Hewlett-Packard: Zumindest kurzfristig dürfte trotz Herausforderungen weiterhin nichts anbrennen

Hewlett-Packard: Zumindest kurzfristig dürfte trotz Herausforderungen weiterhin nichts anbrennen

Montag, 29. August 2016 von Dominik MeyerLesezeit: 2 Minuten

Struktureller Druck auf das angestammte Kerngeschäft dürfte sich kurz- bis mittelfristig durch Effizienzsteigerungen, längerfristig aber nur durch Expansion in neue Anwendungsbereiche auffangen lassen.

Hewlett-Packard (HP Inc.) ist am 01.11.2015 durch Abspaltung des Unternehmensgeschäfts (heutige Hewlett Packard Enterprise) aus der Hewlett-Packard Company entstanden und umfasst das verbliebene Drucker- (ca. 78% des operativen Gruppengewinns) und PC-Geschäft (ca. 22%). Vor allem als Folge der geringeren Diversifikation sind die Credit Ratings beider Gesellschaften um jeweils eine Stufe auf «BBB/stabil» (S&P), «Baa2/stabil» (Moody’s) und «BBB+/stabil» (Fitch) zurückgestuft worden und die CDS-Spreads von Werten knapp unter 100 bps auf rund 250 bps angestiegen. Letztere haben sich zwischenzeitlich aber wieder auf unter 180 bps zurückbewegt.

 

Herkömmliches Drucker- und PC-Geschäft kommt immer mehr durch neue Anwendungen unter Druck

Nach einem Rückgang des Gruppenumsatzes im 2015 um –7% innerhalb eines Jahres wird für 2016 sogar ein Rückgang von rund –10% im selben Zeitraum erwartet. Dieser ist weitestgehend struktureller Natur und im Druckergeschäft in erster Linie auf die schwindende Relevanz von Druckern vor dem Hintergrund von Umweltschutz, den Bestrebungen zum papierlosen Büro, aber auch alternativen Formen zur Ansicht von bspw. Fotos oder Grafiken zurückzuführen. Traditionelle PCs erhalten immer mehr Konkurrenz von Tablets oder Smartphones, die einfachere Funktionen wie Internetzugang, Kommunikation oder Office-Anwendungen auf unkompliziertere Art befriedigen. Dementsprechend ist die globale Nachfrage nach Desktops und Notebooks von 343 Millionen im 2012 auf 232 Millionen im 2016 zurückgegangen, was einem wertmässigen Rückgang von USD 219 Millionen auf USD 122 Millionen entspricht.

 

 

Kurz- bis mittelfristig dürften Effizienzsteigerungen, die starke Marktstellung und das konservative Finanzprofil die negativen Auswirkungen auf das Kreditprofil auffangen …

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Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die rückläufigen Endmärkte den Konkurrenz-, Preis- und Margendruck unter den Wettbewerbern weiter anheizen dürften. Bis jetzt vermochte HP dem Druck durch Kostensenkungen erfolgreich entgegenzuwirken, wie der Anstieg der operativen Marge von rund 15% im 2012 auf rund 18% im 2015 zumindest im Druckergeschäft zeigt. Hilfreich sind auch die führende Stellung (Nummer eins im Drucker- und Nummer zwei im PC-Markt) sowie das konservative Finanzprofil. So vermochten die drei grössten Player im PC-Markt (Lenovo, HP und Dell) ihren Marktanteil zwischen 2012 und 2016 kontinuierlich auf Kosten der nachfolgenden Anbieter (ASUS, Apple und Acer) zu steigern. Was das Finanzprofil anbelangt, erwarten die Ratingagenturen, dass bspw. die Ratio «Net Debt/EBITDA» im 2016 und 2017 bei relativ tiefen 1.6x verharren wird.

 

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… längerfristig gibt es aber nur einen Ausweg: die Expansion in neue Technologien und neue angrenzende Wachstumsfelder

<pgrundsätzlich>

Obwohl die oben genannten Massnahmen für die kurz- bis mittelfristige Stabilisierung des Credit Ratings ausreichen dürften, wird in unseren Augen nur die Expansion in neue Produkt- und angrenzende Technologiefelder die Auswirkungen des strukturellen Nachfragerückgangs wettmachen können. Beispiele für Marktsegmente mit Wachstumspotenzial sind laut Gartner Group (i) das «Internet der Dinge», (ii) der Markt für Spiele-PCs, (iii) die Verschmelzung von PC und Tablet sowie (iv) 3D-Drucker. Am weitesten ist man wohl im letzten Segment: So hat HP bereits Ende 2014 einen 3D-Drucker vorgestellt, bei dem verschiedene flüssige Materialien kombiniert werden. Noch aber sind die Karten für diese Wachstumsmärkte nicht verteilt und Opportunitäten stehen auch entsprechende Umsetzungsrisiken entgegen.

 

</pgrundsätzlich>
23.09.2019 20:15:55

 

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