Mit enttäuschten Erwartungen umgehen

Mit enttäuschten Erwartungen umgehen

Montag, 18. November 2019Lesezeit: 3 Minuten

Die Berichtsaison neigt sich dem Ende entgegen. Während viele Unternehmen mit positiven Zahlen überraschen konnten, wurden einige Unternehmen trotz solider Performance und guter Aussichten von den Investoren abgestraft. Die Ursache der Kurskorrekturen liegt in diesen Fällen zumeist in zu hohen Erwartungen. Doch die Enttäuschung der Aktionäre könnten sich Käufer Strukturierter Produkte zu Nutze machen.

Allianz

Der Versicherungsriese legte recht ordentliche Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Hauptsparten wie Lebens- und Krankenversicherung sorgten erneut für einen Milliardengewinn. Der Gewinnrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft wurde mit Sondereffekten aus dem Vorjahr begründet und konnte durch verbesserte Ergebnisse in den übrigen Bereichen aufgefangen werden. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden sogar leicht angehoben. Einzig die Solvency II – Kapitalquote verfehlte mit 202% knapp die Analystenerwartungen von 205%. Nach Veröffentlichung der Zahlen litt die Aktie unter Gewinnmitnahmen. «Erwartungen nur erfüllt, aber nicht übertroffen» erklären sich Analysten die Reaktion der Aktionäre. Denn Trotz der Gewinnmitnahmen zeigt der Ausblick weiterhin nach oben und entsprechend empfehlen 21 Bloomberg Analysten den Versicherungstitel weiterhin zum Kauf (10 «Hold», 1 «Sell»). Das Kursziel liegt gemäss Bloomberg Konsensus aktuell bei 230.96 Euro.

 

Temenos

Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch beim Bankensoftwareanbieter Temenos ab. Trotz sich fortsetzendem Wachstumskurs und einem Gewinn über Vorjahresniveau wurde der Titel von den Investoren abgestraft und verlor zwischenzeitlich bis zu 20 Prozent. Grund für die Enttäuschung war der Umsatz, der hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Während die Ergebnisse in Asien und Europa solide ausgefallen waren, läuft das Geschäft in den USA auf Hochtouren. Einzig bei den Lizenzerträgen in der Region Mittlerer Osten/Afrika gab es einen Dämpfer, da es bei der Abwicklung von Geschäften zu Verzögerungen gekommen sei, so Finanzchef Panagiotis Spiliopoulos. Die Erwartungen bezüglich Marge und Gewinn je Aktie konnten dank der Kostendisziplin des Unternehmens übertroffen werden. Entsprechend sieht das Vontobel Equity Research die Wachstumsgeschichte des Unternehmens als ungebrochen und bewertet die Aktie weiterhin mit einem «BUY»-Rating. Das neue Kursziel liegt bei 226 Schweizer Franken.

 

Günstiger Einstiegszeitpunkt?

Anleger, welche die Einschätzung der Analysten teilen und ebenfalls an die guten Aussichten der drei vorgestellten Titel glauben, könnten sich die aktuellen Kursrücksetzer durch den Kauf eines Capped Outperformance-Zertifikat zunutze machen.

Das Produkt bietet eine doppelte Partizipation an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes bis zum vordefinierten Cap. Im günstigsten Fall könnten Anleger im Fall von Allianz somit Renditen von 29% bei einer Laufzeit von 6 Monaten erzielen. Die Rendite im Fall von Temenos läge bei maximal 13.5%. Im Falle einer negativen Wertentwicklung des Basiswertes, verläuft die Wertentwicklung 1:1 und entspricht somit dem Risiko eines Direktinvestments in die jeweilige Aktie. Der Anleger trägt das Ausfallrisiko des Emittenten. Die Produkte befinden sich noch bis Freitag 22.11.2019 in Zeichnung und sind ab Mittwoch 27.11.2019 an der Börse handelbar.

 

 

Nike

Ebenfalls zu den Unternehmen, die in der letzten Zeit etwas abgestraft wurden, gehört Nike. Der Sportartikelhersteller rapportierte in jüngster Vergangenheit zwar keine Quartalszahlen, sorgte jedoch mit der Verkündung eines Chefwechsels für kursbewegende Neuigkeiten. Per 13. Januar 2020 wird der langjährige Vorstandschef Mark Parker von seiner Position zurücktreten. Der 64-Jährige Manager leitete das Unternehmen seit 2006 und konnte während seiner Amtszeit einige finanzielle Meilensteine erreichen – Verkaufszahlen und Aktienkurs des Sportartikelriesen stiegen über alle Jahre kontinuierlich an. Er wird dem Unternehmen aber als geschäftsführender Verwaltungsratsvorsitzender erhalten bleiben. Seine Nachfolge tritt John Donahoe an, der derzeit das Software-Unternehmen ServiceNow führt und früher unter anderem jahrelang Chef der Online-Handelsplattform eBay war. Donahoe sitzt bereits seit 2014 in Nikes Verwaltungsrat. Anleger nahmen die Nachricht zunächst recht gelassen auf. Dennoch verlor die Aktie seit Bekanntwerden rund 4.5%. Gemäss Einschätzung zahlreicher Analysten besteht jedoch noch immer reichlich Luft nach oben. Die Aktie wird von 25 Bloomberg–Analysten zum Kauf empfohlen, 8 raten die Aktie zu halten und nur 2 Analysten bewerten den Titel mit einem «sell»-Rating. Das aktuelle Kursziel liegt bei 102.26 US-Dollar.

27.01.2020 11:57:35

 

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