Rohstoffe beimischen?

Rohstoffe beimischen?

Freitag, 4. Mai 2018 von Stefan EppenbergerLesezeit: 2 Minuten

Die Geopolitik hat die Rohstoffmärkte weiterhin fest im Griff. Dies bietet für Rohstoffinvestoren ein interessantes Umfeld. Bei einer grösseren Eskalation im Nahen Osten oder im Konflikt zwischen den USA und Russland ist man gegenüber ungünstigen Ausgängen gut geschützt.

Der Erdölpreis ist über den vergangenen Monat erneut kräftig angestiegen und dotiert für ein Fass Brent um die 75 US-Dollar. Den Grossteil dieser Entwicklung ist auf die Unsicherheit über potentiell neue US-Sanktion für den Erdölexporteur Iran zurückzuführen. Nun könnte man einwenden, dass gar kein Erdöl in die Vereinigten Staaten exportiert wird. Konkret wird nämlich ungefähr die Hälfte nach China und Indien transportiert, welche solche Sanktionen seit jeher ignorieren. Die andere Hälfte wird in europäische und asiatische Industrieländer geliefert.

Grafik 1: Iranische Exporte nach Abnehmer


Diese entwickelten Nationen werden sich kaum den neuen US-Sanktionen gegen den Iran anschliessen. Hingegen gilt das nicht notwendigerweise für die Unternehmen, welche das Erdöl in Richtung westliche Welt transportieren. Jene sind wirtschaftlich meist eng mit den Vereinigten Staaten verbunden, oder wickeln ihre Geschäfte mit der US-Währung ab. Entsprechend würden diese Firmen aus Respekt vor der amerikanischen Justiz diesen Sanktionen sehr wahrscheinlich folgen. Spätestens am 12. Mai wird sich Donald Trump für oder gegen neue Sanktion entscheiden. Bei einem Entscheid gegen den Iran könnte der Erdölpreis kurzfristig auf bis zu 80 US-Dollar steigen.

Besonders wichtig für die Rohstoffmärkte sind aber auch die neuen Sanktionen gegen Russland, einem der wichtigsten globalen Rohstoffproduzenten. Dabei sind die wichtigsten Rohstoffunternehmen in der Hand von Oligarchen, welche Präsident Putin nahestehen. Genau jene Freunde Putins wurden nun von den Vereinigten Staaten unter Sanktionen gestellt, und mit ihnen oft auch die dazugehörigen Rohstofffirmen.

Aluminiumgigant «Rusal»

Als prominentestes Beispiel gilt der russische Aluminiumhersteller Rusal von Oleg Deripaska. Der russische Rohstoffgigant sorgt für über 5 Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion. Nun scheint es sehr fraglich, wie Rusal seine Bestände in die westliche Welt exportieren kann. Der Aluminiumpreis reagierte prompt und legte über den vergangenen Monat kräftig zu. Um die russischen Aluminiumexporte zu sichern wird Deripaska um einen Verkauf seiner Rusal-Anteil kaum herumkommen. Des Weiteren rätseln die Experten, ob die USA ihre Sanktionen auf weitere wichtige Rohstoffproduzenten ausdehnen. Bei einige Rohstoffen würde Russland eine noch wichtige Rolle.

Grafik 2: Russlands Anteil am globalen Angebot


Zumindest bis zu den Zwischenwahlen in den USA erwarten wir keine merkliche Abkühlung der geopolitischen Risiken. Entsprechend lohnt sich aus heutige Sicht eine Beimischung von Rohstoffen im Portfolio.

 

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25.01.2020 13:33:58

 

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