Square IPO – Eisbrecher mit Glamour-Faktor

Square IPO – Eisbrecher mit Glamour-Faktor

Donnerstag, 26. November 2015Lesezeit: 2 Minuten

Gastbeitrag von Thomas Rappold

Nachdruck aus Börse Online «Silicon Valley Inside»

 

Im Gegensatz zu den Vorjahren mit den IPOs von Facebook, Twitter und Lending Club lief der IPO Markt für Silicon Valley Tech-Unternehmen in 2015 schleppend. Zuletzt wurden auch Zweifel laut, ob die Bewertungen der vorbörslichen Startups im Silicon Valley nicht zu hoch sind.

Thomas Rappold,

geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE massgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.

Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt.
Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage silicon-valley.de.

Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".

Dem IPO des elektronischen Zahldienstleisters Square in der letzten Woche wird „Eisbrecherfunktion“ an der Wall Street attestiert, ist das Unternehmen doch eines der bekanntesten und glamourösesten Unicorns der Silicon Valley Startup Szene. Der Anspruch des 2009 von Twitter Mitgründer Jack Dorsey gestarteten Square ist nichts weniger, als den elektronischen Zahlungsverkehr zu revolutionieren.

 

Kreditkartenleser und stylische App

Mit einem einfachen Kreditkartenleser der auf ein Smartphone oder Tablet aufgesteckt werden kann in Verbindung mit einer stylischen App ähnlich dem Design von Apple, gelang es dem Unternehmen schnell Endkunden aber auch Einzelhändler und Restaurantketten als Kunden zu gewinnen. Die Umsätze wuchsen schnell in den dreistelligen Millionenbereich und prominente Venture Capital Investoren wie Richard Branson oder Visa sprangen auf den Zug auf und investierten kräftig in Square.

 

Vorbörsliche Fragezeichen – ist das Geschäft nachhaltig?

Doch ähnlich wie bei Twitter, dem Jack Dorsey als CEO ebenfalls vorsteht, mehrten sich vorbörslich die Fragezeichen ob das Geschäft von Square nachhaltig ist. Denn für jede abgewickelte Finanztransaktion müssen an die angeschlossenen Kreditkartenunternehmen (z.B. Visa) erhebliche Gebühren abgeführt werden. Entsprechend „verbrennt“ das Unternehmen bei einem Umsatz von $893 Millionen rund $132 Millionen in den ersten neun Monaten von 2015. Inzwischen stellt sich Square deutlich breiter auf und bietet einen ganzen Baukasten an Lösungen für den Zahlungsverkehr inklusive Gehaltsabrechnungen.

Ziel ist: Auswertungen der Zahlungsströme über Big Data Analysen in Form von Zusatzdiensten zu monetarisieren und profitabel zu werden - vereinfacht ein Google für Finanzen. Damit rückt Square auch in das Visier der Branchenschwergewichte PayPal, Apple, Google sowie Amazon und Alibaba, die mit ihren gut gefüllten Kriegskassen sich nicht nur Square, sondern auch deren charismatischen CEO Jack Dorsey einverleiben könnten.

01.12.2020 00:34:20

 

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