Neues Zeitalter für Telekommunikation?

Neues Zeitalter für Telekommunikation?

Mittwoch, 8. November 2017Lesezeit: 4 Minuten

Die Entwicklung des Telekommunikationssektors liess in den letzten Jahren oft zu wünschen übrig. Doch hat sich das Blatt nun gewendet? Immerhin scheint es Anzeichen dafür zu geben. Vielleicht ein guter Moment, um das Portfolio mit einem Multi Defender VONTI auf Aktien dieser Branche potenziell zu bereichern.

Die moderne Telekommunikation in Form der drahtlosen Nachrichtenübertragung fand ihren Ursprung bereits in den 1830er-Jahren, als der erste elektrische Telegraf erfunden wurde. Die Branche erfand sich seit dieser Zeit immer wieder neu. Im Jahr 1876 kam es zur Erfindung des ersten Telefons. Durch dessen kommerziellen Einsatz drei Jahre später war der Grundstein für die moderne Telekommunikationsindustrie gelegt. Nachdem im 20. Jahr­hundert Radio und Fernseher massentauglich geworden waren, hielten endlich auch Com­puter und Internet Einzug in unsere Gesellschaft. Kurz darauf folgte das Mobiltelefon und schlussendlich das Smartphone. Es hat das «klassische Handy» vor wenigen Jahren so gut wie abgelöst und viele unserer Lebenswelten bedeutend verändert.

Es geht nicht mehr nur ums Telefonieren

Die Entwicklung der letzten Jahre macht deutlich: Im Telekommunikationssektor geht es schon lange nicht mehr nur ums Telefonieren. Manche sprechen sogar von einer Evolution der Kommunikation, die sich in vielen Formen zu unterschiedlichsten Zwecken wiederfindet. So nutzen wir Telekommunikation für Onlineshopping oder Bankgeschäfte, zum Streamen von Filmen, für Bestellungen jeglicher Art oder dem Buchen von allen möglichen Services. Die Entwicklung der Telekommunikation ver­ändert dabei nicht nur unsere Gewohnheiten, sondern auch die Hardware – also die Geräte, die wir nutzen. So kommunizieren wir heute sogar über Uhren, sogenannte Smartwatches.

«Ich würde eher einen Monat auf Schokolade verzichten als auf mein Smartphone.»

Umfrage Media Use Index 2017


Das Smartphone, unser treuer Begleiter

Für die meisten sind jedoch Smartphones nach wie vor unersetzlich. Die Tendenz der Nutzerzahl verläuft weiter steigend. Gemäss einer im Juni 2016 publizierten Prognose von eMarketer dürfte es weltweit bis 2020 rund 2.9 Milliarden Nutzer geben. Eine kräftige Steigerung gegenüber 2012, denn da waren es nur etwas mehr als eine Milliarde. Bei einer Studie des Media Use Index (MUI) von 2017, die das Mediennutzungs- und Infor­mationsverhalten in der Deutsch- und Westschweiz analysierte, kam heraus, dass der grösste Teil der eidgenössischen Nutzer eher auf (Schweizer!) Schokolade und viele von ihnen sogar auf ein Auto verzichten würden als auf ihr Smartphone. «Wie lange könnten Sie auf Ihr Smartphone verzichten?» Die Frage nach der Dauer eines möglichen «Smartphone-Entzugs» hat das Meinungs­forschungsinstitut Civey rund 5000 Deutschen gestellt (Stand: 25.08.2017). 16.3% gaben an, sie könnten es gar nicht, und 19.2 % würden es immerhin bis zu einem Tag lang probieren. Dank der fortschreitenden Ausbreitung des Internets der Dinge, des Cloud-Computings und weiterer jüngerer Errungenschaften könnte die Telekommunikationsbranche weiter an Bedeutung gewinnen.

