MTU Aero Engines wird neues DAX-Mitglied

MTU Aero Engines wird neues DAX-Mitglied

Montag, 9. September 2019Lesezeit: 2 Minuten

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp, Gründungsmitglied des deutschen Aktienindex DAX, wird am 23. September nach über 30 Jahren von MTU Aero Engines als DAX-Mitglied ersetzt. Die Entscheidung fiel, nachdem sich der Aktienkurs von ThyssenKrupp in den letzten 12 Monaten halbierte und nun der Verkauf der lukrativen Aufzugssparte im Fokus steht.

Seit einiger Zeit steckt der Stahlkonzern ThyssenKrupp bereits in der Krise und durchläuft aktuell eine Strategiefindungsphase. Guido Kerkhoff, der Vorstandsvorsitzende von ThyssenKrupp, warf bereits zwei Mal in seiner knapp 13-monatigen Amtszeit die Strategie um, laut dem Manager Magazin. Angesichts der derzeitigen Konzernlage und dem Kursrutsch der Aktie vom Jahreshoch bei 23.50 Euro im vergangenen September auf aktuell 11.42 Euro (05.09.2019), liess in den vergangenen Wochen auf einen Abstieg des Konzerns in den MDAX hindeuten.

Aktuelle Meldung 

Mittwochabend nach US-Börsenschluss kam nun die Bekanntmachung der Deutschen Börse – Triebwerkbauer MTU Aero Engines ersetzt am 23. September ThyssenKrupp im DAX. Kerkhoff sagte, dass der Austritt aus dem DAX nach all den Jahren für das Unternehmen «enttäuschend» sei. «Als Gründungsmitglied wären wir dem Leitindex gerne erhalten geblieben», so Kerkhoff, aber der Abstieg sei eine «logische Folge» der jüngsten Performance. Als Anwärter für einen Aufstieg in den DAX wurde neben MTU Aero Engines auch Deutsche Wohnen gehandelt. Die Aktien der Deutsche Wohnen wurden zuletzt durch die Mietendeckel-Diskussion in Berlin gedrückt. Der Börsenwert der MTU Aero Engine hingegen legte in den letzten 12 Monaten mehr als ein Drittel zu. Entscheidend für den Vorsprung von MTU seien allerdings nicht nur die Kursgewinne der vergangenen Wochen gewesen, sondern vor allem auch der Börsenumsatz.

MTU Aero Engines

MTU Aero Engines flog lange unter dem Radar der Anleger. Hinter dem Firmennamen steckt mit 100'000 Mitarbeitern ein führender deutscher Triebwerkhersteller aus München. In München werden bei der MTU Aero Engines Triebwerke montiert und Komponenten gefertigt, die an Erstausrüster ausgeliefert werden. Folglich, statt für viel Geld und hohes Risiko (im Fall von Triebwerkpannen) eigene Flugmotoren zu produzieren, liefern die Münchner zentrale Segmente an die Flugmotorenbauer Rolls Royce, General Electric (GE) und Pratt & Whitney aus dem United-Technologies-Konzern. Mittlerweile steckt ein Stück des MTU-Konzerns in den Triebwerken jedes dritten Flugzeugs weltweit - vom zivilen Airbus bis hin zum Kampfjet. Ausserdem ist die MTU Aero Engines im Militärgeschäft Systempartner für nahezu alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr und beliefert sowohl Airbus als auch US-Rivale Boeing.

MTU Börsenentwicklung

Erstmalig ging MTU Aero Engines 2005 an die Börse, nachdem die damalige MTU München 2003 von Daimler abgespaltet und an den Finanzinvestor KKR verkauft wurde. Seitdem hat sich das Unternehmen an den Börsen positiv entwickelt und sieht sich nach Berichten der Handelszeitung auch für die Zukunft mit der Antriebstechnik, dem Ersatzteilgeschäft und den Wartungsverträgen gerüstet. Die Mitgliedschaft im DAX verspricht «die Sichtbarkeit deutlich zu erhöhen, insbesondere international», sagt Reiner Winkler. Er führt das Unternehmen seit 2015 und erwartet von der Mitgliedschaft «etwas mehr Prestige» MTU kommt mit 4.6 Mrd. Euro Umsatz und rund einer halben Milliarde Euro Gewinn auf gut 13 Mrd. Euro Marktkapitalisierung.

Nach der Bekanntmachung, dass MTU Aero Engines ThyssenKrupp im DAX ersetzt, stieg der Aktienkurs des Münchener Unternehmens auf ein neues Allzeithoch. Independent Research, eine unabhängige Analystengesellschaft in Deutschland, stufte die Aktie Donnerstagmittag allerdings von «Halten» auf «Verkaufen» herab. Grund für die Herabstufung seien Kurszuwächse, die nicht durch mittelfristige Gewinnaussichten begründet seien. Der Aktienkurs fiel dann am Donnerstag zwischenzeitlich auf die Marke von 244.20 Euro. Das durchschnittliche Kursziel liegt Bloomberg zufolge derzeit bei 220.91 Euro.

 

19.11.2019 04:55:27

 

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