Apple, Goldman Sachs, MasterCard – Die neue Apple Kreditkarte vereint gleich drei Powerhäuser

Apple, Goldman Sachs, MasterCard – Die neue Apple Kreditkarte vereint gleich drei Powerhäuser

Dienstag, 3. September 2019Lesezeit: 2 Minuten

Apples Kreditkarte wurde vor einigen Tagen in den USA lanciert und ist bereits in aller Munde. Doch welchen Vorteil erhoffen sich die Kooperationspartner Apple, Goldman Sachs und MasterCard?

Apples lang ersehnte Kreditkarte ist endlich da. Seit Mitte August sind alle knapp 100 Mio. US-amerikanischen iPhone Nutzer zum Beantragen der Karte freigeschaltet. Innerhalb weniger Minuten kann die Apple-Karte völlig kostenfrei über die Wallet App beantragt werden.

 

Über die Wallet und die APP «Apple Pay» strebt Apple dieselbe Übersichtlichkeit bei Zahlungs- und den persönlichen Finanzdienstleistungen an, wie es Nutzer heute schon von Revolut oder Monzo kennen. Weiterhin wurde seitens Apple klargestellt, dass im Rahmen der Nutzung der Apple Card keine Daten mit dem Vertriebspartner Goldman Sachs noch mit dem vom Verbraucher genutzten Einzelhandel geteilt, ausgewertet oder für Marketingzwecke genutzt werden. Es wird keine Jahresgebühr geben, aber auch keinen Sign-on Bonus für den Kartennutzer.

Die Hoffnung der Beteiligten

Apples Antrieb und Hintergründe liegen auf der Hand: Neben einem noch höheren Grad an Kundenbindung finden Apple Fans mit der Apple Karte ein edles Add-On für die Wallet App. Doch welchen Mehrwert erhofft sich Goldman Sachs? Die US Amerikanische Investmentbank feiert mit der Apple Karte auch eine Premiere in ihrer langjährigen Betriebsgeschichte: Noch nie hat Goldman Sachs eine Kreditkarte herausgebracht.

Vor kurzem veröffentliche Goldman eine neue Strategie, um die schwankenden Umsätze des Investmentbankings unterstützen zu können: Der Ausbau resp. Aufbau des Privatkundengeschäfts. Inwiefern Goldman Sachs die Apple Card hier helfend ins Spiel bringen kann, bleibt abzuwarten. Analysten zufolge kostet es Goldman USD 350 pro beantragter Kreditkarte. Die Skepsis der Analysten folgt aus aktuellen Zahlen und wirtschaftlichen Entwicklungen eines sowieso schwierigen, übersättigten Marktes. Die von Goldman berechneten Überziehungszinsen sind vergleichsweise niedrig und die Apple Card kommt völlig gebührenfrei – Analysten errechnen sich für GS bereits jetzt höhere Verluste in einem von grossen Player wie JP Morgan Chase, American Express und Citigroup gesättigten Markt.

Laut Goldman Chef David Solomon ist ein mögliches erstes Verlustgeschäft mit der Karte ein nötiges Mittel zum baldigen Erreichen der Marktvorherrschaft im Privatkundengeschäft. Bereits vor drei Jahren wurde die Online-Kreditplattform «Marcus» von Goldman Sachs eingeführt, um verzinste Sparbücher an klein- und mittelgrosse Anleger zu vertreiben. Neben Apple Card und Marcus möchte Goldman in Zukunft ein vergrössertes Universum an Privatanlegerprodukten und Dienstleistungen anbieten, wodurch Skalen- und Plattformeffekte zu höheren Margen führen könnten.

Mastercard mit gemischten Nachrichten

Mastercard dient Apple im Rahmen der Apple Card als Kreditkartenprovider. Mit mehr als 13'400 weltweit angestellten Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt knapp 12.5 Mrd. US-Dollar ist Mastercard neben VISA einer der grossen internationalen Gesellschaften für Zahlungskarten.

Bei der Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen am 30. Juli konnte Mastercard die Erwartungen der Analysten übertreffen. Insgesamt konnte der zweitgrösste Zahlungsdienstleister 26.8 Mrd. Transaktionen durchführen – 21% mehr verglichen mit dem Vorjahresquartal. In der globalen Übersicht wuchs die Anzahl der durchgeführten Transaktionen in den USA um 10% und im europäischen Raum um 31% im Vorjahresvergleich. Der Reingewinn konnte um 12.2% auf 4.11 Mrd. US-Dollar erhöht werden, was insgesamt über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten von 4.08 Mrd. US-Dollar liegt.

Mastercard verblüffte Analysten und Kunden mit einer anscheinend positiv aufgenommenen Neuigkeit: Laut Jobportal des Zahlungsdienstleisters will Mastercard ein Kyptowährungsteam aufbauen, welches sich um die Entwicklung und den Aufbau eigener Wallet- und Kryptowährungs-Produkte kümmern soll. Nachdem Mastercard bereits als einer der Initiatoren von Facebooks Libra Kryptowährung genannt wurde, ist es naheliegend, dass neben Libra noch weitere Projekte im Bereich der Kryptos anstehen könnten.

 

12.12.2019 08:11:35

 

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