Reverse Convertibles mit tiefem Ausübungspreis

Reverse Convertibles mit tiefem Ausübungspreis

Montag, 31. Januar 2022Lesezeit: 3 Minuten

In Zeiten turbulenter Märkte, in denen der Trend nicht klar in nur eine Richtung zu zeigen scheint, spielen Anlageprodukte wie Reverse Convertibles ihre Stärken aus. Aufgrund des tiefen Ausübungspreises kann in seitwärts tendierenden oder moderat fallenden Marktphasen eine Renditeoptimierung erzielt werden. Für Anleger: innen, die ein solches Marktumfeld erwarten, könnte es sich daher um eine interessante Renditequelle handeln bei gleichzeitig reduziertem Risiko verglichen mit einem Direktinvestment in Aktien.

Risikoreiche Direktanlagen in volatilen Märkten

Anleger: innen blicken gespannt auf die US-Amerikanische Notenbank FED, die nun die ersten Schritte in Richtung einer Erhöhung der Leitzinsen unternommen hat. Der Notenbankchef Jerome Powell kündigte an seiner Medienmittelung an, dass die FED die Leitzinsen voraussichtlich an der nächsten offiziellen Sitzung im März erhöhen werden, um der gestiegenen Inflation Einhalt zu gebieten. Auch wenn die effektive Höhe des Zinsschrittes bis dato unklar bleibt, bleiben die Erwartungen der Marktteilnehmer: innen für die kommenden Monate angespannt. Eine Abkehr von der jahrelangen Negativzinspolitik und ein damit verbundenes Ende der Wertpapierkäufe, die den Markt bisher mit überschwänglicher Liquidität versorgt haben, zeichnet sich schon jetzt ab. Die gestiegene Unsicherheit wirkt sich bereits auf die Anleiherenditen aus. So sind beispielsweise die Renditen zehnjähriger Schweizer Bundesanleihen im letzten Monat aus dem negativen Bereich angezogen und pendeln im Moment um den Nullpunkt, wenn auch nunmehr im leicht positiven Bereich. Der Konsens vieler Anleger: innen im aktuellen Umfeld sind Renditeoptimierungsprodukte aber mit reduziertem Risiko. 

Die Anlageklasse Aktien überzeugte lange Zeit mit überdurchschnittlich guter Wertentwicklung. Doch die Zeiten, in denen steigende Aktienkurse vieler Firmen einen Rekordwert nach dem anderen erreichen, könnten in diesem Jahr ein jähes Ende finden. Die durch die FED forcierten steigenden Zinsen sowie die deutlich herunterfahrende Liquiditätszufuhr in Form von Anleihekäufen erhöhen den Druck auf Aktien sowie weitere Anlageklassen. Das könnte möglicherweise dazu führen, dass das weitere Aufwärtspotenzial risikoreicher Anlageklassen zunächst begrenzt ist. Kursrückschläge, wie wir diese bereits bei gewissen Sektoren oder Einzelaktien gesehen haben, könnten auch weiterhin drohen. Aus diesem Grund fragen sich viele, ob die Renditechancen noch in einem ausgewogenen Verhältnis zu den eingegangenen Risiken stehen. Was können Anleger: innen also tun, die das volle Risiko verbunden mit einem Direktinvestment in Aktien momentan nicht eingehen wollen, aber dennoch eine positive Rendite erwirtschaften möchten?

Tiefer Ausübungspreis – klar im Vorteil bei einer Aktienlieferung

Anlageinstrumente wie Reverse Convertibles mit einem tiefen Ausübungspreis bieten attraktive Renditequellen für Anleger: innen mit einer reduzierten Risikobereitschaft. So ermöglichen sie es zum Beispiel, von den Renditechancen eines Aktieninvestments zu profitieren aber gleichzeitig auch das damit verbundene Risiko zu reduzieren. Für eher konservative Anleger: innen könnten sich Reverse Convertibles eignen, deren Basiswertkörbe aus sehr defensiven Aktien mit einer geringen Volatilität bestehen. Über die Höhe des Ausübungspreises kann die Ausprägung des defensiven Charakters des Produkts noch weiter vertieft werden. Für das reduzierte Aktienrisiko nehmen Anleger: innen die dem Produkt zugrundeliegende Maximalrendite in Höhe des Coupons bewusst in Kauf. Sollten die Aktienkurse dennoch über die Couponhöhe hinaus ansteigen, partizipieren Investoren an diesem Wertzuwachs nicht mit. Eine Direktanlage wäre in so einem Fall vorteilhafter gewesen. Im Gegenzug für die Maximalrendite gibt es allerdings einen Sicherheitspuffer in Form des tiefen Ausübungspreises. Sollten die Kurse der zugrundeliegenden Basiswerte am Laufzeitende den Ausübungspreis berührt oder unterschritten haben, kann ein allfälliger Verlust mit einem Reverse Convertible dennoch deutlich geringer ausfallen als bei einem Direktinvestition in die schwächste, zugrundeliegende Aktie. [FB2] Der Grund dafür ist, dass Anleger: innen in diesem Fall zwar die physische Lieferung des Titels in ihr Depot erhalten, doch zu einem reduzierten Einstandspreis verglichen mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Anfangsfixierung.

Funktionsweise eines Reverse Convertibles

Den Coupon von einem Reverse Convertible erhalten Anleger: innen unabhängig von der Kursentwicklung der Basiswerte ausbezahlt. Im Gegensatz zu einem Barrier Reverse Convertible kommt bei einem Reverse Convertible keine Barriere zum Einsatz, sondern ein tiefer Ausübungspreis. Die Besonderheit des tiefen Ausübungspreises zeigt sich am Verfallstag, sofern es zu einer Aktienlieferung kommen sollte. Schliesst per Verfall mindestens eine Aktie auf oder unterhalb ihres Ausübungspreises, werden Anleger: innen die Aktie nicht zu 100% (bezogen auf den Spot Referenzpreises zum Zeitpunkt der Anfangsfixierung) ins Depot geliefert, sondern zu dem Niveau des tiefen Ausübungspreises. Ein Verlust tritt somit also erst dann ein, wenn der Kursverlust des schlechtesten Titels bei Schlussfixierung die Summe aus bezahlten Coupons sowie der Differenz zwischen dem Kurs bei Anfangsfixierung und dem Ausübungspreis übersteigt. Im Vergleich zur Direktanlage ist der Reverse Convertible also mit einem reduzierteren Verlustrisiko in Bezug auf die zugrundeliegenden Aktien ausgestattet. Aus diesem Grund könnte die Struktur vor allem für Anleger: innen interessant sein, die im aktuellen Umfeld das Risiko reduzieren möchten.

29.11.2022 12:23:52

 

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