Fintechs im Vormarsch

Fintechs im Vormarsch

Freitag, 12. Juli 2019Lesezeit: 2 Minuten

Während europäische Banken seit der Krise vor über 10 Jahren noch immer zu kämpfen haben, scheinen Fintechs das Problem nicht zu haben. Sie konnten in den letzten Jahren ein ansehnliches Wachstum verzeichnen. Die Wachstumsmöglichkeiten scheinen auch weiterhin vielfältig und gross. Es besteht somit noch reichlich Potenzial für die aufstrebenden Unternehmen.

Die zunehmende Digitalisierung, ansteigendes online-Kaufverhalten von Konsumenten und noch reichlich ungenutztes Potenzial beim elektronischen Zahlungsverkehr lassen noch immer Luft nach oben. Doch scheinen die grossen etablierten Player – insbesondere die europäischen Banken – Mühe zu haben mit der Entwicklung – das Spielfeld wird wesentlich von etablierten Fintechs beherrscht.

Ihre Vorreiterrolle stellen die Fintechs nicht nur durch ihr Wachstum, sondern auch durch die Aktienkursentwicklung unter Beweis, hinter der die der Banktitel abgeschlagen zurückfallen. Während der Euro Stoxx Banks Index in den letzten beiden Jahren Einbussen hinnehmen musste, konnten Paypal und Wirecard ein massives Wachstum verzeichnen. Es ist jedoch anzumerken, dass historische Daten keine zuverlässigen Indikatoren für die künftige Entwicklung darstellen. Ausserdem ist im Fintech-Bereich eine Konsolidierung zu beobachten. Um im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können schliessen sich immer mehr der Unternehmen zusammen.

Paypal

Das grösste und wohl bekannteste dieser Unternehmen ist der Online-Bezahldienst Paypal, der mittlerweile häufig bei der Bezahlung von Online-Käufen Anwendung findet. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen rund 1.1 Mio. private Nutzer allein in der Schweiz – und weltweit mehr als 246 Mio. Nutzer in über 200 Ländern; Tendenz steigend. Aber nicht nur das. Seit seinem IPO im Jahr 2015 konnte das Unternehmen seinen Börsenwert um rund 240% steigern. Ein Trend, der gemäss Analystenmeinung noch nicht beendet ist. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 137.4 Mrd. US-Dollar ist Paypal das grösste der Fintechs (Bloomberg, Stand am 31.03.2019).

Wirecard

Für den Online-Zahlungsabwickler Wirecard war das aktuelle Jahr ziemlich turbulent. Anfang Februar verlor die Aktie innerhalb von einer Woche mehr als 40% - konnte aber einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Über mehrere Jahre hinweg betrachtet verzeichnet Wirecard ein enormes Wachstum und konnte in den letzten drei Jahren um rund 280% zulegen. Der resultierende Anstieg der Marktkapitalisierung führte dazu, dass Wirecard im Herbst des letzten Jahres die Commerzbank aus dem DAX® verdrängte. Viele Analysten sehen bei der Aktie noch immer Potenzial und versehen sie mit einem Buy-Rating (Bloomberg, 09.07.2019).

Fidelity National Information Services (FIS)

Ein Anbieter von Finanzdienstleistungen, FIS, setzt auf Skaleneffekte, um die eigene Position zu stärken. Das Unternehmen will nämlich den britischen Zahlungsabwickler Worldpay übernehmen, was die europäische Wettbewerbskommission am Montag bewilligt hat. Mit einer Marktkapitalisierung von 40 Mrd. US-Dollar und einem Wachstum (seit Jahresbeginn) von 70% handelt es sich bei der Übernahme um den bisher grössten Deal in diesem Markt.

FIS selbst ist ein Finanzserviceanbieter aus den USA, der Banken Software und die Abwicklung von Zahlungen anbietet. Mit mehr als 50'000 Mitarbeitenden in mehr als 130 Ländern erwirtschaftet die Unternehmung einen Umsatz von 8.4 Mrd. US-Dollar.

Fiserv

Dieselben Dienstleistungen werden auch von einem weiteren amerikanischen Unternehmen angeboten und auch dieser Anbieter setzt auf die Vorteile, welche ein grösserer Konzern mit sich bringt. Es handelt sich dabei um Fiserv. Die Unternehmung hat Anfang dieses Jahres Firstdata aufgekauft, was die Aktienkurse beider Unternehmen beflügelt hat. Über die Bühne gehen soll die Fusion dann im Herbst dieses Jahres.

Square Inc.

Square Inc. revolutionierte im Jahr 2009 den Zahlungsverkehr, indem der Zahlungsanbieter Kartenzahlungen mit dem Smartphone oder Tablett ermöglichte. Square hat bei seinem IPO im November 2015 243 Mio. US-Dollar gesammelt. Der Angebotspreis betrug 9.00 US-Dollar pro Aktie. Square generiert 85% der Einnahmen aus Transaktionsgebühren. Davon stammen 10% der Einnahmen vom Kunden Starbucks. Square ist ein früher Anbieter von mobilen Zahlungsgeräten und -software und steht im Wettbewerb mit etablierten Finanz- und Technologieunternehmen.

14.10.2019 08:24:50

 

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