Fed-Kommunikation für US-Dollar entscheidend

Fed-Kommunikation für US-Dollar entscheidend

Freitag, 11. Dezember 2015 von Dr. Sven SchubertLesezeit: 2 Minuten

Die nächste Sitzung der US-amerikanischen Zentralbank (Fed) am 16. Dezember rückt näher. Unser Ausblick auf eine Zinserhöhung im Dezember mit «dovishem» Unterton hat sich seit September nicht geändert. Vielmehr haben die starken US-Arbeitsmarktzahlen im Oktober und November dazu geführt, dass unsere Einschätzung mittlerweile Konsensus-Meinung geworden ist.

Mit 80%iger Wahrscheinlichkeit preisen die Terminmärkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte nahezu komplett ein. Dies verspricht wenig Aufwärtspotential für den US-Dollar, sollte die Fed die Zinsen tatsächlich erhöhen. Entscheidender für den US-Dollar als der Entscheid an sich wird die Kommunikation der Fed sein. Schliesslich besteht weiterhin eine grosse Divergenz zwischen Fed-Prognose und Markterwartungen (Grafik 1). Während die «Dots» der Fed (Fed-Prognose) weiterhin vier Zinsschritte à 25 Basispunkte im 2016 signalisieren, preisen die Terminmärkte kumuliert 2016 lediglich 60 Basispunkte ein. Für die zukünftige US-Dollar-Entwicklung wird daher entscheidend sein, wer hier falsch liegt.

Grafik 1: Es besteht eine grosse Divergenz zwischen Markterwartungen und Fed-Prognose

 

 

Fed wird Zinserwartungen wohl tief halten wollen

Unser Wirtschaftsausblick für die US-Volkswirtschaft (reales Wachstum von ca. 2.5- 3.0% in 2016 und eine Inflation von knapp unter dem Inflationsziel von 2%) spricht unserer Meinung nach für drei Zinserhöhungen im Jahr 2016. Somit gehen wir davon aus, dass die Fed in absehbarer Zeit die «Dots» senken wird. Zu erwarten ist, dass die Fed bereits am kommenden Mittwoch beginnen wird, die Erwartungen zu senken und die Abhängigkeit weiterer Zinsschritte von der künftigen Entwicklung der Wirtschaftsdaten hervorhebt. «Datenabhängigkeit» dürfte weiterhin das Lieblingswort von Janet Yellen in der Pressekonferenz bleiben. Unsere Erwartung auf drei Zinserhöhungen im Jahr 2016 bedeutet jedoch auch, dass wir die Markterwartungen von ca. 2 Zinserhöhungen als zu moderat zu werten sind. Somit sehen wir für den US-Dollar eine weiterhin moderate Zinsunterstützung und erachten den Aufwertungstrend des US-Dollar als noch nicht beendet (Grafik 2).

Grafik 2: «Bullisher» US-Dollar-Trend gegenüber dem Euro ist noch nicht gebrochen

 

 

US-Dollar Höhepunkt bis Ende 2016

Allerdings könnte der US-Dollar seinen Höhepunkt schon 2016 erreichen. Die Erwartungen für weitere Zinserhöhungen in den USA sind seit Mitte 2014 beachtlich gestiegen. Bereits heute antizipieren die Finanzmärkte Zinserhöhungen auf ca. 2.5% auf lange Sicht (Grafik 1). Unsere Einschätzung, dass der gleichgewichtete Leitzinssatz zwischen den Dots (3.50%) und den Markterwartungen (2.50%) liegt, lässt uns davon ausgehen, dass der US-Dollar künftig eine «lediglich» moderate Zinsunterstützung erfahren wird. Den Höhepunkt wird der US-Dollar gegenüber dem Euro unserer Meinung nach im 2016 sehen, denn die EZB-Politik spielt eine entscheidende Rolle. Diese hat kürzlich ihr Anleihekaufprogramm bis Ende März 2017 verlängert. Da wir derzeit nicht davon ausgehen, dass weitere Massnahmen notwendig werden, könnte Ende 2016 «Tapering» in der Eurozone zum Thema werden. Da dies steigende Zinserwartungen in der Eurozone zur Folge haben würde, könnte der Euro Ende 2016 leichten Auftrieb erhalten.

 

US-Dollar-Exposure graduell reduzieren

So sehen wir das Zeitfenster für eine weitere Rally des US-Dollar gegenüber dem Euro sich bis Ende 2016 schliessen. An unseren Kurszielen von 1.00 US-Dollar pro einem Euro (EUR/USD) und 1.08 Franken je einem US-Dollar (USD/CHF) in 2016 halten wir weiter fest, raten jedoch auf dem Weg dorthin, das US-Dollar-Exposure weiter zu reduzieren.

07.12.2019 21:30:53

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden

So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.