Tesla CEO kündigt erneuten Aktiensplit an

Tesla CEO kündigt erneuten Aktiensplit an

Mittwoch, 29. Juni 2022Lesezeit: 2 Minuten

Zu Beginn des Monats (10.06.2022) verkündete der Automobilkonzern Tesla Inc. einen 1:3 Aktiensplit. Nachdem der letzte Aktiensplit des Unternehmens keine 2 Jahre zurück liegt, stellt sich Anlegerinnen und Anlegern die Frage, welche Vor- und Nachteile eine solche Stückelung mit sich bringen könnte.

Was hat es mit Aktiensplits auf sich und was bedeuten sie für Anlegerinnen und Anleger?

Ein Aktiensplit ist eine Kapitalmassnahme, die es Firmen erlaubt, die Anzahl herausgegebener Aktien zu erhöhen und dabei den Nennwert der Aktie in einem entsprechend festgelegten Verhältnis zu verringern. Die Marktkapitalisierung bleibt somit unverändert.

Der Ablauf ist recht simpel und soll anhand des letzten von Tesla durchgeführten Aktiensplits im August 2020 veranschaulicht werden: Für jede Tesla-Aktie erhielten investierte Anlegerinnen und Anleger am 31.08.2020 vier weitere hinzu. Der Aktienkurs verringerte sich, sodass die Aktie ausgehend von knapp 2.200 US-Dollar Split-bereinigt bei rund 440 US-Dollar notierte (1:5 Verhältnis).

Hauptargument für eine weitere Stückelung der zum Handel verfügbaren Aktien ist eine optische Vergünstigung, die ein mögliches Investment in das Unternehmen aufgrund eines geringeren Kapitaleinsatzes für Anlegerinnen und Anleger attraktiver machen könnte. Besonders im Fall von Tesla könnte eine solche Vergünstigung von Interesse sein.

Denn Tesla Inc. gehört, gemessen an der Marktkapitalisierung, zu einem der grössten Konzerne der Welt. Trotzdem liegen die Aktien des Unternehmens, verglichen zu anderen Konzernen dieser Grössenordnung, lediglich in geringeren Anteilen in den Händen institutioneller Investoren. Ungefähr 54 Prozent der sich im Umlauf befindenden Aktien des E-Auto-Pioniers werden von Institutionellen Investoren gehalten. Bei Apple Inc. hingegen sind es 63 Prozent (Quelle: Bloomberg).

Privatanlegerinnen und -anleger einen leichteren Zugang zur Aktie zu ermöglichen könnte somit die Nachfrage erhöhen und dadurch kursstützend wirken. Dies wurde in einer Studie der „Bank of America“ ebenfalls bestätigt. Demnach betrage das Kursplus von Aktien zwölf Monate nach Ankündigung der Kapitalmassnahme durchschnittlich 25,4 Prozent. Es sei jedoch an dieser Stelle anzumerken, dass die vergangene Performance keinerlei Hinweis auf die zukünftige Wertentwicklung gibt.

Geschäftsverlauf des Unternehmens der letzten Jahre

Die Erreichung einer optischen Vergünstigung der Aktie durch einen Split setzt einen stetigen Kurstrend voraus, welcher immer wieder neue Höchststände markieren konnte.

Basis hierfür könnte zum einen die lockere Fiskalpolitik der letzten Jahre geschaffen haben. Damit verbunden spross für Anlegerinnen und Anleger die Annahme der alternativlosen Investition in den Kapitalmarkt.

Auf der anderen Seite könnten mikroökonomische Faktoren eine weitaus grössere Rolle gespielt haben. Noch vor zwei Jahren (2020) blickte man auf eine jährliche Kapazität von rund 500.000 Vehikeln. Zuletzt verbuchte das Unternehmen allein für das 1. Quartal des Jahres (2022) eine Auslieferung von knapp über 300.000 E-Autos, während für das laufende Jahr rund 1,5 Millionen Auslieferungen in Aussicht gestellt werden. Angetrieben durch neue Produktionsstätten in Shanghai, Texas und Berlin ist laut Bloomberg-Analysten kein signifikanter Rückgang des Produktionswachstumes in naher Zukunft sichtbar.

Mögliche Bremsen dieser Wachstumsfantasien sollten trotz alledem nicht vernachlässigt werden und könnten auf nachlassende Verbraucherstimmungen und Mitarbeiterkündigungen zurückzuführen sein. Die weiterhin auf hohem Niveau verbleibende Inflationsrate könnte sich aus Unternehmersicht negativ auf künftige Lohnentwicklungen auswirken. Erste Anzeichen, dieser Entwicklung entgegen wirken zu wollen, sind aus einer internen Mail des Tesla-CEOs Elon Musk zu interpretieren, welcher bis Ende des Jahres (2022) rund zehn Prozent der Arbeiterschaft entlassen möchte.

04.12.2022 09:13:38

 

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