SMI-Anpassung könnte zu interessanter Marktanomalie führen

SMI-Anpassung könnte zu interessanter Marktanomalie führen

Donnerstag, 20. Dezember 2018Lesezeit: 2 Minuten

Am 18. September 2017 erfolgte eine Regelwerksänderung des SMI, durch die das Gewicht der grossen Titel gekappt wurde. Ziel der Anpassung war, den SMI in Einklang mit den Diversifizierungsgrenzen der ESMA - UCITS Richtlinie zu bringen, sodass er als Referenzindex für den Schweizer Aktienmarkt auch in der Europäischen Union genutzt werden kann.

Nach einer Übergangsphase, in welcher eine schrittweise Reduktion der Gewichte um 3% pro Quartal erfolgte, ist das Gewicht der grössten Indexkomponenten heute auf maximal 18% des SMI gekappt. Titel, deren Gewicht durch eine entsprechende Performanceentwicklung die festgelegte Obergrenze übersteigt, werden zum vierteljährlichen Index-Review jeweils wieder auf 18% zurückgestuft.

Bevorstehende Indexanpassung

Der nächste ordentliche Indexreview erfolgt am morgigen Freitag, 21.12.2018. Da die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche den Börsenturbulenzen der letzten Wochen weitestgehend trotzen konnten, liegt ihre Gewichtung derzeit erneut oberhalb der festgesetzten Grenze. Eine entsprechende Reduktion wird durchgeführt werden. Gemäss Berechnungen der US-Investmentbank J.P Morgan wird Novartis am stärksten betroffen sein: Fondsanbieter, Pensionskassen und andere indexorientierte Investoren werden sich von 2.5 Millionen Aktien im Gegenwert von umgerechnet 227 Millionen Franken trennen müssen. Beim Konkurrenten Roche dürfte sich der Wert der Aktien, die verkauft werden müssen, auf knapp 150 Millionen Franken belaufen. Bei Nestlé werden geschätzte 1.2 Millionen Aktien mit einem Gegenwert von etwa 105 Millionen Franken veräussert werden. In allen drei Fällen liegt das zu veräussernde Volumen unter dem jeweiligen durchschnittlichen Tagesvolumen, weshalb grössere Kursverwerfungen nicht zu erwarten sind.

Allerdings könnte das Bemühen der Fondanbieter, einen möglichst geringen Tracking-Error auszuweisen, zu einer interessanten Marktanomalie führen: Als Tracking-Error wird die Differenz zwischen der Wertentwicklung des Index und eines Produktes oder Fonds, welches den Index repliziert, bezeichnet. Um diesen so gering wie möglich zu halten, erfolgen grosse Positionsänderungen gewöhnlich durch den Kauf oder Verkauf in der Schlussaktion am Ende eines Handelstages. Als Folge dessen, könnte es am morgigen Freitag zu ungewöhnlich tiefen Schlusskursen in den Titel kommen, welche von der Reduzierung der Gewichtung betroffen sind.

Für Sie als Anleger könnte sich darauf eine interessante Möglichkeit ergeben. Der aktuell in Zeichnung liegende Callable BRC auf die drei Indexschwergewichte Nestlé, Novartis, Roche fixiert morgen Abend, basierend auf den Schlusskursen der drei Titel. Sollte es tatsächlich zu der oben beschriebenen Marktanomalie kommen, dürften Sie als Anleger von den niedrigen Fixierungskursen und den daraus resultierenden Barrierenwerten profitieren.

 

23.03.2019 12:28:12

 

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