Verdrängen neue Videostreaming-Dienste Netflix vom Podest?

Verdrängen neue Videostreaming-Dienste Netflix vom Podest?

Donnerstag, 21. November 2019Lesezeit: 2 Minuten

Netflix ist aktuell die unangefochtene Nummer eins in Sachen Videostreaming. Doch ob das auch in Zukunft so bleiben wird, ist fraglich. Denn es drängen zahlreiche andere Anbieter in den Markt ein, die ebenfalls ein Stück vom Kuchen haben möchten – denn das Potenzial im Videostreaming-Bereich ist gross.

Netflix, das ursprünglich einen Online-DVD-Verleih betrieb, ist inzwischen zum «König des Streamings» geworden. Denn mit seinen mehr als 151 Millionen Abonnenten in knapp 200 Ländern ist Netflix zurzeit die Weltweit grösste Streaming-Plattform.

Im Kampf um die Zahl der Neuabonnenten bringen alteingesessene Medienunternehmen nun ihre eigenen Streaming-Plattformen auf den Markt und entziehen Netflix damit die Rechte an der Ausstrahlung einiger beliebter Sendungen. Doch waren es genau diese Sendungen, die im Laufe der Jahre wesentlich zum Erfolg von Netflix beitrugen. Der Markteintritt neuer Plattformen und das Ausstrahlungsverbot für mehrere Sendungen könnte Abonnenten dazu bewegen, sich von Netflix abzuwenden, um ihre Lieblingsserien und -filme weiterhin schauen zu können.

Zahlreiche Konkurrenten entstehen

Zu den Anbietern, die Netflix auf seinem Podest verdrängen möchten, zählen seit längerem Anbieter wie Hulu (mit Inhalten, die von Disney und NBC produziert werden) oder Amazon Prime Video. Aber damit noch nicht genug. Denn vor Kurzem stellte Apple seine Streaming-Plattform Apple TV+ vor und Disney zieht nun mit Disney+ nach. Daneben haben noch weitere Unternehmen angekündigt, in naher Zukunft einen Streaming-Dienst anzubieten. So werden im kommenden Jahr zusätzlich neue Plattformen wie Peacock und HBO Max gestartet, und zahlreiche weitere werden folgen (WarnerMedia, NBCUniversal und mehr). Kommt der Markteintritt dieser neuen «Player» der Erklärung eines «Streaming-Kriegs» gleich?

Netflix ist dynamisch unterwegs

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Unternehmen Schwierigkeiten gegenübersieht, die ein neues Geschäftsmodell erfordern. Im Jahr 2007 musste Netflix zum Beispiel von einem Versand- auf ein Streaming-Modell umstellen. Zudem griff die riesige Plattform dem Markteintritt anderer Unternehmen in die Streaming-Branche vor, indem sie verstärkt eigene Serien und Filme produzierte. Heute stammen die grössten Erfolge von Netflix hauptsächlich aus seinen eigenen Produktionsstudios. Darüber hinaus baut das Unternehmen andere Segmente wie die Produktion animierter oder interaktiver Serien auf (Sendungen, in denen die Zuschauerinnen und Zuschauer Entscheidungen treffen können, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen). Und nicht zuletzt verfügt der Streaming-Plattform-Gigant über gewaltige Datenmengen zu den Vorlieben seiner Abonnenten seit 1998, als Netflix noch ein Onlineshop für DVD-Verleih war. Dank dieser Datensammlung ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kundinnen und Kunden massgeschneiderte Angebote bereitzustellen.

Grosses Potenzial im Videostreaming-Markt

Niemand weiss, wer als Sieger aus dem «Streaming-Krieg» hervorgehen wird. Netflix behauptet allerdings, sein grösster Konkurrent sei nach wie vor das Fernsehen (90 Prozent der Zuschauerzeit entfällt auf TV) und die Tatsache, dass andere Wettbewerber auf den Markt drängen, habe keinen Einfluss auf die aktuelle Lage des Unternehmens. Diese Aussage zeigt, wie viel Spielraum für Verbesserungen Streaming-Plattformen als digitale Marktplätze noch immer haben und wie gross das weltweite Wachstumspotenzial der Marktanteile ist.

Aber egal, wer das Rennen macht – das Videostreaming-Potenzial ist riesig. So sollen sich zum Beispiel die Streaming-Umsätze gemäss einer Studie von PwC bis 2023 verdoppeln. Auch für Anleger dürften sich interessante Anlagemöglichkeiten ergeben.

27.01.2020 11:47:26

 

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