Mit grüner Energie in die Zukunft

Mit grüner Energie in die Zukunft

Donnerstag, 8. Juli 2021Lesezeit: 3 Minuten

Aktuell gehen die Meinungen auseinander welche Art der Energiegewinnung am besten dazu geeignet ist, unseren überwiegend auf fossilen Brennstoffen beruhenden Energieverbrauch zu versorgen. Jedoch sind sich viele Menschen einig, dass es zu einer Wende im Energiesektor kommen muss und wird. Es ist nicht unrealistisch, dass sich letztendlich eine Kombination aus mehreren Technologien durchsetzen wird um den steigenden Energiebedarf weltweit zu befriedigen.

In vielen Wirtschaftssektoren gilt grüner Wasserstoff als sehr vielversprechende Technologie um die CO2-Emissionen zu verringern. Wasserstoff lässt sich durch verschiedene Energiequellen wie Wind, Sonne, Wasser, Atom- oder Erdwärme gewinnen. Das Hydrogen Council 2030 schätzt den globalen Markt für Wasserstoff- und Brennstoffzellen auf rund 125 Mrd. Euro. Gerade im Bereich des Schwerlasttransports bemühen sich Unternehmen aktuell stark um die Entwicklung von Brennstoffzellen. So auch Ballard Power Systems. Der kanadische Wasserstoffspezialist erhielt gerade erst 300'000 Kanadische Dollar vom kanadischen Innovations-BC-Award zusammen mit der Simon-Fraser-Universität. Zudem verkündete das Unternehmen einen neuen Auftrag über 20 Brennstoffzellen-Module für den Linienbushersteller New Flyer. Bei der Bestellung der Fahrzeuge, die im kalifornischen Oakland zum Einsatz kommen sollen, handelt es sich bereits um einen Folgeauftrag, welcher noch in diesem Jahr ausgeliefert werden soll. Die Anzahl der New Flyer Buse in Kalifornien, welche mit Brennstoffzellen ausgestattet sind, steigt damit auf 45. Ballard plane eigenen Angaben zufolge auch mit weiteren Aufträgen, da der Gesetzgeber in Kalifornien eine Neuanschaffung emissionsarmer Busse vorschreibt. Des Weiteren wurde erst kürzlich ein mehrjähriger Zuliefer- und Entwicklungsvertrag mit dem erfahrenen US-Membranhersteller W. L. Gore & Associates geschlossen. Hierdurch möchte man längerfristig zuverlässig planen können.

 

Neben der Wasserstoff-Technologie gehört auch Windkraft zu den grossen Hoffnungsträgern im Bereich der alternativen Energiegewinnung. Gemäss dem Bundesverband WindEnergie (BWE) gab es alleine in Deutschland Ende 2020 insgesamt 29'608 Onshore-Windenergieanlagen mit über 50.000 Mega-Watt an produziertem Strom. Zusätzlich sollen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung bis 2030 weitere 15'000 Megawatt an Offshore-Erzeugungskapazitäten dazukommen. In diesem potentiellen Umfeld agiert auch die Nordex SE. Um wettbewerbsfähig zu sein, hat der deutsche Hersteller von Windkraftanlagen gerade erst eine Kapitalerhöhung von über 580 Millionen Euro verkündet. Mit einer Erhöhung der Eigenkapitalquote von 16 auf 27 Prozent und der Nettoliquidität auf 530 Millionen Euro stärkt das Hamburger Unternehmen vor allem seine Kreditwürdigkeit. Zusätzlich wurde ein weiterer Auftrag über die Lieferung von 15 Anlagen nach Polen bekannt gegeben, der sich damit in eine Reihe mehrerer Grossaufträge seit Juni einfügt. Auftraggeber ist der schwedische Windparkentwickler OX2. Somit könnte das Unternehmen auch langfristig positive Aussichten haben.

 

Windkraft und Wasserstoff spielen gerade in der industriellen Energieversorgung eine grosse Rolle. Bei Privathaushalten jedoch stieg besonders die Nachfrage nach Solarenergie in den letzten Jahren stark an. Einem Bericht der Marktforscher von Allied Market Research zu Folge soll das Marktvolumen für Solarenergie im Jahr 2022 schon 422 Milliarden Dollar betragen. Energetische Sanierungen sowie der Zukauf von Solaranlagen werden in Deutschland von staatlicher Seite subventioniert. In den USA, besonders in Texas und Kalifornien, wurden Verbraucher in diesem Jahr bereits aufgefordert ihren Stromverbrauch zu senken um Stromausfälle bei steigenden Temperaturen zu verhindern. Auch hier planen viele Kunden die Stromzuverlässigkeit durch Solarenergie zu verbessern. Von solchen Trends könnten vor allem Anbieter wie SolarEdge Inc. profitieren. Das israelische Unternehmen mit Entwicklungsstandorten in Deutschland und Italien entwickelt und vertreibt Photovoltaikmodule, Wechselrichter, Leistungsoptimierer, Batteriespeicher und die dazu gehörenden Systeme. Aktuell bezieht man noch Batterien von Fremdanbietern wie LG Chem oder Tesla, bereits ab dem dritten Quartal diesen Jahres erhofft sich das Management jedoch schon „bedeutende Einnahmen aus dem Batterieprodukt“, nach eigenen Aussagen. In Kombination mit der weiter steigenden Nachfrage in diesem Sektor könnte das Unternehmen ebenfalls stark von einem wachsenden Energiebewusstsein profitieren.

 

Nachdem sich in den letzten Jahren in diesen drei Sektoren bereits viel verändert hat, könnte es mit weiteren technologischen Erneuerungen auch weiteres Potential für die genannten Unternehmen geben, die laut Branchenkennern ohnehin schon als Spezialisten in ihrem Bereich gelten. Durch die vielen Erneuerungen im Energiebereich rückt die ganze Branche wieder in den Fokus vieler Investoren. Unternehmen wie die Linde plc, deren Kerngeschäft sich mit Gasen und Prozessanlagen befasst oder die Siemens Energy AG, die im Bereich der Elektro- und Energietechnik sehr breit aufgestellt ist, könnten hier eine interessante Ergänzung zu den Trendfirmen der Energiewende sein. Mit steigenden Bevölkerungszahlen weltweit wird es auch einen steigenden Energiebedarf geben, der von Unternehmen mit verschiedenen Technologien gedeckt werden muss. Hierin verbirgt sich ein riesiger Markt mit grossem Zukunftspotential, der sicherlich weiterhin von vielen Menschen interessiert verfolgt werden wird.

 

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