Freeport-McMoRan: Umdenken hat bereits stattgefunden

Donnerstag, 2. Juli 2015 von Dominik MeyerLesezeit: 2 Minuten

Negative Auswirkungen durch Rohstoffpreise Die deutliche Abschwächung der Rohstoffpreise über die letzten Quartale hinweg hat sich auch auf Freeport-McMoRan (FCX) als einen der weltweit grössten Kupferproduzenten negativ ausgewirkt. In diesem Zusammenhang stieg der 5-Jahres-CDS (jährliche Prämie, um sich gegen einen Ausfall abzusichern) von etwa 120 Basispunkten (bps) Anfang Juni 2014 auf knapp 400 bps Ende Januar 2015. Seither hat er sich bei etwa 260 bps eingependelt und impliziert damit ein Kreditrating im mittleren «BB»-Bereich, also schlechter als die tatsächlich von S&P, Moody’s und Fitch vergebenen Investment-Grade-Ratings (BBB-/ stabil; Baa3/stabil; BBB/stabil).

 

Erträge aus jüngsten Investitionen erst für 2016 erwartet

Um das Geschäftsmodell horizontal weiter zu diversifizieren, akquirierte FCX im 2013 für USD 10.5 Milliarden die Unternehmen PXP und McMoRan Exploration, die beide im Bereich Exploration und Produktion von Öl und Gas tätig sind. Die schuldenfinanzierte Übernahme liess die Nettoverschuldung (inkl. der übernommenen Finanzverbindlichkeiten von USD 6.7 Milliarden) auf USD 18.7 Milliarden per Ende 2014 ansteigen. Da FCX erst ab 2016 mit signifikanten Erträgen aus den jüngsten Investitionen im Öl- und Gasgeschäft rechnet und zudem die Rohstoffpreise derzeit deutlich unter denen im Jahr 2014 liegen, wird der operative Cashflow trotz Kosteneinsparungen im Geschäftsjahr 2015 nicht ausreichen, die (bereits reduzierten) Investitionen von USD 6.5 Milliarden vollständig selbst zu finanzieren.

 

Investment-Grade-Rating soll gehalten werden

Revidierte Erwartungen über künftige Cashflows führten im 4Q14 und im 1Q15 zu Sonderabschreibungen in Höhe von USD 8.4 Milliarden, die das Eigenkapital innerhalb von sechs Monaten um 22 % auf USD 20.8 Milliarden schrumpfen liessen. Das Management hat auf das neue Umfeld reagiert und senkte bereits deutlich die Dividende (– 85 % im 1Q15 gegenüber 1Q14), reduzierte den Investitionsplan und plant weitere Asset-Verkäufe (z. B. geplanter Börsengang der Öl- und Gassparte). Die Bekräftigung des Managements, das derzeitige Investment-Grade- Rating auch künftig zu halten, kann als Indiz gesehen werden, dass FCX weiterhin an der Verbesserung seines Kredit- und Liquiditätsprofiles arbeiten wird.

 

Barmittelsituation scheint zufriedenstellend

Gegenwärtig beurteilt das Vontobel-Research die Liquiditätssituation von FCX als zufriedenstellend. Die durch die immer noch hohen Investitionen hervorgerufene Finanzierungslücke von etwa USD 3.0 Milliarden über die kommenden 18 Monate (ohne Berücksichtigung der Erträge aus neueren Projekten) kann aus ihrer Sicht über die bestehenden Barmittel (Ende März 2015: USD 682 Millionen) und die zur Verfügung stehenden freien Kreditlinien über USD 4 Milliarden (Laufzeit bis Ende Mai 2019) geschlossen werden. Zudem hat FCX im Februar 2015 mit dem Bankenkonsortium vereinbart, dass die Rückzahlungsmodalitäten des Kredites zur Finanzierung der PXP-Akquisition (USD 3.1 Milliarden) angepasst werden. So müssen zwischen 2016 und 2018 lediglich USD 1.6 Milliarden (ursprünglich USD 3.1 Milliarden) zurückgezahlt werden, davon 2016 und 2017 jeweils nur etwa USD 250 Millionen.

 

Positiv hervorzuheben ist, dass eine (momentan nicht erwartete) Rating-Herabstufung in den Non-Investment-Grade-Bereich nicht zu einer Fälligstellung der PXP-Akquisitionsfinanzierung führen würde. Obwohl der grösste Teil der Verschuldung über Anleihen (knapp USD 15 Milliarden) finanziert ist, steht erst im März 2017 eine Rückzahlung von USD 500 Millionen an. Falls 2016 die Erträge aus neueren Projekten (deutlich) tiefer ausfallen als erwartet, muss FCX aus unserer Sicht weitere Massnahmen ergreifen (z. B. weitere Anpassung des Investitionsplanes, Verzicht auf Dividendenzahlungen, Asset-Verkäufe), um die Liquiditätssituation ab 2017 wieder zu verbessern.

 

Dominik Meyer, Leiter Credit Research, Vontobel Investment Banking

 

Das Vontobel Credit Research unterstützt Investoren bei der Suche nach aus Relative-Value-Sicht werthaltigen Anleihen im Schweizer Bondmarkt. Die Basis bildet ein transparenter und nachvollziehbarer Research-Prozess, was das Verfassen und Publizieren vertiefter Unternehmens- und Branchenanalysen sowie die Zuweisung finaler Kreditratings und Investitionsempfehlungen beinhaltet.

 

19.09.2019 08:45:05

 

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