Kopenhagen: der stärkste Börsenplatz in der Krise

Kopenhagen: der stärkste Börsenplatz in der Krise

Montag, 29. Juni 2020Lesezeit: 2 Minuten

Der dänische Leitindex, der OMX Copenhagen, stellte während der Corona-Pandemie und der auf den Crash folgenden Aufholjagd an den Aktienmärkten viele andere Börsenplätze in den Schatten. Als einer von wenigen Indizes weltweit kann er seit Jahresbeginn eine positive Performance verzeichnen.

Die Corona-Krise hat im März die ganze Welt erschüttert. Neben grossen Einschränkungen für die Gesellschaft hat die Pandemie auch die Wirtschaft stark getroffen. Und auch die Aktienmärkte mussten massive Kurseinbrüche verzeichnen, um sich in der Folge teilweise wieder an ihr Vorkrisen-Niveau heranzutasten. Einem Aktienindex ist dies besonders gut gelungen: dem OMX Copenhagen. Der dänische Leitindex hat es geschafft, seit dem 23. März um 33 % zuzulegen und sein Kursniveau vom Jahresbeginn sogar zu übertreffen.

Mit seiner Jahresperformance von rund 10 % ist der OMX Kopenhagen der Index, der in diesem Jahr die stärkste Performance hinlegen konnte. Im westlichen Europa ist er sogar der einzige Börsenplatz, der seit Jahresbeginn ein Plus aufweisen kann. Es ist jedoch anzumerken, dass die vergangene Performance kein zuverlässiger Indikator für die künftige Entwicklung ist.

Ein Grund für die Erholung des OMX Copenhagen seit dem 23. März ist sicherlich, dass Dänemark gut durch die Corona-Krise navigiert ist. Viel wichtiger als das ist wohl die Zusammensetzung des dänischen Leitindex. Denn der eher defensiv geprägte Index wird von aktuell sehr gefragten Aktien aus dem Gesundheitssektor dominiert.

Ein Beispiel für ein Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ist Novo Nordisk: Das Unternehmen des skandinavischen Landes ist eines der führenden Unternehmen im Zusammenhang mit Diabetes. Der weltweit grösste Insulin-Hersteller forscht und investiert viel in diesem Bereich. So zeichnen sich auch immer wieder Erfolge ab, wie etwa mit einem neuen Diabetesmittel, das erstmals als Tablette eingenommen werden kann. Die Einführung dieses Mittels in den USA ist bereits erfolgt und soll auch in Europa erfolgen. Ausserdem spielt das Pharmaunternehmen eine wesentliche Rolle zur Bekämpfung des Corona-Virus. Die Kapazitäten hierfür wurden hochgefahren, sodass die Zahl der Corona-Tests vergrössert werden konnte.

Neben Novo Nordisk macht auch Vestas, der weltgrösste Anbieter von Windkraftanlagen von sich reden. Nicht nur konnten in den vergangenen Wochen mehrere Aufträge aus Asien und Europa gewonnen werden, auch im Heimmarkt wird Vestas die «Produktion» hochfahren können. Das Kabinett der Bundesregierung hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, den Anteil an Windkraft in der Nord- und Ostsee bis ins Jahr 2030 von 15 auf 20 Gigawatt Leistung zu erhöhen und bis ins Jahr 2040 sollen es sogar 40 Gigawatt Leistung werden. Aus Asien hat Vestas Bestellungen für Windturbinen für verschiedene Projekte erhalten. Einerseits aus Vietnam, wo riesen Windparks entstehen sollen – der bislang grösste Auftrag in der Geschichte von Vestas – und andererseits aus China. Weiter unterstützen die jüngsten EU-Massnahmen zur Förderung von erneuerbaren Energien die Geschäftstätigkeiten von Vestas. Aufwind erhielt folglich auch die Vestas-Aktie, welche sich seit dem Kurseinbruch vom März beinahe wieder auf das Vorkrisen-Niveau erholen konnte.

Auch Carlsberg hat die Corona-Krise dank schnell ergriffener Massnahmen zur Kostenkontrolle vergleichsweise gut überstanden, schreibt Citibank in einer Mitteilung. Zwar sind auch bei Carlsberg Absatz und somit die Umsätze eingebrochen, doch hält das Management trotz Corona den Zielen fest: Längerfristig dürfte das Geschäft nicht beeinträchtigt werden. Ein weiterer Erfolg, nachdem Carlsberg auch in den letzten Jahren stetig zulegen konnte. Verdanken kann Carlsberg dieses Wachstum insbesondere dem florierenden China-Markt. Angesichts der sich erholenden Verkaufsdynamik in China und der Lockdown-Massnahmen, die in ganz Westeuropa nachlassen, scheint das Schlimmste von Covid-19 hinter der in Kopenhagen ansässigen Brauerei zu liegen, was eine bessere 2H-Handelstransparenz als bei vergleichbaren Unternehmen ermöglicht.

 

 

23.10.2020 11:18:46

 

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