Technologie: Trends einfangen, wenn sie beginnen

Technologie: Trends einfangen, wenn sie beginnen

Freitag, 15. September 2017Lesezeit: 3 Minuten

Langfristige Trends bestimmen nicht nur unser Alltagsleben, sie diktieren oft auch die Aktienkurse. Das macht thematisches Investieren für Anleger mit Weitblick interessant. Drei ausgewählte Technologiethemen veranschaulichen, welche Anlagemöglichkeiten damit verbunden sein können.

Die heutige Zeit ist schnelllebig; zumindest entsteht dieser Eindruck im Zuge des oft hektischen Alltags. Dennoch gibt es langlebige Entwicklungen, die viele unserer Lebensbereiche über Jahrzehnte hinweg beeinflussen. Experten sprechen von sogenannten Megatrends. Derzeit sind es insbesondere technologische Entwicklungen, die unseren Alltag in vielerlei Hinsicht revolutionieren und eine starke wirtschaftliche Dynamik entfalten. Die Unternehmen bestimmter Technologiesegmente zeichnen sich dabei durch eine grosse Affinität zur Monopolbildung aus und profitieren von hohen Margen. Dies kann Investoren interessante Anlagemöglichkeiten bieten. Nicht nur dem Einstiegszeitpunkt, sondern auch dem Weitblick kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Ein herausragender Eishockeyspieler pflegte einmal zu sagen: «Ein guter Spieler spielt dort, wo die Scheibe ist. Ein grossartiger spielt dort, wo sie gleich sein wird.» Thematisches Anlegen basiert auf dem Erfolg dieses Gedankens.

 

Langfristiges Wirken auf Gesellschaft – und Unternehmen

Es geht dabei weniger um traditionell übliche makroökonomische Ansätze. Vielmehr werden aus der Vogelperspektive heraus solche Themen identifiziert, bei denen sich abzeichnet, dass sie sich langfristig auf Gesellschaft und Markterfolg (von Unternehmen) auswirken werden. Innerhalb eines Themas gilt es als Nächstes, passende Aktien zu finden. Es sind Titel von Unternehmen, deren Umsatz durch den Trend besonders stark vorangetrieben wird. Vergangenheits-Performances geben zwar keine Erfolgsgarantie ab, dennoch haben viele Themeninvestments schon gezeigt, wie viel «Kurskraft» in ihnen steckte. Je nach Risikoprofil und Renditeziel können sie sich daher zur Beimischung in ein Anlageportfolio eignen. Denn setzt man auf die richtigen Investments zur richtigen Zeit, eröffnet sich gegebenenfalls eine nachhaltige Quelle der Überrendite (Alpha) im Vergleich zu Kernanlagen. Zu dieser Einschätzung kommen auch die Experten von RBC Global Asset Management. In ihrer Studie «Global Megatrends: Capitalizing on Tomorrow’s Trends Today» (2014) bescheinigen sie den Themeninvestments über verschiedene Zeiträume hinweg eine bessere Wertentwicklung als dem breiten MSCI®- Weltindex.

 

«A good hockey player plays where the puck is. A great hockey player plays where the puck is going to be.»

Wayne Gretzky, Eishockeyspieler

«The trend is your friend»

Besonders wichtig ist dabei, vor der breiten Masse in den Trend zu investieren. Denn wenn das Gros der Investoren diesen einmal für sich entdeckt hat, besteht wegen des steigenden Interesses die Gefahr der Aktienverteuerung. Ein schneller Marktzugang und eine gewisse Flexibilität für mögliche Anpassungen an eine sich ändernde Marktentwicklung können folglich helfen. Themen- Zertifikate machen dies möglich: Mit nur einer Transaktion erhalten Anleger über das einfache Partizipations-Produkt nicht nur einen zeitnahen Marktzugang, sondern investieren auch auf effiziente Weise in den gewählten Themenindex. Durch Letzteren wiederum bleiben sie während des Anlagezeitraums flexibel: Die Titel werden in regelmässigen Zeitabständen anhand eines festgelegten Regelwerks, das quantitativen und qualitativen Kriterien folgt, angepasst. Zu guter Letzt könnte man auf weiteres Fachwissen zurückzugreifen. Der Buchautor und Unternehmer Thomas Rappold ist zum Beispiel ein Experte für Technologieinvestments und fungiert als Berater bei drei Indizes, welche die Themen «Cyber Security», «Industrie 4.0» und «Digitale Marktplätze» investierbar gemacht haben. Die noch relativ jungen Barometer werden vom Indexanbieter Solactive berechnet und konnten sich bereits bewähren.

 


 

Drei Technologiethemen im Fokus

 

Insbesondere Technologiethemen sind derzeit beliebt. Getrieben durch die starke Dynamik des Silicon Valley bieten sie Investoren interessante Renditechancen. Wir werfen einen Blick auf die «Cyber-Security», «Industrie 4.0» sowie die «digitalen Marktplätze».

 

Cyber-Security

 

Es wird von Cyberkrieg gesprochen, der bei vielen grossen und kleinen Unternehmen sogar zur Chefsache geworden ist. Technologien, die einen Eindringling (nach einem Angriff) entlarven oder das Eindringen von vornherein verhindern, sind gefragt. Die Investitionsbereitschaft von Unternehmen ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Der sich intensivierende Datentransfer macht IT-Systeme schliesslich immer verwundbarer. Getrieben von steigender Mobilfunknutzung, dem Internet der Dinge und Cloud-Computing gewinnt der Bereich zusätzlich an Bedeutung. Bei Cyber-Security handelt es sich um ein Querschnittssegment, das vom Auftrieb anderer Technologiebereiche profitiert.

 

Digitale Marktplätze

 

Es geht um mehr als nur E-Commerce. Amazon und Co. haben gezeigt, dass digitale Marktplätze die Kraft besitzen, Platzhirsche aus ihren etablierten Segmenten zu vertreiben. Plattformen schaffen zusätzliche Werte – nur weil sie Plattformen sind. Sie dringen in fremde Geschäftsfelder ein und behaupten sich immer öfter. Dank heutiger Informationstechnologien sind Marktplätze digital und somit leistungsfähiger und günstiger. Ihre wertvollsten Vermögenswerte sind Daten und Nutzer. Der «Community- Effekt» als ultimative Quelle für Wettbewerbsvorteile? Eine gute Strategie ist dennoch notwendig: Nur wer sein Ökosystem öffnet und umdenkt, kann Chancen wahrnehmen.

 

 

Industrie 4.0

 

Der als vierte industrielle Revolution bezeichnete Megatrend hat im verarbeitenden Gewerbe zu starken Produktivitätsschüben geführt. Fast alle grossen Wirtschaftsnationen haben bereits Initiativen gestartet, um ihre traditionelle Fertigung in sämtlichen Industrien zu digitalisieren. Sie wollen sich einen globalen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Prognosen deuten darauf hin, dass Industrie 4.0 zu Skaleneffekten und höheren Margen in Europa führen dürfte. Doch auch Chinas Zentralregierung interessiert sich für das Thema. Die «Made in China 2025»-Strategie umfasst die Modernisierung von Produktionstechnologien in zehn Schlüsselindustrien, darunter die Informationstechnologie sowie automatisierte Werkzeugmaschinen und Robotik.

 

 

18.09.2019 20:09:43

 

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