Nachfrage nach Erdöl führt zu Mehrjahreshoch

Nachfrage nach Erdöl führt zu Mehrjahreshoch

Donnerstag, 21. Oktober 2021Lesezeit: 3 Minuten

Nach dem turbulenten Jahr 2020 ist die Nachfrage nach Öl seit Beginn dieses Jahres (2021) wieder angezogen. Ende September kletterte der Ölpreis erstmals seit 2018 wieder über die 80 US-Dollar Marke. Aufgrund der Wiedereröffnung der Wirtschaft steigt in vielen Ländern die Nachfrage nach dem schwarzen Gold. Für interessierte Anleger bietet der Vontobel Oil-Strategy Index eine interessante Anlagemöglichkeit.

Aufgrund des Nachfrageschocks aufgrund der Covid-19 Einschränkungen und des darauffolgenden weltweiten wirtschaftlichen Stillstandes erreichte der Ölpreis im Jahr 2020 einen historischen Tiefpunkt. Die US Öl-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte zeitweise sogar im negativen Bereich. Die turbulente Entwicklung des Ölpreises wirkte sich auch auf das Geschäft der Mineralölkonzerne aus. Beispielsweise verbuchten die amerikanischen Öl-Konzerne Chevron und Exxon jeweils einen Verlust von 5.5 Milliarden und 22.4 Milliarden US-Dollar. Für europäische Unternehmen können für das vergangene Jahr ähnliche Beobachtungen gemacht werden.

Ölpreis mit Erholung

Nach dem turbulenten Jahr 2020 konnten sich die Ölpreise im laufenden Jahr erholen. Die Preise der Öl-Sorten WTI aus den USA und Brent aus der Nordsee sind 2021 sogar auf Mehrjahreshochs angestiegen. Seit Anfang des Jahres haben die Preise der Sorte WTI von einem niedrigen Niveau um rund 72% zugelegt und diejenigen von Brent um rund 66% (Stand 19.10.2021).

Es können mehrere Gründe aufgeführt werden, weshalb die Ölpreise im zweiten Jahr der Pandemie angestiegen sind. Zum einen ist eine wirtschaftliche Erholung eingetreten, zudem führt die Erdgasknappheit zu einer erhöhten Nachfrage nach anderen Energiequellen. Die schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft wurde durch die Zulassung der ersten Impfstoffe angetrieben. Infolgedessen konnten allmählich die geltenden Einschränkungen aufgehoben und so die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen erhöht werden, was wiederum die Industrieproduktion anziehen lässt.

Des Weiteren spielt auch der Förderplan der Erdölländer eine bedeutende Rolle. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec+-Mitgliedsstaaten) stand vor der Entscheidung, die Fördermenge zu erhöhen und somit den Preis zu drücken oder die Fördermenge nicht zu ändern und somit auf ähnlichem Niveau weiter Einnahmen zu generieren. Die Opec+ beschloss, dass der aktuelle Förderplan beibehalten werde, was den Ölpreis weiter anstiegen liess.

Anfang Oktober liess das US-Energieministerium verlauten, dass die Biden Regierung erwäge, strategische Vorräte des Landes anzuzapfen, um die Kraftstoffpreise zu entlasten. Kurze Zeit später bestätigte das Ministerium, dass aktuell keine Pläne für den Einsatz der strategischen Vorräte bestünden.

Neben diesen Faktoren spielt auch die aktuelle Entwicklung der Energiepreise eine Rolle. Ein langer Winter in Europa und Asien sowie der wirtschaftliche Aufschwung führten zu einer erhöhten Energie- Nachfrage. Dies hat die Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl und Kohle für den Betrieb von Kraftwerken erhöht.

Inflation – Thema in aller Munde

Das Thema Inflation nimmt 2021 eine erhöhte Präsenz in der weltweiten Berichterstattung ein. Der Anstieg der Verbraucherpreise in der letzten Zeit weist auf eine allgemeine Teuerung von Gütern und Dienstleistungen hin. Dabei wird besonders ein Auge auf die Entscheidungen der Zentralbanken geworfen. Die US-Zentralbank «Fed» bekräftigt die Ansicht, dass die zu beobachtende Inflation nur vorübergehender und nicht permanenter Natur sei. Steigende Energiepreise lassen dennoch Sorgen aufkommen, dass die momentan erfasste Inflation nicht nur vorübergehender Natur ist.

Wie viele andere Länder veröffentlicht das Statistikbüro der USA jeden Monat Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI). Aufgrund der Grösse der US-Volkswirtschaft wird diesen Daten von der restlichen Welt Beachtung geschenkt. Diese Daten zeigen die Preisveränderung zum Vormonat und über ein Jahr für verschiedene Güter und Dienstleistungen. In den letzten 12 Monaten bis September 2021 sind die Verbraucherpreise um 5.4% gestiegen. Die Bereiche, die am meisten zu diesem Anstieg beigetragen haben, sind Gebrauchtwagen (+24.4%) und Energie (+24.8%). Im Energiebereich trugen besonders die Rohstoffpreise mit einer Zunahme von 41.7% zum Anstieg bei. (U.S. Bureau of Labor Statistics, Oktober 2021)

Anlagemöglichkeiten

Um an der Wertentwicklung des Rohstoffs Öl zu partizipieren, gibt es generell zwei Möglichkeiten. Einerseits kann ein Anleger in Aktien einer oder mehrerer Erdölunternehmen investieren, andererseits bieten Öl-Futures-Kontrakte einen direkten Zugang zu Erdöl. Der Vontobel Oil-Strategy Index kombiniert beide Anlagemöglichkeiten. Abhängig von der Form der Kurve des Öl-Futures bildet der Oil-Strategy Index entweder eine Investition in Aktien oder in Öl-Futures ab.

Die Kurve des Öl-Futures kann die Form «Backwardation» oder «Contango» einnehmen. In einer Backwardation-Situation liegt der Kurs der Öl-Futures mit längerer Laufzeit auf einem niedrigeren Niveau als der Kurs der Futures mit kürzerer Laufzeit. In dieser Situation ist der Index in den entsprechenden Öl-Futures investiert, um mögliche «Rollgewinne» zu realisieren. In einem Contango-Szenario investiert der Index in Erdölaktien, um den Nachteil möglicher «Rollverluste» zu minimieren. Rollverluste können in einer Contango-Situation entstehen, wenn auslaufende Kontrakte gegen solche mit längerer Laufzeit und höheren Preisen ausgetauscht werden. Der Vontobel Oil-Strategy Index passt sich sowohl in Phasen von Contango als auch Backwardation den jeweiligen Marktverhältnissen an mit dem Ziel, Rollverluste zu vermeiden bzw. Rollgewinne zu realisieren. Aufgrund der verschiedenen Marktfaktoren und daraus resultierenden möglichen Konstellationen im Ölmarkt besteht allerdings keine Garantie, dass sich der Oil-Strategy Index besser entwickelt als eine Anlage, die sich nur auf Erdölaktien oder den Preis von Öl-Futures bezieht.

Im Zertifikat bezogen auf den Vontobel Oil-Strategy Index fällt eine Managementgebühr von 1,20% p.a. an, die die Wertentwicklung einer Anlage mindert.

29.11.2021 06:10:35

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden

So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.