Umsatzentwicklungen variieren geografisch

Trotz des immer weiter steigenden Kommunikations­bedürfnisses hatten es Telekommunikationsunternehmen über längere Phasen hinweg oftmals sehr schwer. Dies zeigte sich auch in der jüngeren Vergangenheit, die von einem wachsenden Konkurrenz- und Innovationsdruck sowie von einem immer härter werdenden Preiswettbewerb geprägt war. In der Folge wurden auch die Gewinnaussichten vieler Unternehmen erheblich beeinträchtigt. Die Aktienkurse reagierten oftmals empfindlich; sie waren von Kursschwankungen und grösseren Verlusten gezeichnet. Zwar schwächelt zum Beispiel der EU-Telekommunikationsmarkt immer noch, dennoch werde er laut dem ICT Market Report 2017/18 von EITO/IDC im Jahr 2017 voraussichtlich insgesamt um 1.8% wachsen. In puncto Wachstum gibt es innerhalb des EU-Marktes allerdings deutliche Unterschiede: In Frankreich und Deutschland werde die Industrie zwischen 2016 und 2017 ein negatives Umsatzwachstum aufweisen. Ein positives Umfeld prognostiziert die Studie hingegen für das Vereinigte Königreich, Spanien sowie Italien. Ein Fazit für interessierte Anleger: Es kommt stark auf die Auswahl entsprechender Titel an.


Was für einen Aufwind sprechen könnte

In globaler Hinsicht lieferte der Sektor laut dem Asset Allocation Update (03.08.2017) des Vontobel Asset Managements im zweiten Quartal 2017 wieder deutlich erfreulichere Geschäftsergebnisse. Sie fielen sogar besser aus als erwartet. Dies könnte Aktienkurse bestimmter Unternehmen des Sektors beflügeln und den Experten zufolge aus folgenden Gründen für ein interessantes Investment sprechen: Sowohl Investitionen wie auch Kosten scheinen kontrollierbarer geworden sein. Zudem wirken sich die gegenwärtig niedrigen Zinsen positiv auf den als mittlerweile defensiv geltenden Sektor aus. Viele Telekommunikationsunternehmen seien zwar immer noch hoch verschuldet, doch falle nun die Belastung daraus im Vergleich zu vorher aufgrund des tiefen Zinsniveaus kleiner aus. Telekommunikationsaktien weisen in der Regel hohe Dividendenrenditen (durchschnittlich derzeit 4.2 %; Quelle: Bloomberg, Oktober 2017) auf. Im Vergleich zu Anleiherenditen erscheinen Telekommunikationsaktien damit deutlich attraktiver – wenn auch risikoreicher.

Das Anlageportfolio diversifizieren. Und bereichern?

Gemäss den Vontobel-Analysten sind die Titel jedoch vergleichsweise günstig bewertet. Wachstumsperspektiven für die Branche speisen sich in erster Linie aus neuen Produkten und Serviceangeboten sowie aus diversen Akquisitions- und Fusionsszenarien. In den letzten Jahren wurden Investitionen in Telekommunikationsaktien wegen negativer Kursentwicklungen vielfach gemieden. Werden die Titel nun einen Aufwärtstrend erleben? In die Zukunft kann man nicht blicken. Doch könnte man durch Einbindung der wenig zyklischen Telekommunikations­aktien sein Portfolio auch diversifizieren und gegebenenfalls bereichern. Wer sich jedoch nicht auf kräftige Kursgewinne der Direktanlage in Telekommunikationsaktien verlassen möchte, muss nicht auf eine potenziell weitergehende Dynamik des Sektors verzichten.

Defensiver als eine Direktanlage

Ein aktueller Multi Defender VONTI (Barrier Reverse Convertible, kurz: BRC) auf ausgewählte Telekommunikationsaktien könnte eine Lösung für jene Investoren sein, die während der Produktlaufzeit mit einer Seitwärts- oder nur leichten Aufwärtsbewegung rechnen und mögliche Kursrückschläge nicht ausschliessen wollen. Doch auch für Anleger, die bei Telekommunikationsaktien bereits von einer Bodenbildung ausgehen, dürfte sich ein Blick auf diesen BRC lohnen. Denn mittels seines garantierten Coupons bietet die im Vergleich zur Direktanlage defen­siver ausgestaltete Struktur zurzeit interessante Renditeaussichten, die vielleicht schon das gesetzte Renditeziel erfüllen. Weshalb ist er defensiver ausgerichtet als die zugrunde liegenden Aktien? Weil eine Barriere bis zu einem gewissen Grad vor möglichen Kursrückschlägen schützt. Zu beachten ist dennoch, dass Anleger im Falle eines Barrierenereignisses dem Verlust des schwächsten Basiswertes ausgesetzt sind. Zudem sind die Renditeaussichten auf die Höhe des garantierten Coupons begrenzt. Im Falle starker Kurssteigerungen würde daher die Direktanlage besser rentieren.

 

21.10.2020 04:00:57

 

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