OPEC beschliesst Verlängerung des Produktionslimits

OPEC beschliesst Verlängerung des Produktionslimits

Dienstag, 5. Dezember 2017Lesezeit: 3 Minuten

Das Bündnis aus OPEC und weiteren Nicht-OPEC-Ländern beschloss am vergangenen Donnerstag in Wien eine Verlängerung des seit Jahresbeginn geltenden Produktionslimits. Gold hat die Freitagsgewinne nicht halten können und ist zu Wochenbeginn im Zuge steigender Risikofreude an den Finanzmärkten abgerutscht.

Rohöl: Ölstaaten-Allianz verlängert Förderbremse

Das Bündnis aus OPEC und weiteren Nicht-OPEC-Ländern beschloss am vergangenen Donnerstag in Wien eine Verlängerung des seit Jahresbeginn geltenden Produktionslimits. Auf dem Juni-Meeting 2018 soll die Vereinbarung einer Neubewertung unterzogen werden. Die Vereinbarung hat am Ölmarkt zu Aufatmen geführt und die Preise überraschend weiter steigen lassen. „Im Gegensatz zur letzten OPEC-Sitzung vor sechs Monaten ist diesmal eine Preiskorrektur ausgeblieben“, kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank.

Das neue Abkommen sieht nun vor, die Rohölproduktion um 1.8 Mio. Barrel pro Tag zu drosseln. Davon übernimmt die OPEC einen Anteil von 1.2 Mio. Barrel pro Tag, der restliche Teil wird durch die weiteren beteiligten Ölproduzenten insbesondere Russland gestellt. Die OPEC deckelt damit ihr Produktionslevel wie gehabt auf 32.5 Mio. Barrel pro Tag. Insgesamt werden pro Tag auf der Welt etwa 95 Mio. Barrel Rohöl nachgefragt.

Grund für die Ausdehnung ist, dass das Ziel der Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände noch nicht in ausreichendem Masse erreicht worden ist. OPEC-Generalsekretär Mohammad Barkindo hatte erst kürzlich eingestehen müssen, dass die globalen Rohölbestände noch immer 140 Mio. Barrel über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen.

Gegen weitere steigende Preise sprechen, aus Sicht der Commerzbank, Nachrichten aus den USA. Dort steige die Bohraktivität weiter an. Nach Angaben von Baker Hughes habe sich die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der letzten Woche um zwei erhöht, was dem dritten Wochenanstieg in den letzten vier Wochen entspreche. Die wöchentliche US-Rohölproduktion liege bereits auf einem Rekordniveau.

 

Gold: Steigende Risikofreude der Marktteilnehmer belastet

Gold hat die Freitagsgewinne nicht halten können und ist zu Wochenbeginn im Zuge steigender Risikofreude an den Finanzmärkten abgerutscht. In der Nacht zum Samstag hatte der US-Senat ein Steuergesetz beschlossen, das umfangreiche Steuersenkungen vorsieht. Da das Repräsentantenhaus zuvor eine eigene Vorlage verabschiedet hatte, müssen beide Entwürfe noch abgeglichen werden. Die Republikaner sind jedoch zuversichtlich, dass Trump das Gesetz noch vor Weihnachten unterzeichnen kann. „Der Risikoappetit der Marktteilnehmer ist wieder zurückgekehrt und der Goldpreis entsprechend gefallen“, erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank den Rückgang der Edelmetall-Notierungen.

Die spekulativen Finanzinvestoren hielten dem Edelmetall bis zuletzt noch die Treue. In der Woche zum 28. November weiteten diese ihre Netto-Long-Positionen bei Gold laut CoT-Daten um 15% auf knapp 200.000 Kontrakte aus. Dies ist der höchste Stand seit zweieinhalb Monaten.

Laut einer aktuellen Umfrage des Nachrichtenportals kitco.com rechnen nun Analysten an der Wall Street erstmals seit Ende Oktober wieder mit einem nachgebenden Goldpreis. Der wöchentlichen Online-Erhebung zufolge schätzen die befragten Experten die Kursentwicklung in dieser Woche mehrheitlich bearish ein. In der letzten Woche seien diese noch äusserst bullish eingestellt gewesen. Der weitere Verlauf bleibt dennoch abzuwarten.

 

Aluminium: Aufwärtstrend könnte gebrochen werden

Nach Monaten deutlicher Zuwächse angesichts zeitweilig erhöhter Wachstumserwartungen und mitunter moderaten Angebots traten die Notierungen von Primärmetallen wie Aluminium zuletzt auf der Stelle. Vor allem scheinen sich die Nachfrageperspektiven in China einzutrüben, schreibt Helaba-Analyst Heinrich Peters im aktuellen „Rohstoffreport“.

Grosse Abnehmer von Primärmetallen treten offensichtlich auch angesichts von finanziellen Ungleichgewichten in den Schlüsselsektoren Immobilien, Infrastruktur, Industriesektor konjunkturell etwas auf die Bremse. Auch die Hoffnungen in nachhaltige Produktionskürzungen in den Basisindustrien seien wohl von vielen Marktteilnehmern überschätzt worden.

„Sollten sich die auch durch chinesische Investmentnachfrage getriebenen Preiserwartungen mit spürbar geringerer Nachfragedynamik und unerwartet hohem Angebot in China konfrontiert sehen, dürften die Aluminium-Notierungen ihren bisherigen Aufwärtstrend kaum mehr fortsetzen. Vielmehr könnte er dann unter grossen Schwankungen gebrochen werden“, so Peters.

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25.01.2020 13:42:06

 

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