Mit Schuldner Glencore zu mehr Rendite

Mit Schuldner Glencore zu mehr Rendite

Donnerstag, 13. Oktober 2016Lesezeit: 2 Minuten

Durch eine Credit Linked Note (CLN) kann ein Schuldnerrisiko investierbar gemacht werden. Daraus kann eine Mehrrendite gegenüber einem herkömmlichen Bondinvestment resultieren. Voraussetzung dafür ist eine «positive Basis».

Nach dem Tiefststand Mitte Januar 2016 hat im Rohstoffmarkt eine kräftige Erholung eingesetzt. Davon haben nicht nur die Aktienkurse von Rohstoffunternehmen profitiert. Auch die CDS-Spreads (Infobox) von Rohstoffunternehmen sind deutlich gesunken. Daraus lässt sich Folgendes ableiten: Der Markt geht wieder von einer höheren Bonität von Rohstoffunternehmen aus, weswegen die Kosten für die Absicherung von Obligationen dieser Schuldner nun geringer sind. Glencore ist eines dieser Rohstoffunternehmen, welches von der Erholung der Rohstoffpreise stark profitiert hat.

Credit Default Swap (CDS)

Als Credit Default Swap-Spread, kurz CDS-Spread oder Credit Spread, bezeichnet man die Ausfallprämie (Versicherungsprämie) bei einem CDS-Kontrakt, die als Ausgleich für die Übernahme des Ausfallrisikos einer Kreditschuld gezahlt wird. Der CDS-Spread wird seitens des Sicherungsnehmers an den Sicherungsgeber entrichtet. Für seine Höhe ist das Risikopotenzial bzgl. des Zahlungsausfalls des Schuldners massgeblich. Ausgedrückt werden CDS-Spreads üblicherweise in Basispunkten p.a.

Fester Coupon und bedingter Kapitalschutz

Für Investoren, die von einer weiterhin stabilen bzw. positiven Entwicklung am Rohstoffmarkt (insbesondere von Glencore) ausgehen, könnte die Credit Linked Note (CLN) mit Referenzschuldner Glencore eine interessante Investitionsmöglichkeit darstellen. Dieses strukturierte Produkt bietet einen festen Coupon von 1.5% p.a. und eine Rückzahlung zum Nennwert am Ende der fünfjährigen Laufzeit. Für die Auszahlung des festen Coupons und die Rückzahlung des Nennwertes ist die Zahlungsfähigkeit von Glencore massgeblich. Sollte während der Laufzeit kein Ausfall- bzw. Rückzahlungsereignis in Bezug auf die Referenzanleihe von Glencore eintreten, erhält der Anleger den festen Coupon sowie die Rückzahlung zu 100% des Nennwertes.

 

Schuldnerrisiko ist «investierbar»

Man könnte auch sagen, das Ausfallrisiko eines Unternehmens wird über sie «investierbar». Credit Linked Notes (CLN), können eine Mehrrendite gegenüber herkömmlichen Unternehmensanleihen des Referenzschuldners bieten dank einer positiven CDS-BasisDoch was ist eine positive CDS Basis? Bei der «Basis» handelt es sich um die Spread-Differenz zwischen dem Credit Default Swap (CDS) – dem Derivat – und einer Unternehmensanleihe – Kassa – desselben Schuldners. Die Basis kann dabei positive wie negative Werte annehmen und eine positive Basis besagt, dass der CDS-Spread grösser ist als jener der Anleihe-Spread (Asset Swap Spread – ASW).

 

Asset Swap (ASW)

Als Asset Swap Spread (ASW) bezeichnet man den Spread (die Differenz) über LIBOR, den der Fixed-Rate-Zahler in einem Asset Swap erhält. Asset Swap = Bond + Interest Rate Swap; Fixed Rate Zahler zahlt Coupons aus dem Bond und erhält LIBOR + x, wobei x den Asset Swap Spread darstellt Alternativ: asset swap spread: bond yield – swap rate.

Renditevergleich: CLN vs. konventionelle Unternehmensanleihe

Die Grafik veranschaulicht den Vergleich einer aufgelegten CLN mit Referenzschuldner Glencore mit zwei konventionellen Glencore-Unternehmensanleihen. Dabei kommt ein nicht unerheblicher Renditeunterschied zum Vorschein: Während unsere CLN mit Rückzahlungsdatum am 28.10.2021 eine Rendite von 1.50% p.a. bietet, rentiert der etwas kürzer laufende Glencore-Bond 2.25% Glencore Finance Europe 05/10/21 (CH0319416001) mit nur 0.84% p.a. Der Grafik sind auch die Mehrrendite der CLN mit Referenzschuldner Glencore sowie die im Betrachtungszeitraum bestehende positive Basis zu entnehmen.

 

Grafik 1: Renditevergleich: CLN vs. Direktinvestition, Quelle: Vontobel, Bloomberg

17.12.2018 12:09:16

 

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