H&M auf Erholungskurs?

H&M auf Erholungskurs?

Donnerstag, 18. April 2019Lesezeit: 2 Minuten

Nachdem die letzten Jahre für das schwedische Textilhandelsunternehmen Hennes und Mauritz äusserst turbulent verliefen, erholt sich die Aktie mittlerweile wieder und die neue Strategie scheint Früchte zu tragen.

Die H&M Hennes & Mauritz AB ist, der zweit grösste Textilhändler in Europa. In den letzten vier Jahren hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert, doch das Management hat einen Strategiewechsel eingeschlagen. In den letzten Jahren machte der Hersteller vor allem Negativschlagzeilen, beispielsweise aufgrund seiner Lieferanten. Diese sollen unter mangelhaften Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern produziert haben und die Baumwolle von Farmen auf denen Kinder arbeiten verwendet haben, wie die Zeit berichtete.  Dies soll sich jetzt ändern. Laut Unternehmensauskunft sollen bis 2030 alle Textilien aus wiederverwerteten oder nachhaltigen Materialien gefertigt werden und faire Löhne gezahlt werden. Mittlerweile engagiert sich der Konzern aktiv gegen Kinderarbeit. Schon nächstes Jahr soll der gesamte Bedarf an Baumwolle aus umweltverträglichen Quellen stammen. Die Lieferkette soll bis 2040 nicht nur klimaneutral sein, sondern sich sogar positiv darauf auswirken. Ganz aktuell für den Konsumenten sichtbar sind hier zum Beispiel die Consciousness (Bewusstsein) Kollektion oder ein weltweites Kleidersammlungsprogramm, bei dem Kunden ein Rabatt gewährt wird, wenn sie Altkleider abgeben.

Doch es gibt noch weitere Felder in denen H&M in den letzten Jahren Herausforderungen begegneten. Der stationäre Handel in Einkaufspassagen leidet insgesamt stark unter der Konkurrenz durch Internethändler. Konkurrenz für H&M stellen etwa Zalando und Asos, aber auch Schwergewichte unter den Onlineshops, wie Amazon, dar. Der US-Versandhandelsriese gewinnt immer mehr Marktanteile, auch im Bekleidungsgeschäft. Um im Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, hat der schwedische Modehändler Gegenmassnahmen ergriffen. In den letzten Jahren wurde das Portfolio um weitere Marken, die auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtet sind, erweitert. Aktuell im Test ist, in Kooperation mit dem Start-Up ZyseMe, das Angebot von massgeschneiderter Kleidung. Die vielleicht wichtigste Offensive des Händlers ist der Ausbau seines Onlinehandels und die gleichzeitige Restrukturierung des Ladenportfolios. Ein besonderes Augenmerk wird hier auch auf spezielle Onlineangebote, wie zum Beispiel eine Outlet Plattform für Designermode, ähnlich dem Konzept des amerikanischen Anbieters TK-Maxx, gelegt. Auf der Plattform namens Afound werden neben H&M Eigenmarken, auch bekannte Designer aus dem Hoch-preis-, beziehungsweise Luxussegment, wie Hugo Boss, Prada oder Bottega Veneta, angeboten. Seit 2018 kooperiert Hennes und Mauritz mit dem chinesischen Händler Alibaba, um im chinesischen Markt mehr Marktanteile zu gewinnen.

Indem weniger Rabatte gewährt werden und Schlussverkäufe weniger umfangreich ausfallen, sollen die Margen erhöht werden. Ausserdem verfügt der Modehändler über grosse Lagerbestände, diese waren zuletzt 14 % höher als im Vorjahreszeitraum. Das familiengeführte Unternehmen meint, dass dieser Trend anhalten wird. Zuletzt konnte der Aktienkurs wieder an Fahrt gewinnen, nachdem die Quartalszahlen die Erwartungen übertrafen: der Gewinn pro Aktie fiel mit SEK 0.49 deutlich höher aus, als der Analystenkonsens von SEK 0.33 erwarten liess und das Wachstum im ersten Quartal war 4 % über dem des Vorjahreszeitraumes.

22.10.2019 21:23:58

 

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