Spin-off bei ABB: Accelleron nun Mitglied im SPI®

Spin-off bei ABB: Accelleron nun Mitglied im SPI®

Donnerstag, 6. Oktober 2022Lesezeit: 1 Minute

Das Schweizer Technologieunternehmen ABB hat am Montag, dem 3. Oktober 22 seine Turboladersparte als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen «Accelleron» an die Börse gebracht. Die neuen Accelleron-Aktien gingen mit CHF 18.00 in den Handel. ABB-Aktionäre erhielten für je 20 gehaltene ABB-Aktien eine Accelleron-Aktie.

Die ABB-Aktionäre hatten im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung entschieden. Das Geschäft mit den Hochleistungs-Turboladern (ehemals ABB Turbocharging genannt) geht unter dem Namen Accelleron Industries AG, Tickersymbol ACLN, in den Handel der SIX Swiss Exchange. Mit einem Eröffnungspreis von CHF 18.00 lag die Börsenbewertung bei unter 2 Mrd. Franken. Die Turboladersparte trug vergangenes Jahr knapp 3 Prozent zum Umsatz von ABB bei. Im Allgemeinen fungieren Turbolader als Verstärker für Verbrennungsmotoren. Durch Verdichtung von Sauerstoff, der dem Motor zugeführt wird, erhöht sich dessen Leistung. Nach Angaben des Unternehmens reduziert dabei der Einsatz von Turboladern die Schadstoffemissionen eines Verbrennungsmotors.

Accellerons Geschäftsmodell

Die Aktien Accellerons zeigten sich am ersten Börsenhandelstag stabil. Durch Stabilität soll sich auch dessen Geschäftsmodell auszeichnen. Grund dafür ist, dass das Geschäft mit den Turboladern für übergrosse Verbrennungsmotoren von Schiffen, Zügen, Kraftwerken oder Notstromaggregaten nicht so schnell ersetzt werden kann, wie es beispielsweise im Rahmen der Elektromobilität bei Personenwagen der Fall ist. Die Schifffahrt ist dabei einer der Hauptmärkte. Dreiviertel des Umsatzes erzielt Accelleron mit seinem Servicegeschäft sowie der Wartung von Turboladern. Dieser Geschäftsbereich erweist sich zwar als stabil, allerdings bei eingeschränkten Wachstumsmöglichkeiten. Bei der sogenannten «installierten Basis» (wovon auch die Wachstumsrate Accellerons abhängt), hat das Unternehmen eine führende Marktstellung. So beträgt die Lebenszeit der installierten Motoren häufig bis zu 30 Jahre. Die damit verbundenen Investitionen sind gering, aber der Cashflow hoch. Insgesamt betrug der Umsatz im vergangenen Jahr 756 Millionen USD bei einer hohen Marge von gut 25%.

ABBs Portfoliomanagement Strategie

Der CEO von ABB Björn Rosengren ist fokussiert auf die strategische Ausrichtung von ABB mit Fokus auf die beiden Bereiche Elektrifizierung und Automation. Bereits im Jahr 2021 wurde das Geschäft mit Walzlägern und Getrieben veräussert. Die Sparte Power Grids wurde 2020 an Hitachi verkauft. Das wachstumsstarke, aber margenschwache Turbolader-Geschäft passte nicht mehr in die neu ausgerichtete ABB. Ziel der Abspaltung war es auch der Accelleron mehr unternehmerische Freiheiten zu geben. Weiter plant ABB den Börsengang seiner E-Mobility-Sparte aufzuschieben aufgrund der turbulenten Börsen.

08.02.2023 08:11:15

 

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