Immobilienkonzerne rüsten sich für die Zukunft

Immobilienkonzerne rüsten sich für die Zukunft

Donnerstag, 8. April 2021Lesezeit: 3 Minuten

Die besonders in den Metropolen stark steigenden Mieten sind oft ein Reizthema in der öffentlichen Wahrnehmung. Profiteure dieses, seit Jahren anhaltenden Trends der wachsenden Mieten, sind insbesondere die beiden Wohnimmobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen. Selbst im vergangenen Krisenjahr gelang es dem Immobilienkonzern Vonovia, seinen Gewinn zu steigern. Langfristig plant der DAX-Konzern weiter zu expandieren; dafür wurden in der Vergangenheit bereits richtungsweisende Akquisitionen getätigt. Das zweite grosse Schwergewicht auf dem hiesigen Immobilienmarkt, die Deutsche Wohnen, muss hingegen aufgrund des beschlossenen Mietendeckels Einbussen hinnehmen.

Vonovia macht trotz Krisenjahr Gewinne

Für Vonovia, den grössten Immobilienkonzern in Deutschland, laufen die Geschäfte auch während der Pandemie glänzend. Auch wenn das DAX-Mitglied im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen weitaus weniger im medialen Fokus steht und zuweilen eher als konservatives Investment gilt, zeigt der Wohnimmobilienkonzern gerade in der Krise seine Stärke. Dies ist insbesondere auf den Wohnimmobilien-Ansatz zurückzuführen, da Vonovia somit von den steigenden Mieten profitieren konnte und weniger von den Mietausfällen bzw. dem Leerstand im gewerblichen Bereich betroffen war. Gerade die seit Jahren ansteigenden Mieten verhelfen Vonovia zum Erfolg und trotz der Krise stiegen auch in 2020 die Mieten auf dem deutschen Wohnungsmarkt um 3.3 Prozent. Somit ist die Performance von Vonovia auch in der COVID-19 Pandemie beständig geblieben. Der operative Gewinn stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 10.6 Prozent auf 1.35 Mrd. Euro an. Der Wohnimmobilienkonzern aus Bochum konnte daher auch in der Krise die Dividende gegenüber dem vorherigen Jahr um 0.12 Euro erhöhen. Der üppige Gewinnzuwachs lag auch an den Kürzungen der Kosten im Bereich Modernisierung, Neubau und Instandhaltung, denn aufgrund der Pandemie und den einhergehenden Sicherheitsvorkehrungen investierte Vonovia im vergangenen Jahr rund 1.9 Mrd. Euro weniger als geplant. Der Wert des Immobilienportfolios legte dennoch wegen des Anstiegs der Mieten zu. Für das laufende Jahr plant das Bochumer Unternehmen, das operative Ergebnis auf 1.465 Mrd. Euro sowie den Umsatz auf 5.1 Mrd. Eurozu steigern. Zudem sollen bis zu 1.6 Mrd. Euro in Modernisierung der Immobilien und den Neubau investiert werden.

Des Weiteren plant Vonovia, weiter durch Übernahmen im In- und zuletzt auch im Ausland zu wachsen. Bereits Ende 2019 wurde die Mehrheit des schwedischen Immobilienunternehmens Hembla AB übernommen. Zusammen mit dem ein Jahr zuvor erworbenen Unternehmen Victoria Park ist Vonovia nun mit rund 38'000 Wohneinheiten der grösste Vermieter Schwedens. Im Sommer 2020 folgte der nächste Schritt der Expansion, denn der Wohnimmobilienkonzern beteiligte sich mit 2.6 Prozent am niederländischen Immobilieninvestor Vesteda Residential Fund. Vonovia will damit neben Deutschland und Schweden auch das Geschäft auf die Niederlande auszuweiten.

 

Deutsche Wohnen setzt auf Klimastrategie

Die Deutsche Wohnen ist einer der grössten Profiteure des stark wachsenden Immobilienmarktes. Das Unternehmen, welches über rund 160'000 Gewerbe- und Wohneinheiten mit einem geschätzten Gesamtwert von etwa 26.2 Mrd. Euro verfügt, konnte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von rund 1.5 Mrd. Euro erzielen. Demnach konnte das Unternehmen aus Berlin den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp 500 Mio. Euro steigern. Trotz der positiven Zahlen hinterliess das im Februar des vergangenen Jahres durch den Berliner Senat verabschiedete Mietendeckel-Gesetz deutliche Spuren. Das Gesetz betrifft die Mieten von rund 1.5 Mio. Wohnungen im Raum Berlin. Demnach dürfen diese von 2022 bis zum Jahr 2025 um maximal 1.3 Prozent jährlich angehoben werden. Als Folge dessen musste das Unternehmen einen Rückgang der Mieten von rund 4.1 Prozent hinnehmen, was einer Durchschnittsmiete von etwa 6.70 Euro pro Quadratmeter entspricht. Nichts desto trotz möchte die Deutsche Wohnen in der Zukunft weiter expandieren. Das Hauptaugenmerk soll hierbei vor allem auf dem kommunizierten Klimaziel liegen. Demnach möchte das Unternehmen bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden. Laut CEO Michael Zahn kann gerade der Gebäudesektor positiv zur Klimawende beitragen, da dieser einen bedeutenden Teil der CO2-Emissionen verursacht. Aufgrund mehrerer in der Vergangenheit getätigter Investitionen in Bereiche wie Haustechnik und Gebäudehüllen ist der Konzern bereits heute einer der klimaneutralsten Akteure in seiner Branche. Des Weiteren hat das Unternehmen vor kurzem die Emission von zwei grünen Unternehmensanleihen am Kapitalmarkt publiziert. Die Unternehmensanleihen, welche sich auf insgesamt 1 Mrd. Euro belaufen, haben eine Laufzeit von rund 15 Jahren. Der daraus resultierende Nettoemissionserlös soll zum einen in den Erwerb und die Finanzierung von klimaneutralen Gebäuden und Wohnungen investiert werden und zum anderen die klimaneutralere Sanierung des eigenen Bestandes vorantreiben.  

 

 
17.05.2021 17:44:50

 

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