«Jeder Gewinner profitiert auf seine Weise»

Donnerstag, 24. August 2017Lesezeit: 2 Minuten

Ein Gespräch mit Thomas Rappold, Buchautor, Experte für Technologieinvestments und Indexberater.

Thomas Rappold

Investment Advisor, Unternehmer und Buchautor («Silicon Valley Investing»)

Bereits mit 14 Jahren erlernte er Programmiersprachen im Selbststudium auf dem Commodore C64. Als einer der frühesten Absolventen des europaweit ersten Studienganges Medieninformatik trug er später durch seine Mitarbeit in der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE massgeblich zur Entwicklung bahnbrechender neuer Finanzportale für Privat- und Geschäftskunden bei. Seit über zehn Jahren ist Rappold erfolgreicher Geschäftsführer einer Internet- Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer zahlreicher Internet-Start-ups. Mehr über Thomas Rappold unter silicon-valley.de.

 

Verändert künstliche Intelligenz (KI) unser Leben?

Auch wenn es zunächst nach etwas «Magischem » klingt, nutzen wir sie wie selbstverständlich. Zum Beispiel über die Google-Suche, Sprachassistenten wie Siri von Apple oder auch intelligente Fahrerassistenzsysteme.

 

Wodurch wird das Potenzial getrieben?

Durch das explosionsartige Wachstum digitaler Daten (Stichwort: Big Data) und die ständig steigende Rechenleistung. Um die Stärke des Trends zu verdeutlichen: Rund 98% der heute auf der Erde verfügbaren Daten wurden in den letzten 24 Monaten erzeugt.

 

Weshalb sollte KI gerade jetzt Fahrt aufnehmen?

Bereits in den Sechzigerjahren formulierte Intel-Gründer Moore sein bis heute gültiges Gesetz, das lautet: Die Rechenleistung verdoppelt sich alle 18 Monate. Wichtige Algorithmen – die Grundlage für «Artificial Intelligence» – wurden schliesslich auch in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Die Geschwindigkeit von Mikroprozessoren sowie die Architektur von Hochgeschwindigkeitsrechnern in Form von Cloud-Computing machen heute vielfältige Dienste wie Sprach- oder Gesichtserkennung möglich. Frühzeitig haben amerikanische und auch chinesische Technologiegiganten wie Facebook, Google, Amazon, Alibaba, Tencent und Baidu erkannt, dass KI für ihr künftiges Geschäft essenziell sein wird. All diese Player gehören übrigens auch zu den grossen Financiers von Forschung und Entwicklung und tätigen Übernahmen von KI-Start-ups. Seit 2012 flossen 14.9 Milliarden Dollar in rund 2200 Unternehmenstransaktionen.

 

Welche Unternehmenssektoren sind zurzeit interessant?

Von Interesse ist die gesamte Wertschöpfungskette, also grosse, dominierende Plattformbetreiber, die ihren Endkunden und Entwicklern Anwendungen zur Verfügung stellen. Relevant sind auch Player der Big-Data-Analytik sowie Hardware- und Chiphersteller. Für spannend halten wir zudem Unternehmen, die KI erfolgreich in ihr Geschäftsmodell integrieren.

 

Was haben digitale Marktplätze beziehungsweise Plattformen mit KI zu tun?

Die grossen Marktplatzbetreiber wie Amazon, Alibaba oder Netflix verfügen über immense Mengen an qualitativ hochwertigen Kundendaten. Bereits seit mehr als 15 Jahren setzt Amazon erfolgreich seine Empfehlungsalgorithmen ein. Mit Alexa wird jetzt eine Art «elektronischer Butler» angeboten.

 

Die Gewinner werden KI intelligent in ihr Geschäftsmodell integrieren? Wie muss man sich das vorstellen?

Es gilt, digitale Daten so aufzubereiten, dass KI-Algorithmen angewendet werden können. Ein Maschinenbauunternehmen zum Beispiel könnte somit früh erkennen, welche Maschinen wann und wie gewartet werden müssen.

 

Was spricht derzeit für Alphabet, NVIDIA und BlackRock?

Jeder profitiert auf seine Weise. Alphabet ist die führende Software- und NVIDIA die führende Hardwareplattform. Bei BlackRock wiederum handelt es sich um eine der führenden Anwenderplattformen in der Finanzindustrie.

 

13.05.2021 06:02:41

 

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