Onkologie mit Wachstumschancen im Gesundheitswesen

Onkologie mit Wachstumschancen im Gesundheitswesen

Mittwoch, 3. April 2019Lesezeit: 2 Minuten

Krebsmedikamente könnten in den nächsten Jahren auf ein Gesamtmarktvolumen von 200 Mrd. US-Dollar wachsen, wobei die Schweizer Pharma-Giganten Roche und Novartis hierbei hart um Marktanteile kämpfen werden müssen.

Der Markt für die Behandlung von Krebserkrankungen bzw. Tumoren (Onkologie) ist der mit Abstand grösste Teilmarkt innerhalb des Segments der verschreibungspflichtigen Medikamente. Health Care Unternehmen verstärken hierbei ihre Stellung durch erhöhte Forschungsanstrengungen und Übernahmen. Zurzeit kann sich Roche noch als Nummer eins bezeichnen, muss sich aber vor diversen Konkurrenten in Acht nehmen. Bristol-Meyers Squibb (BMS), die aktuelle Nummer zwei im Onkologiemarkt, hat angekündigt, die aktuelle Nummer vier für 74 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen – Experten gehen hierbei von der Entstehung eines neuen Marktführers im Bereich Onkologie aus. Bei Roche laufen zudem wichtige Onkologiepatente in den kommenden Monaten aus, wie z.B. für die Medikamente Avastin und Rituxan. Dies könnte einem neuen Marktführer aus dem Zusammenschluss von Nummer zwei und Nummer vier den Weg zur Spitze ebnen.

Immuntherapien als wichtigster Wachstumsmarkt

In dem wohl am stärksten umkämpften Bereich des Marktes, dem Immuntherapiemarkt, ist Roche ebenfalls in Rückstand geraten. Tecentriq, eines der von Roche angebotenen Immuntherapie-Medikamente, erwies sich nach Expertentests als weniger effizient als angenommen, wodurch mehr Spielraum für das Immuntherapie-Angebot von Merck (Keytruda), BMS (Opdivo) und AstraZeneca entstehen könnte. Analysten wären «nicht überrascht», falls Roche eine Übernahme von bis zu 20 Mrd. US-Dollar tätigen würde, um in diesem Bereich wieder Fuss fassen zu können.

Der Markt für Onkologiepräparate und Immuntherapien wächst weiter stark. Im Jahr 2017 forschten mehr als 700 Unternehmen an mehr als 4'000 Produktindikationen für Anti-Krebs-Substanzen. Diverse Marktanalysefirmen schätzen den weltweiten Umsatz 2017 mit Onkologieprodukten auf 100 bis 110 Mrd. US-Dollar und einem zukünftigen jährlichen Wachstum von 10 bis 13%, wodurch alleine im Jahr 2022 bis zu 200 Mrd. US-Dollar in die verstärkte Entwicklung von Krebsmedikamente fliessen könnten. Zum Vergleich: Die nächst kleineren Medikamentenmärkte, Diabetes- und Anti-Rheuma-Medikamente, verzeichneten im Jahr 2017 einen geschätzten weltweiten Umsatz von rund 46 Mrd. US-Dollar bzw. 56 Mrd. US-Dollar und jährliche Wachstumsprognosen von 3.7% im Falle von Diabetesmedikamenten und 0.2% bei Anti-Rheuma-Medikamenten.

Zukauf bei Novartis?

Novartis gilt im Bereich der Immuntherapien als Vorreiter in der Forschung, wobei noch kein Medikament auf den Markt gebracht wurde. Nun hat sich Novartis auch das Ziel gesetzt, im Bereich Onkologie weiter zu expandieren. In diesem Fall gehen Analysten ausschliesslich von der Möglichkeit einer Akquisition aus, da organisches Wachstum im Onkologiemarkt als äusserst limitiert gilt.

Forschung und Entwicklung zahlen sich aus

Da Immuntherapien bereits Milliardenumsätze und ein hohes Wachstum aufweisen, gelten diese im Bereich Health Care mittlerweile als höchst bedeutend. Im Bereich der Krebszellenabwehr befanden sich Mitte 2018 knapp 300 Moleküle in Endtestphasen. Medikamente in diesem Bereich wurden erstmals 2011 auf den Markt gebracht. Laut Krebszentrum des Universitätsspitals Zürich schlummert bei Krebszellenabwehrmolekülen vor allem im Bereich Haut- und Lungenkrebs viel Potential. Die beiden Schweizer Unternehmen, Roche und Novartis, spielen im Bereich Immuntherapie noch keine grosse Rolle. Novartis hat sich allerdings mit dem Bereich der Nukleartherapie ein starkes zweites Standbein aufbauen können.

 

11.12.2019 13:41:49

 

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