Neue Strategie für ThyssenKrupp

Neue Strategie für ThyssenKrupp

Mittwoch, 28. August 2019Lesezeit: 2 Minuten

Aktuell ist der Stahlkonzern aus dem Ruhrgebiet dabei, sich radikal neu auszurichten. Nach der an der Entscheidung der Regulierer gescheiterten Fusion mit Tata Steel rücken für den Vorstandschef Guido Kerkhoff neue Ziele in den Fokus. Das Stahlgeschäft soll wieder ins Zentrum des (noch) Konglomerats rücken.

Zur Stärkung des Konzerns finden wohl bereits Fusionsgespräche mit Klöckner & Co. statt, wie das Handelsblatt vergangene Woche mit Berufung auf Insider berichtete. Diese Information wurde an der Börse positiv aufgenommen und verhalf den Aktien beider Unternehmen zu Kursgewinnen. Analysten äusserten sich ebenfalls positiv, so zum Beispiel Sven Diermeier von Independent Research: «Beide Unternehmen müssen Kosten senken. Hier schafft ein Verbund unseres Erachtens Vorteile».

Klöckner & Co.

Die Duisburger Klöckner & Co. ist einer der grössten Stahl- und Metallhändler in Europa und Nordamerika. Das Kerngeschäft ist der Verkauf von Stahl und Nichteisenmetallen. Mit seinem Distributionsnetz ist der Konzern an 160 Standorten in 13 Ländern vertreten und bedient über 100'000 Kunden. Der Konzern fungiert als Bindeglied zwischen Stahlerzeugern und Verbrauchern. Neben Lagerhaltung, Anarbeitung und Logistik werden auch Vorprodukte für verschiedene Industrien erzeugt.

Nachdem der Konzern lange eine expansive Akquisitionsstrategie verfolgte, legte man sich in den letzten Jahren ein umfassendes Restrukturierungsprogramm auf, in dessen Rahmen Standorte geschlossen und Stellen abgebaut wurden. Dieses Jahr wird man sich noch von einer Aussenstelle in Grossbritannien trennen, was zu erwarteten Sondereinnahmen von 30 Mio. Euro führen soll. Nun sieht man sich gestärkt für Herausforderungen wie Nachfragerückgänge oder auch Strafzölle.

ThyssenKrupp

Bis zuletzt war es das Ziel, Thyssenkrupp zum «Technologiekonzern» umzubauen, mit Fokus auf den Anlagenbau. Nun steht ein Verkauf oder Börsengang der Aufzugssparte zur Debatte. Das Management bevorzugt, letztere Option als Mittel zur Kapitalbeschaffung für einen Zusammenschluss mit z.B. Klöckner offenzuhalten. Eine erfolgreiche Fusion mit Klöckner würde ThyssenKrupps Werkstoffhandel Sparte zum umsatzstärksten Anbieter in Europa und Nordamerika erheben.

Ausstehend für eine etwaige Fusion ist noch die Zustimmung mehrerer Grossaktionäre, wie zum Beispiel der Krupp-Stiftung oder dem schwedischen Fonds Cevian bei Thyssen Krupp, sowie die des Unternehmers Friedhelm Loh, welcher zwischen 25 und 30 % der Anteile an Klöckner hält. Weiterhin könnten die Wettbewerbshüter Kerkhoff einen Strich durch die Rechnung machen. Zwischenzeitlich kamen auch Gerüchte über (Fusions-) Gespräche mit Salzgitter auf, diese wurden allerdings inzwischen dementiert.

Die aktuell niedrigen Bewertungen im Stahlsektor könnten eine Einstiegsgelegenheit bieten, wenn man nicht mit weiter steigenden Zöllen bzw. mit einer angemesseneren Bewertung des Stahlsektors rechnet. Ein mittelfristiges Kursrisiko stellen steigende Preise für CO2-Zertifikate, dar. Kohlenstoffdioxid fällt bei der Stahlproduktion als Beiprodukt an; zwar arbeiten die Konzerne bereits an alternativen Herstellungsmethoden, diese bieten jedoch meist keinen direkten wirtschaftlichen Mehrwert gegenüber den Herstellern in den USA oder Asien. Weiterhin überprüft die Börse die Zusammensetzung des DAX und die ThyssenKrupp AG könnte hier durch MTU Aero Engine oder die Deutsche Wohnen ersetzt werden.

 

13.12.2019 10:02:16

 

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