit Ihrer Plattform Microsoft Teams und das deutsche Unternehmen TeamViewer. Wie diese vom Homeoffice Trend profitieren und wie sie sich auf die Zeit nach der Pandemie vorbereiten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Zoom will mit neuem Telefondienst weiter expandieren

Der Videodienst Zoom ist einer der Hauptprofiteure des anhaltenden Trends zum Homeoffice. Aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen floriert das Geschäft wie nie zuvor. Gerade im vergangenen Jahr wuchs das US-Unternehmen Zoom im dreistelligen Prozentbereich. Das Konferenz-Tool, welches ursprünglich für Unternehmen gedacht war, konnte in der ersten Pandemiephase verschiedenste neue Kundengruppen für sich gewinnen. Nicht nur Unternehmen, wie anfangs geplant, nutzen den Videodienst Zoom, sondern auch Universitäten, Schulen und Privatpersonen. Dadurch stieg nicht nur die Zahl der Nutzer der Videoplattform rasant, sondern auch der Umsatz und der Gewinn des US-Unternehmens. Alleine im vierten Geschäftsquartal konnte ein Umsatz von 882.5 Mio. US-Dollar erzielt werden, was einem Wachstum von 369 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Im kompletten Geschäftsjahr 2020 lag das Wachstum bei 326 Prozent. Für das aktuelle Geschäftsjahr peilt der Videodienst eine Umsatzsteigerung von mindestens 42 Prozent an. Die grosse Frage bleibt, wie es mit Zoom und den weiteren Konferenz-Tools nach der Krise weitergeht.

Die Pläne des Unternehmens sind es sich langfristig als starke Marke bei Videokonferenzen zu etablieren, um so auch im künftigen Büroalltag ein wichtiger Bestandteil zu bleiben. Zum anderen versucht Zoom nicht nur im Bereich der Videokonferenzen Marktanteile zu gewinnen, sondern das US-Unternehmen forciert mit Zoom Phone auch die bisherigen Telefonsysteme der Firmen zu ersetzen. Ziel ist es, durch das erweiterte Angebot nicht nur ein weiteres Kommunikations-Tool anzubieten, sondern auch gleichzeitig die Möglichkeit einer nahtlosen Integration mit Videokonferenzen. Mit dem weltgrössten Musikkonzern Universal Music und der Universität von South Carolina gelang es Zoom bereits im vergangenen Quartal Grosskunden für den Zoom Phone Dienst zu gewinnen. Inwieweit es Zoom gelingt, auch hier ähnlich stark wie vom Videodienstboom zu profitieren, bleibt sicherlich fraglich. In erster Linie sollte für den künftigen Erfolg von Zoom jedoch die Entwicklung der Arbeitswelt nach der Pandemie massgeblich sein.

Auch TeamViewer setzt auf Diversifizierung

Der Softwareanbieter TeamViewer konnte im vergangenen Geschäftsjahr ebenfalls ein grosses Wachstum verbuchen. Das deutsche Unternehmen erzielte eine Umsatzsteigerung von 17 Prozent und schaffte somit diesen auf rund 456 Mio. Euro zu steigern. Während der Wachstumsschub des letzten Jahres vor allem auf die Pandemie und die damit verbundene grosse Nachfrage an Kommunikationssoftwaren zurückzuführen ist, möchte das Unternehmen aus der Nähe von Stuttgart in Zukunft sein Geschäftsmodell expandieren. Um das Umsatzziel von 1 Mrd. Euro bis 2023 zu erreichen setzt Firmenchef Oliver Steil auf einen Diversifizierungsplan. So konnte das Geschäftsfeld von TeamViewer bereits durch mehrere Akquisitionen weiter ausgebaut und auf mehrere verschiedene Märkte ausgeweitet werden. Im Juli des vergangenen Jahres übernahm das Unternehmen den Augmented-Reality-Spezialisten Ubimax für rund 136.5 Mio. Euro. Augmented-Reality, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, gilt als Schlüsseltechnologie, die heute schon in diversen Anwendungen, wie beispielsweise in der bekannten App Pokémon Go, weltweit eingesetzt wird. Durch die jüngst veröffentliche Akquisition des US-amerikanischen Unternehmens Upskill verstärkt TeamViewer nicht nur die eigene Position in Bezug auf branchenspezifische Augmented-Reality Lösungen. Diese ermöglicht es dem Unternehmen auch seine Präsenz am wichtigen US-Markt weiter auszubauen. Den Einstieg ins Geschäftsfeld der digitalen Kundenbetreuung realisierte TeamViewer durch den Zukauf des österreichischen Start-Ups Xaleon, was das Geschäftsmodell um ein zusätzliches Standbein erweitert.

 

Microsoft Teams ebenfalls auf Wachstumskurs

Der US-amerikanische Softwarehersteller Microsoft konnte sich im Geschäftsjahr 2020 vor allem mit seiner Videokonferenzplattform Microsoft Teams profilieren. Ebenso wie die Plattformen der Mitbewerber gewann das Microsoftsystem im vergangenen Jahr eine Vielzahl neuer Benutzer. Alleine im März des vergangenen Jahres, gelang es Microsoft Teams innerhalb einer Woche, einen Zuwachs von stolzen 12 Mio. neuen Anwendern zu erreichen. Die meisten deutschen Schulen setzen auf die Videokonferenzplattform von Microsoft, um das Home-Schooling so einfach wie möglich zu gestalten. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Anbietern von Videokonferenzsystemen verfügt das US Softwareurgestein sicherlich über das diversifizierteste Geschäftsmodell und dürfte damit am besten auf die Zeit nach Corona vorbereitet sein.

09.05.2021 09:24:49

 

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