Food Delivery: Zu Hause wie im Restaurant essen

Food Delivery: Zu Hause wie im Restaurant essen

Dienstag, 26. Mai 2020Lesezeit: 3 Minuten

Keine Lust zu kochen und dennoch frisch gekochtes Essen zu Hause geniessen? Online-Lieferdienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Gemeinsam mit Solactive hat Vontobel einige vielversprechende Unternehmen dieses Segments in einem Index zusammengefasst.

Seit Pizza Hut 1994 den ersten Online-Bestelldienst für Pizza lancierte, ist aus dem Online-Lieferdienst ein Milliardengeschäft geworden. Gemäss Schätzungen von Statista wurden 2019 weltweit rund USD 107 Milliarden in diesem Segment umgesetzt. Bis zum Jahr 2024 soll der globale Umsatz im Online-Delivery-Segment auf 184 Milliarden US-Dollar wachsen. Die Folgen der Coronakrise sind in dieser Schätzung bereits berücksichtigt.

Geschätztes weltweites Wachstum von Food Delivery

In Millionen USD

Quelle: Statista.com (Folgen von COVID-19 berücksichtigt), Mai 2020

Gründe für das Wachstum sind zum einen zunehmende Komfortansprüche: Anstatt selbst nach einem langen Arbeitstag eine Mahlzeit am eigenen Herd zuzubereiten, ist es einfacher und bequemer, sich frisches Essen nach Hause liefern zu lassen. Es ist vor allem die Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen, die diese Dienstleistungen 2019 am häufigsten in Anspruch nahm.

Nutzer nach Altersgruppen

In Prozent

Quelle: Statista.com, Global Consumer Survey, Oktober 2019

Historisch gewann zunächst das Modell Restaurant-to-Consumer-Delivery an Bedeutung. Für Restaurants war es ein einfacher Schritt von Telefon auf Online-Bestellungen umzustellen. Unabhängige Online-Bestellplattform wie Delivery Hero erkannten diesen Trend und expandierten in den letzten zehn Jahren weltweit. Globale Fast-Food-Ketten wie Domino's bauten ihren digitalen Vertrieb ebenfalls aus.

Die Auswahl reicht mittlerweile weit über Pizza hinaus: Plattformen wie Just Eat und Takeaway.com, die vor kurzem in einer 6.2 Milliarden-£-Transaktion fusionierten, aggregieren die Angebote verschiedener Restaurants und nehmen die Bestellungen der Kunden entgegen. Für die Vermittlung der Bestellungerhebt der Plattformbetreiber eine Vermittlungsgebühr von den angeschlossenen Restaurants.

Lieferdienst inklusive

Plattformen wie Uber Eats, Grubhub und Deliveroo haben ihr Geschäftsmodell erweitert und bieten die Auslieferung der bestellten Mahlzeiten zum Kunden an (Platform-to-Consumer-Delivery). Für Restaurants hat das den Vorteil, dass unausgelastete Küchenkapazitäten für einen eigenen Lieferdienst genutzt werden können, ohne einen eigenen Lieferdienst aufbauen und unterhalten zu müssen. Dies eröffnet Restaurants einen neuen Absatzkanal mit zusätzlichem Umsatzpotenzial. Gemäss einer Deloitte Studie zu Uber Eats verzeichnete die Mehrheit der Restaurants eine Umsatzsteigerung, nachdem sich diese einer Lieferplattform angeschlossen haben.

Anfänglich hatte das Geschäftsmodell der Platform to Consumer Delivery Mühe Fuss zu fassen. Es birgt ein höheres Betriebsrisiko mit hohen Kosten für die Liefer- und Versorgungslogistik. Für einen rentablen Geschäftsbetrieb bedarf es einer ausreichenden Bevölkerungsdichte. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist dieses Segment mittlerweile fast grösser als der Bereich des klasischen Bestellservices. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und generell in Asien gewinnt dieses Geschäftsmodell zunehmend an Bedeutung.

Rege Übernahmeaktivitäten

Aktuell befindet sich die Branche in einer Konsolidierungsphase. Anscheinend versuchen sich viele Unternehmen mittels Zusammenschlüssen und Übernahmen für den Wettbewerb zu positionieren um vom Wachstumspotential der Branche optimal profitieren zu können. So haben beispielsweise Just Eat und Takeaway.com vor kurzem grünes Licht für ihre angestrebte Fusion erhalten. Zudem bewilligte die britische Kartellbehörde die Übernahme von Deliveroo durch Amazon. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg soll Uber Technologies Interesse an der Übernahme des US-Unternehmens Grubhub haben und ein entsprechendes Übernahmeangebot unterbreitet haben.

Solactive Food Delivery Index (NTR)

In Kooperation mit dem Indexanbieter Solactive hat Vontobel die wichtigsten Anbieter im Food-Delivery-Segment im Solactive Food Delivery Index (NTR) zusammengefasst. Die Auswahl erfolgt anhand eines Indexuniversums, welches sich aus börsennotierten Unternehmen aus Industrieländern zusammensetzt. Hierbei muss die Marktkapitalisierung der Unternehmen mindestens 750 Millionen US-Dollar betragen. Zudem muss das durchschnittliche tägliche Börsenhandelsvolumen mindestens 5 Millionen US-Dollar betragen.

Des Weiteren wird ein Sprachenalgorithmus zur Selektion der Indexmitglieder verwendet. Hierzu werden öffentlich verfügbaren Informationen nach Begriffen durchsucht, die das Indexthema umschreiben. Jedes Unternehmen des Indexuniversums erhält eine Punktzahl, welche vom Fokus des Unternehmens auf die Branche abgeleitet wird. Anschliessend wird die Auswahl daraufhin überprüft, ob die Geschäftstätigkeiten einen wesentlichen Anteil im Food-Delivery-Bereich haben. Alle verbleibenden Unternehmen werden entsprechend ihrer Punktzahl eingeordnet. Die 20 Unternehmen mit der höchsten Punktzahl werden gleichgewichtet in den Index aufgenommen Die Anpassung der Indexmitglieder geschieht auf halbjährlicher Basis.

Initiale Indexzusammensetzung:

Das Open-End Partizipationszertifikat auf den Solactive Food Delivery Index (NTR) ermöglicht es Anlegern mit nur einer Investition an der Wertentwicklung des Index teilzuhaben.

 
20.09.2021 10:25:36

 

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