Spotify: das nächste Netflix?

Spotify: das nächste Netflix?

Freitag, 20. April 2018Lesezeit: 2 Minuten

Nach dem Börsengang: Spotify ist Marktführer im Musikstreaming, doch trotz des Umsatzwachstums, stieg der operative Verlust. Dennoch berichtet Spotify über die Übernahme des Musikrechte-Lizensierers Loudr. Was könnten Gründe dafür sein?

Spotify kauft Loudr

Letzte Woche machte Spotify durch die Übernahme des Musikrechte-Lizensierers Loudr.fm von sich reden. Laudr vergütet Rechteinhaber für die Nutzung ihrer Musikstücke auf automatisierter Basis. Das schwedische Unternehmen nannte jedoch keinen Kaufpreis. Erst vor Kurzem wurde der weltgrösste Musikstreaming-Anbieter von dem US-Label Wixen Music Publishing auf Schadenersatz von ca. USD 1.6 Milliarden verklagt. Wie das Handelsblatt berichtet, warf dieser Spotify vor, tausende Lieder ohne deren Lizenz verwendet zu haben.

Wird Spotify zum nächsten Netflix?

Nach dem erfolgreichen Börsengang möchte Spotify das profitable Unternehmen Netflix nachahmen. Die Ausgangssituation ist jedoch unterschiedlich: Spotify ist zwar Marktführer im Musikstreaming, doch trotz einem Umsatzwachstum im Jahr 2017 von rund 39 % gegenüber 2018, stieg der operative Verlust von USD 349 Millionen in 2016 auf USD 378 Millionen in 2017. Ende 2017 hatte Spotify 71 Millionen zahlende Abo-Kunden und insgesamt 159 Millionen Nutzer. 2018 will Spotify die Marke von 200 Millionen Nutzern knacken, prognostiziert jedoch einen operativen Verlust von USD 230-330 Millionen.

Spotify verglich sich gerne mit Netflix, um Anleger vor dem Börsengang zu überzeugen. Deshalb holte der CEO Daniel Ek Barry, McCarthy als Finanzchef. Derselbe Mann also, der bereits 2002 Netflix an die Börse brachte. Bevor Netflix zum heutigen Marktführer im Videostreaming wurde, schrieb das Unternehmen ebenfalls lange Zeit rote Zahlen. Heute ist Netflix profitabel und an der Börse mehr als USD 130 Milliarden wert. Spotify bewerten Analysten mit ca. 20 Milliarden US-Dollar.

Während sich Netflix mit Eigenproduktionen zum grossen Konkurrenten für Disney und Time Warner etablierte, ist Spotify abhängig von den grossen Labels wie Sony Music, Warner und Universal Music. Spotify soll es jedoch schon gelungen sein, niedrigere Lizenzgebühren herauszuholen. Ob Spotify Pläne verfolgt den Plattenfirmen durch eigene Musik Konkurrenz zu machen, bleibt momentan noch offen. Momentaner Standpunkt von McCarthy ist, dass höhere Gewinnspannen durch die Erschliessung anderer Umsatzquellen erreicht werden müssten. Beispielsweise durch Werbedeals mit Promotern oder dem Verkauf von Daten an Musiker, Plattenfirmen und Konzertveranstalter. Bislang erzielt Spotify 90% seiner Erlöse mit kostenpflichtigen Premium-Abos, wie die IT-Nachrichtenseite Heise online berichtet. Der Einkauf des schwedischen Unternehmens Soundtrap könnte hingegen dafür sprechen, dass Spotify sich in neue Business-Modelle vortastet. Die Zeit wird zeigen, wie sich diese etablieren werden.  (Mehr zur möglichen Geschäftsentwicklung von Spotify)

Ein Produkt passend für jede mögliche Entwicklung

Trotz des unkonventionellen Börsengangs via «Direct Listing» unterlag die Aktie des schwedischen Streaming-Riesen im vergangenen Monat nur geringen Kursschwankungen. Aktuell wird die Spotify-Aktie bei 153.49 (17.04.2018) US-Dollar gehandelt. Das bisherige Jahreshoch lag bei 169.00 US-Dollar (03.04.2018), das bisherige Jahrestief bei 135.51 US-Dollar(04.04.2018). Dabei gilt es zu beachten, dass historische Kurswerte, keine Indikation für den weiteren Verlauf eines Aktientitels sind.

Glauben Sie, lieber Anleger, an die «Erfolgsgeschichte Spotify», möchten aber auch die Möglichkeit einer Gegenbewegung nicht ausschliessen, könnte ein Bonus-Zertifikat mit Cap eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen. Sollte der Spotify-Aktie eine ebenso positive Entwicklung wie jene von Netflix glücken, partizipieren Sie bis zum Cap-Level zu 100% an den Kursgewinnen. Pendelt sich der Kurs auf dem aktuellen Niveau ein, erfolgt die Rückzahlung zum Bonuslevel. Das Zertifikat würde in diesem Fall eine höhere Rendite als die Direktinvestition in die Aktie erzielen. Sollte es jedoch zu Kursrückschlägen kommen, bietet das Bonus-Zertifikat dank der eingebauten Barriere einen Sicherheitspuffer gegenüber Kursverlusten. Das Risiko eines Totalverlusts bleibt jedoch bestehen, falls der Basiswert während der Laufzeit die Barriere berührt und bei Schlussfixierung unter dem Ausübungspreis (Bonuslevel) notieren sollte.


25.05.2020 01:32:50

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden

So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.