Rohöl: USA nehmen Venezuelas Ölsektor ins Visier

Rohöl: USA nehmen Venezuelas Ölsektor ins Visier

Dienstag, 29. Januar 2019Lesezeit: 3 Minuten

Auf den Ölpreisen lasten Konjunktursorgen. Die Teilnehmer am Ölmarkt befürchten, dass die Nachfrage nach Öl deshalb zurückgehen könnte. Die USA wollen den Machtkampf in Venezuela derweil mit neuen Ölsanktionen beenden.

Rohöl: USA nehmen Venezuelas Ölsektor ins Visier

Auf den Ölpreisen lasten Konjunktursorgen. Die Teilnehmer am Ölmarkt befürchten, dass sich der Handelsstreit zwischen China und den USA noch länger hinziehen und die Nachfrage nach Öl deshalb zurückgehen könnte. Auch der Umstand, dass der Streit um den US-Staatshaushalt noch nicht endgültig beigelegt ist, sondern bislang nur eine Zwischenlösung für drei Wochen gefunden wurde, drückt die Notierungen.

Für Belastung sorgten darüber hinaus Daten des Öldienstleisters Baker Hughes, die bereits am vergangenen Freitag veröffentlicht worden waren. Demnach ist die Zahl der aktiven Ölfelder in den USA zuletzt wieder überraschend gestiegen. In nicht allzu ferner Zeit wird erwartet, dass die USA zum Netto-Exporteur von Rohöl werden könnten. Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn aus den genannten Gründen unter die Räder geraten. Ein Barrel der Referenzsorte Brent wurde zeitweise wieder unter der 60 Dollar-Marke gehandelt.

Ein deutlicher Rückgang der Ölpreise ist nach Einschätzung der Commerzbank allerdings nicht zu erwarten. Denn in Venezuela zeichne sich keine schnelle Lösung des Machtkampfes zwischen Präsident Nicolas Maduro und Parlamentspräsident Juan Guaido ab. Die USA haben nun den wichtigen Ölsektor des südamerikanischen Landes ins Visier genommen, um so dem Machtinhaber Maduro seine Haupteinnahmequelle zu nehmen. Die Sanktionen richten sich gegen den staatlichen Ölkonzern PDVSA, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin am Montag ankündigte. Öl aus Venezuela dürfe zwar unter dem Sanktionsregime weiterhin eingekauft werden, die Zahlungen müssten jedoch auf Sperrkonten fliessen. Da Venezuela auf den weltweit grössten Ölreserven sitzt, dürften solche Strafmassnahmen die Ölpreise tendenziell stützen.

Gold: Hoch hinaus oder erneuter Dämpfer?

Erstmals seit Juni 2018 hat der Goldpreis vergangenen Freitag wieder den Sprung über die Marke von 1'300 US-Dollar je Feinunze geschafft und das Niveau zu Wochenbeginn verteidigt. Auftrieb erhielt das Edelmetall von fallenden Anleiherenditen und dem wieder etwas schwächeren US-Dollar. Ein günstiger Greenback und niedrige Zinsen sind üblicherweise Gründe, warum sich Investoren Gold als Anlageoption zuwenden.

Auch geopolitische Krisenherde sowie konjunkturelle Unsicherheiten, die Gold tendenziell interessant machen und die Nachfrage steigen lassen könnten, gibt es nach wie vor zahlreiche. Neben dem Handelskonflikt zwischen China und den USA herrschen am Markt weiterhin Sorgen vor einer anhaltenden Wachstumsschwäche. Nach zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF) besorgt über den Zustand der Wertwirtschaft gezeigt.

Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Wird der Goldpreis weiter steigen, oder geht dem Edelmetall an der psychologisch wichtigen Marke von 1'300 Dollar je Unze die Kraft aus? „Nach mehrmonatiger Konsolidierung bei 1'200 Dollar je Unze hat Gold einen neuen Positivtrend eingeschlagen, heisst es in einer aktuellen Einschätzung von Joe Foster, Portfolio Manager beim Investmenthaus VanEck. Das Edelmetall profitiere dabei von starken Zuflüssen bei goldbasierten Exchange Traded Products , so Foster.

Wie die Aussichten für das Edelmetall in diesem Jahr sind, hat auch der World Gold Council (WGC) untersucht. 2019 könnte ein gutes Jahr für Gold werden, schrieb der WGC in seinem Ausblick. Der Lobbyverband geht davon aus, dass 2019 ein Jahr sein wird, an dem es an den Märkten wieder zu viel Unsicherheiten kommen wird. Die Volatilität werde in diesem Jahr steigen, die Bewertung von Aktien hoch bleiben. «Gerade wenn die Kurse ständig schwanken, der Einstiegspreis teuer und die Entwicklung von anderen Assetklassen unsicher ist, greifen Anleger vermehrt zu Gold».

Aluminium: Kaum Spielraum für steigende Notierungen

US-Präsident Donald Trump hat die Sanktionen gegen den russischen Aluminiumgiganten Rusal und dessen Mutterkonzern En+ aufgehoben. Rusal ist der grösste Aluminiumproduzent der Welt ausserhalb Chinas. Auch Strafmassnahmen gegen andere Firmen, die in einer Verbindung zu dem Oligarchen Oleg Deripaska stehen, wurden aufgehoben, wie das US-Finanzministerium mitteilte. An der London Metal Exchange (LME) gaben die Preise für Aluminium zu Wochenbeginn um bis zu 1.4 Prozent nach.

Die US-Regierung hatte im April 2018 Strafmassnahmen gegen Deripaska sowie Rusal und andere Unternehmen verhängt, an denen der russische Milliardär Beteiligungen hält. Ihm werden enge Beziehungen zum Kreml nachgesagt. Als die Sanktionen seinerzeit verhängt worden waren, hatte das signifikante Auswirkungen auf die Aluminiumpreise. So stiegen die Notierungen zeitweise auf ein Sieben-Jahreshoch. «Mit der Aufhebung der US-Sanktionen gegen den grössten russischen Aluminiumproduzenten hat sich viel Unsicherheit aufgelöst, die lange Zeit auf dem Markt gelastet und zeitweise zu Preisverwerfungen geführt hatte», kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank.

Die aktuellen Daten des International Aluminium Institute zeigen, dass der Aluminiummarkt bereits jetzt ausreichend versorgt ist. Demnach ist die globale Aluminiumproduktion im letzten Jahr auf ein Rekordhoch von 64.3 Mio. Tonnen gestiegen. «Der ohnehin schon gut versorgte Markt sollte nun noch besser versorgt sein», schreiben die Frankfurter Experten weiter. «Wir sehen daher wenig Spielraum für steigende Aluminiumpreise, zumal es auch Risiken bezüglich der Nachfrage gibt».

Rechtlicher Hinweis

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17.06.2019 11:39:12

 

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