Freeport-McMoRan muss die Durststrecke überbrücken

Freeport-McMoRan muss die Durststrecke überbrücken

Montag, 18. Januar 2016 von Dominik MeyerLesezeit: 2 Minuten

Nur langsame Erholung der Rohstoffpreise

Mit 1.9 Mio. Tonnen (2014) ist FreeportMcMoRan (FCX; BBB-/negativ; Baa3/negativ; BBB/stabil) nach Codelco der weltweit zweitgrösste Kupferproduzent. Der Kupferbereich trug 2014 über 60 % zum Umsatz von USD 21 Mrd. bei, gefolgt vom Segment «Öl und Gas» (ca. 20 %). Der Verfall der Rohstoffpreise setzte sich in den letzten Wochen ungebremst fort und führte zu Preisen, die zuletzt während der Finanzkrise beobachtet wurden. Der schwache Welthandel und das zurückgehende Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets lassen eine kurzfristige Erholung nicht erwarten. Rohstoffproduzenten sind derzeit mit einem Angebotsüberhang, rückläufigen Umsätzen und schwächeren Margen konfrontiert, sodass Investitionsprogramme bereits massiv gekürzt werden mussten. Der Liquidität und dem Zugang zu den Aktien- und Anleihemärkten kommen deshalb eine besondere Bedeutung zu, um mögliche Finanzierungslücken zu schliessen und die Durststrecke mittelfristig zu überbrücken.

 

Wiederholte Neuverhandlung

Neben den ausstehenden Anleihen besitzt FCX bis Mai 2019 einen Langfristkredit zur Akquisitionsfinanzierung von PXP und McMoRan Exploration (USD 3 Mrd.) sowie eine revolvierende Kreditlinie (USD 4 Mrd.). Um FCX weiteren Handlungsspielraum zu gewähren, wurden die Rückzahlungsmodalitäten des Langfristkredites bis 2020 gestreckt und die Covenant-Gesamtverschuldung zu den EBITDA1 gelockert. Mit den kreditgebenden Banken konnte vereinbart werden, dass die Kennzahl im 1H16 auf bis zu 5.5 x steigen darf, jedoch danach kontinuierlich zurückgeführt werden muss (2016: 5.0 x, 2017: 4.25 x).

 

Managementerwartungen vs. Stressszenario

Für die Jahre 2016 und 2017 erwartet FCX ein EBITDA1 von durchschnittlich USD 7 Mrd. Kritisch anzumerken ist, dass die derzeitigen Spotpreise unter den Preisannahmen von FCX liegen. In einem Stressszenario erwarten wir ein EBITDA1 von lediglich USD 4.5 Mrd. für 2016. Mit einer Gesamtverschuldung von USD 20.7 Mrd. (9M15) und einer Kennzahl Gesamtverschuldung zu EBITDA1 von 4.7 x würde sich der Spielraum für FCX deutlich einengen. Aus unserer Sicht muss die Verschuldung reduziert werden, um auch in einem möglichen Stressszenario den Covenant erfüllen zu können. Inwieweit die finanzierenden Banken zu weiteren Zugeständnissen bei der Lockerung der Vereinbarungen bereit sind, ist ungewiss.

 

Liquidität kurzfristig sichergestellt

Trotz der Kapitalerhöhung über USD 1 Mrd. im 3Q15 besass FCX Ende September Barmittel von lediglich USD 338 Mio., verfügte allerdings über freie Kreditlinien von USD 3.8 Mrd. Weitere Aktien im Wert von USD 0.6 Mrd. wurden im 4Q15 platziert. Nachdem der Investitionsplan im Dezember abermals reduziert wurde, geht FCX davon aus, dass 2016 der operative Cashflow die Investitionen (geplant: USD 3.8 Mrd.; 2017: USD 3.2 Mrd.) um USD 600 Mio. übersteigen wird und dementsprechend zur Schuldenrückführung eingesetzt werden kann. Die vorgeschlagenen Massnahmen (z. B. Verzicht auf Dividenden) finden sogar die Unterstützung des Aktionärs-Aktivisten Carl Icahn, der seit August 2015 mit 7.6 % an FCX beteiligt und mit zwei von zehn Sitzen im Board of Directors vertreten ist. Positiv für die Liquiditätssituation ist, dass 2016 Finanzschulden von lediglich USD 205 Mio. zurückgezahlt werden müssen, während 2017 und 2018 jedoch USD 1.5 bzw. 2.5 Mrd. fällig werden. Positiv ist auch, dass eine Herabstufung in den Non-Investment-Grade-Bereich nicht zu einer Fälligstellung der Kredite und Anleihen führt.

 

Umsetzungsrisiken bleiben bestehen

Zusätzliches Eigenkapital (Programm lässt noch USD 0.4 Mrd. zu) und Asset-Verkäufe sind zwingend notwendig, um das Finanz- und Liquiditätsprofil über die kommenden Monate zu verbessern. Während die Einhaltung des oben erwähnten Covenant 2016 eine zentrale Rolle spielen wird, kommt der Liquidität 2017 höhere Bedeutung zu. Da Teile des Öl- und Gasgeschäftes im gegenwärtigen Umfeld kaum verkäuflich sind, könnte FCX dazu gezwungen werden, auch Teile seiner Minen abzugeben. Eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Massnahmen (auch vor dem Hintergrund eines sich fortsetzenden Abwärtstrends der Rohstoffpreise) ist jedoch mit Fragezeichen versehen.

 

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