Pharmakonzern Bayer verliert nach Monsanto-Urteil 10 Mrd. Euro an Börsenwert

Pharmakonzern Bayer verliert nach Monsanto-Urteil 10 Mrd. Euro an Börsenwert

Donnerstag, 16. August 2018Lesezeit: 3 Minuten

Das Schadensersatzurteil gegen Monsanto hat dem neuen Eigentümer Bayer einen massiven Einbruch an der Börse beschert. Investoren sind verunsichert, wie teuer der Streit um Glyphosat werden könnte.

Das Urteil fiel überraschend scharf aus: Umgerechnet ca. 250 Mio. Euro Schadensersatz soll Bayer-Tochter Monsanto an einen Hausmeister zahlen. Dieser macht den regelmässigen Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich und hatte geklagt. So hoch die Summe zunächst erscheinen mag, im Vergleich zu ihrem Effekt auf die Bewertung des Bayer-Konzerns wirkt sie sich eher gering aus: Rund 10 Mrd. Euro an Börsenwert büsste das Leverkusener Unternehmen am Montag in Reaktion auf das Urteil ein. Am 7. Juni 2018 hatte Bayer Monsanto für umgerechnet ca. 54 Mrd. Euro übernommen und ist mit dem Deal zum global führenden Agrochemiekonzern aufgestiegen.

Experten sehen jedoch mögliche Rechts- und Reputationsrisiken als die grössten Herausforderungen für Bayer an. Das Urteil schürt somit die Sorgen, das sich Bayer mit Monsanto eine grosse und teure Klagewelle in den USA eingekauft hat. Denn gemäss der letzten Veröffentlichung von Monsanto bestanden bis Ende Februar 2018 bereits 5200 Klagen, die im Zusammenhang mit Glyphosat standen. Es ist anzunehmen, dass die Zahl seither weiter gewachsen ist. Die Rückstellungen des US-Konzerns für Prozesse und Rechtsstreitfälle lagen zuletzt nur bei 254 Mio. US-Dollar. Die meisten Analysten und Anleger hatten offensichtlich im Vorfeld mit einer Entscheidung zugunsten von Bayer gerechnet. Dementsprechend überrascht zeigten sie sich von der Heftigkeit der Börsenreaktion.


Analysten betrachten Kursverfall als überzogen

Schadensersatzprozesse in den USA sind grundsätzlich schwer einzuschätzen. Jedoch zeigte sich vor allem in der Pharmabranche, dass die Unternehmen viele dieser Klagewellen, auch im Falle von negativen Urteilen, relativ gut abwehren können. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen bewerten auch Analysten den Kursverfall als übertrieben. So verweist Markus Mayer von der Baader Bank darauf, dass die Unbedenklichkeit des Produkts bereits durch zahlreiche, auch jüngere Studien abgesichert sei. Ulrich Huwald vom Bankhaus Warburg sieht insbesondere die Unsicherheit über die möglichen Gesamtkosten aus dem Glyphosat-Verfahren als Hauptbelastungsfaktor für das Papier von Bayer.

Bei Bayer haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Schwachstellen und Problemen akkumuliert. Dazu gehörten beispielsweise Probleme im US-Geschäft mit freiverkäuflichen Arzneien (Consumer Health). In der heimischen Pharmaproduktion muss Bayer unterdessen mit einem Millionenaufwand einige Qualitätsmängel beseitigen, die die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bemängelte.

Für Monsanto ist das Gylphosat-Geschäft bisher ein wichtiger Umsatzträger. Die Pflanzenschutzsparte, die überwiegend auf Glyphosat entfällt, generierte im vergangenen Jahr 3.7 Mrd. US-Dollar Umsatz und einen Betriebsgewinn von 353 Mio. US-Dollar. Das Kerngeschäftsfeld des US-Konzerns besteht aus Saatgut. Insbesondere genmodifizierte Mais- und Sojasorten, die Glyhposat resistent sind, haben den Aufstieg des Konzerns begründet.

Bonuszertifikat? Oder doch eher ein Barrier Reverse Convertible?

Sind Sie als Anleger der Ansicht, dass der Kurseinbruch von Bayer als übertrieben zu werten ist? Damit Sie entsprechend dieser Markterwartung investieren können, befinden Sich derzeit zwei Produkte in Zeichnung:

Das Bonus-Zertifikat kann für Anleger, welche von einem positiven Kursverlauf ausgehen und trotzdem einen Sicherheitspuffer wünschen, eine interessante Anlagelösung darstellen. Der Capped Defender VONCERT auf Bayer AG zeichnet sich durch eine nahezu 1:1 Partizipation am Basiswert aus, die durch einen Cap von 150% nach oben begrenzt ist. Bei Seitwärtsphasen kommt es zur Mindestrückzahlung in Höhe des festgelegten Bonus-Levels. Die Barriere befindet sich bei 75% des Spot Referenzpreises. Da die Barriere unterhalb des anfänglichen Kurslevels liegt, wirkt sie wie ein Sicherheitspuffer, der vor einem leicht bis moderat fallenden Kurs des Basiswertes schützt. Wird die Barriere während der Laufzeit mindestens einmal berührt oder durchbrochen, nimmt der Anleger 1:1 an der Entwicklung des Basiswertes teil. Im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko.

Barriere Reverse Convertibles (BRCs) können vor allem für sicherheitsorientierte Anleger, welche von seitwärts tendierendem Kursverlauf ausgehen und Kursrückschläge bis zur Barriere nicht ausschliessen, eine interessante Alternative darstellen. Der Defender VONTI auf Bayer AG bietet neben einer Barriere von 75% einen Coupon von 4.25%. Tritt während der Laufzeit ein Barrierenereignis ein, sind Investoren dem Basiswert mit der schlechtesten Kursentwicklung ausgesetzt. Im ungünstigsten Fall erhält der Anleger die stark an Wert eingebüsste Aktie in sein Depot sowie die festgelegte Couponzahlung – was im Extremfall ein Totalverlust bedeuten kann. Ausserdem ist der Anleger dem Emittentenrisiko ausgesetzt.

 

 

Grafik: Vontobel

 

Die Aktie im Überblick

Die Bayer Aktie wird aktuell bei EUR 83,84 (14.08.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 118,04 (16.10.2017), das Jahrestief bei EUR 80,37 (13.08.2018). Bei Bloomberg setzen 18 Analysten die Aktie auf Kaufen, 12 auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 113,05.

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

26.03.2019 03:55:08

 

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