LafargeHolcim: Struktur des Zusammenschlusses unterstützt das solide Investment-Grade-Rating

LafargeHolcim: Struktur des Zusammenschlusses unterstützt das solide Investment-Grade-Rating

Montag, 19. Oktober 2015 von Dominik MeyerLesezeit: 2 Minuten

 

Anfängliche Befürchtungen in Bezug auf eine Verschlechterung des  kombinierten Kreditprofiles haben sich vorerst nicht bewahrheitet.

Stabiles Kreditrating nach dem Merger:

Mit dem im Juli 2015 erfolgten erfolgreichen Zusammenschluss von Holcim und Lafarge entstand einer der weltweit führenden Hersteller von Zement, Beton und Zuschlagstoffen. Mit einem jährlichen Umsatz von etwa CHF 28 Mrd. (ohne die bereits von den Wettbewerbsbehörden geforderten und bereits vollzogenen Verkäufe von Aktivitäten) gehört LafargeHolcim mit CRH (Irland) und HeidelbergCement (Deutschland) zu den drei weltweit grössten Unternehmen im Sektor. Technisch betrachtet wurde beim Zusammenschluss der beiden Unternehmen Lafarge vollständig von Holcim erworben und Holcim in LafargeHolcim umbenannt. Im Gegenzug wurden Lafarge-Aktionäre an LafargeHolcim beteiligt. Aufgrund dieser aus Kreditsicht positiven Transaktionsstruktur und der weiter verbesserten geografischen Diversifizierung bestätigten alle drei grossen Agenturen ihre vormaligen Kreditratings (Moody’s: Baa2/stabil; S&P:BBB/stabil; Fitch: BBB/stabil). Ziel von LafargeHolcim ist es, ein solides Investment Grade Rating zu besitzen.

 

 

Der Umsatzanteil der Emerging Markets wird dank des Zusammenschlusses von etwa 50% im Geschäftsjahr 2014 auf 60% ansteigen.

Vor dem Hintergrund des sich  abkühlenden makroökonomischen Umfeldes in den Emerging Markets wird auch LafargeHolcim künftig weniger stark wachsen können. Lag das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum in den Emerging Markets zwischen 2003 und 2007 bei 7.6%, ging dieses in den Jahren nach der Finanzkrise (2010 bis 2014) auf 5.7% zurück. Für 2015 und 2016 erwartet der IMF Zuwachsraten von 4.0% bzw. 4.5% pro Jahr. Beispielhaft seien hierbei China (auf dem Weg vom investitionsgetriebenen zum konsumbasierten Wachstum), Brasilien (politischer Stillstand, Rückgang von Beschäftigung und Reallöhnen) und der mittlere Osten (niedriger Ölpreis führt zu angespannten Staatshaushalten und einem Rückgang der staatlichen Investitionen) genannt. Aber auch in den reifen Märkten ging das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum von 2.7% (2003 bis 2007) auf 1.8% (2010 bis 2014) zurück und wird auch künftig deutlich unter den Wachstumsraten vor der Finanzkrise bleiben. In der Folge kam es zu Überkapazitäten in der Zementindustrie, welche die Unternehmen dazu zwangen, Kapazitäten zu reduzieren, zusammenzulegen oder zu optimieren. Der Konsolidierungsprozess in der Zementindustrie wird sich deshalb auch künftig fortsetzen. Es soll die Unternehmen in die Lage zu versetzen, weitere Grössenvorteile und Synergiepotenziale zu realisieren.

 

Grafik 1: Langfristige Entwicklung Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im regionalen Vergleich

Quelle: IMF, Stand: 19.10.2015


 

 

 

 

Kreditprofil und Liquiditätssituation schaffen positiven Ausgleich zum schwächeren Makroumfeld:

Die kartellrechtliche Genehmigung des Zusammenschlusses erfolgte unter der Auflage, eine Reihe von Aktiven (u.a. in West- und Osteuropa, Kanada, USA, Brasilien, Philippinen) zu veräussern. Diese wurden im August für CHF 6.8 Mrd. an CRH verkauft. Weitere Aktiven in Indien sollen für CHF 750 Mio. an Birla Corp. verkauft werden. Um das Kreditprofil zu stabilisieren, werden die Erlöse aus den Verkäufen zum Schuldenabbau verwendet. Letzterer ist notwendig geworden, da Lafarge vor dem Merger ein deutlich schlechteres Kreditprofil aufwies als Holcim. Auf diese Weise kann die kombinierte Kredit-Kennzahl Nettoverschuldung/EBITDA[1] per Ende 2015 sogar auf knapp unter 3.0x verbessert werden (Holcim standalone im Geschäftsjahr 2014: 3.0x). Über die kommenden 12 Monate besitzt LafargeHolcim einen Liquiditätsüberschuss von knapp CHF 8 Mrd. (nach Investitionen, Rückzahlung kurzfristiger Schulden, Squeeze-out verbliebener Lafarge-Aktionäre und Dividendenzahlungen). Kurzfristige Marktverwerfungen verbunden mit erhöhter Volatilität und steigenden Finanzierungskosten sollten deshalb aus unserer Sicht von LafargeHolcim problemlos überbrückt werden können.

 

 

 

 

 

[1] EBITDA: Earnings before interest, tax, depreciation and amortisation

- betrieblicher Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation.

[2] FFO: Funds from operations

- betrieblicher Geldfluss vor Veränderungen im Nettoumlaufvermögen

[3] FOCF: Free operating cash flows

- betrieblicher Geldfluss nach Veränderung im Nettoumlaufvermögen und nach Kapitalinvestitionen

 

 

17.09.2019 21:31:13

 

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