Ölpreise deutlich gestiegen, Goldpreis unter Druck

Ölpreise deutlich gestiegen, Goldpreis unter Druck

Mittwoch, 27. September 2017Lesezeit: 3 Minuten

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Dabei konnte die Nordseesorte Brent noch mehr Boden gutmachen als das US-Pendant WTI. Der Goldpreis näherte sich am Montag wieder Vierwochentief an.

Rohöl: OPEC-Kommentare stützen die Preise

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Dabei konnte die Nordseesorte Brent noch mehr Boden gutmachen als das US-Pendant WTI. Brent-Öl kostete am Montag fast 58 US-Dollar je Barrel. US-Leichtöl kletterte im Preis gemächlicher in Richtung 51 US-Dollar. Die Preisschere zwischen den beiden weltweit wichtigsten Sorten hat sich damit weiter geöffnet.

Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank stützen jüngste Kommentare von OPEC-Vertretern vor allem den Brent-Preis. Am vergangenen Freitag hätten sie sich optimistisch mit Blick auf die weitere Entwicklung der Ölpreise gezeigt. So sehe der Ölminister von Kuwait den Ölmarkt weiterhin in Richtung Marktausgleich, was die OPEC als Rückkehr der Lagerbestände zum Fünf-Jahresdurchschnitt definiere. Demgegenüber schätze die Internationale Energieagentur IEA, dass sich der Ölmarkt im zweiten Halbjahr lediglich „mehr oder weniger ausgeglichen“ präsentiere. Für einen weiteren Abbau der Lagerbestände müsste der Ölmarkt laut den Experten indes ein Defizit aufweisen. Der Optimismus der Marktteilnehmer scheine daher überzogen.

Die Allianz aus OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten hält sich nach eigenen Angaben an die vereinbarte Kürzung der Fördermenge. Im August sei das Kürzungsziel sogar spürbar übertroffen worden, meldete das Kartell Ende vergangener Woche. Ohne Verlängerung der Produktionskürzungen droht dem Ölmarkt im nächsten Jahr laut den Commerzbank-Analysten aber ein erneutes Überangebot.

Deshalb denke die OPEC weiterhin über eine Verlängerung der Produktionskürzungen über März 2018 hinaus nach. Eine Entscheidung darüber solle entweder bei der nächsten OPEC-Sitzung Ende November oder im Januar getroffen werden.

 

Gold: Verkaufsdruck nach Fed-Sitzung

Die Edelmetall-Notierungen haben einen schwachen Wochenstart erwischt. Am Montag näherte sich der Goldpreis bei 1'290 US-Dollar je Feinunze im Tief wieder seinem am 21. September 2017 bei 1'288 US-Dollar je Feinunze erreichten Vierwochentief an.

Vergangene Woche hatte die Sitzung der US-Notenbank die Gold-Notierung belastet. Dabei war abermals die „klassische Beziehung“ zwischen dem US-Dollar-Wechselkurs und dem Goldpreis zu Tage getreten. Ein abwertender Dollar stärkt Gold tendenziell den Rücken - und umgekehrt. In Reaktion auf die Sitzung wertete der US-Dollar deutlich auf und der Preis für das gelbe Metall rutschte parallel ab. Zuvor hatte Gold einen besseren Stand. Die langanhaltende Schwäche des US-Dollar-Aussenwerts ging einher mit einem Anstieg des Goldpreises bis auf ein 13-Monatshoch Anfang September.

Die US-Notenbank hat einen weiteren Schritt hin zur Normalisierung ihrer Geldpolitik unternommen will ab Oktober damit beginnen, ihre als Folge der Finanzkrise aufgeblähte Bilanz abzubauen. Zudem signalisierte die Fed, dass sie die Zinsen in diesem Jahr noch einmal anheben wird. Die aus den Fed Funds-Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Dezember-Zinserhöhung ist von 40% vor Wochenfrist auf über 60% gestiegen. Sollte der Markt weitere Zinsschritte einpreisen, dürfte dies den Goldpreis tendenziell weiter belasten.

 

Aluminium: Preis klettert auf Fünfjahreshoch

Der Aluminiumpreis war in der vergangenen Woche auf ein Fünfjahreshoch bei 2'188 US-Dollar je Tonne gestiegen. Anfang der laufenden Handelswoche gab das Metall wieder etwas nach und handelte rund 30 Dollar unter dem vorherigen Hoch.

Wie das International Aluminium Institute in London bekannt gab, ist die globale Aluminiumproduktion im August um 1.3% im Jahresvergleich auf 4.95 Mio. Tonnen gesunken. Damit liegt die weltweite Produktion erstmals seit einem halben Jahr wieder unter der Marke von fünf Mio. Tonnen. Zurückzuführen sei dies auf die Entwicklung in China, so das Institut. Aufgrund der Kapazitätsbegrenzungen sei die Produktion im Reich der Mitte auf ein Sechsmonatstief zurückgegangen.

Ausserhalb Chinas wurde die Aluminiumproduktion dagegen um 0.4 Prozent erhöht. Trotz des jüngsten Rückgangs dürfte die weltweite Gesamtproduktion des Industriemetalls erstmals in einem Jahr die Marke von 60 Mio. Tonnen überschreiten, konstatierten Experten der Commerzbank. Das weitere Preispotenzial scheint unter diesem Gesichtspunkt begrenzt zu sein.

 

 

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28.05.2020 17:14:36

 

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