SAP – das Deutsche Software Schwergewicht

SAP – das Deutsche Software Schwergewicht

Mittwoch, 24. April 2019Lesezeit: 2 Minuten

Morgen wird Europas umsatzstärkster Softwarehersteller, SAP, sein Ergebnis für das abgelaufene 1. Quartal des Jahres 2019 vorstellen. Die Analystenerwartungen sind gemischt.

Die SAP SE, mit Sitz im baden-württembergischen Walldorf, ist der weltweit viertgrösste Softwarehersteller und bezeichnet sich selbst als den «weltweit führenden Entwickler und Anbieter von Unternehmenssoftware». Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch sein ehemals zentrales Produkt, eine betriebswirtschaftliche Standardsoftware. Im Kern konzentriert sich SAP auf die Entwicklung von Programmen zur Abwicklung unternehmerischer Geschäftsprozesse, wie beispielsweise Buchführung, Lagerhaltung, Controlling, Produktion, Einkauf, Vertrieb oder das Personalwesen. Darüber hinaus bietet SAP seit 2005 auch Datenbanklösungen, sowie Datawarehouses, an und entwickelt spezielle Dienstleistungen für den Finanzsektor. In letzter Zeit hat neben dem klassischen Software- und Lizenzgeschäft besonders das Cloudangebot an Bedeutung gewonnen. Inzwischen arbeiten mehr als 425'000 Kunden in mehr als 180 Ländern mit SAP-Software und Dienstleistungen.

Nach Börsenwert ist SAP das wertvollste deutsche Unternehmen, damit dies auch so bleibt, hat CEO Bill McDermott in einem Interview mit der F.A.Z. angekündigt den Wert bis 2023 verdoppeln zu wollen. Grosses Potenzial bietet seiner Meinung nach, die im Vergleich zu reinen Cloudanbietern, um 90 Milliarden Euro, unterbewertete Cloud Sparte. Diese wurde auch mit den letzten Akquisitionen von Qualtrics und der Callidius Software Inc. weiter gestärkt. Laut Handelsblatt ist SAP der «am schnellsten wachsende grosse Datenbankanbieter mit der höchsten Nutzerzahl». Letzte Woche bestätigte Goldman Sachs die Empfehlung des Softwareherstellers: Der DAX-Konzern bleibt auf der Conviction Buy-List und zählt damit zu den Top-Favoriten der Goldman-Analysten. Auch die Privatbank Berenberg bestätigte heute (23.04.2019) Ihre Kauf-Empfehlung, während Carlos Trevino, Analyst bei Santander, die Aktie auf underweight setzte. Die Analysten verweisen insbesondere auf die Relevanz des Cloud-Geschäftes und das organische Wachstum bei Selbigem und den Lizenzerlösen. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die Integration von Qualtrics verlief.

Neben einem starken Cloud-Geschäft, soll eine Steigerung der operativen Marge zu langfristigem Wachstum führen. Diese soll durch eine umfangreiche Restrukturierung verbessert werden. Eine ergriffene Massnahme ist der Abbau von voraussichtlich 4'400 Stellen, davon 1'000-1'200 in Deutschland. Dennoch geht Cawa Younosi, Personalchef von SAP Deutschland, davon aus, dass «wir am Ende des Jahres mehr Mitarbeiter haben werden als jetzt». Ziel ist es Personal für Wachstumsbereiche wie künstliche Intelligenz, Blockchain oder IoT-Lösungen zu gewinnen. Alle drei Bereiche können helfen bestehende Produkte zu optimieren und neue zu kreieren. Wie Thomson Reuters berichtete, soll das Geschäftsmodell des Unternehmens plattformorientierter werden.

Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei 123.34 Mrd. Euro, der Erzrivalen Oracle, weist eine Marktkapitalisierung von 162.73 Mrd. Euro auf, Salesforce liegt bei 105 Mrd. Euro.   

 

 
16.11.2019 01:18:24

 

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