Fallende Ölpreise trotz politischer Unsicherheiten

Fallende Ölpreise trotz politischer Unsicherheiten

Mittwoch, 18. April 2018Lesezeit: 4 Minuten

Vergangene Woche verteuerte sich Rohöl massiv, vor allem wegen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Gefahr einer Eskalation der Lage ist wieder gebannt, die Preise purzeln.

US-Ölförderung gerät wieder in den Blick

Vergangene Woche verteuerte sich Rohöl massiv. Der Preis für ein Barrel zog um rund acht Prozent an, vor allem auch wegen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die beiden weltweit gehandelten Sorten Brent und WTI kosteten 73 bzw. knapp 68 US-Dollar je Fass. Ein beachtlicher Sprung: Vor einem halben Jahr lagen die Preise noch in der Nähe um 50 US-Dollar je Barrel.

Zu Wochenbeginn aber gab die Rohöl-Notiz im Zuge der Entspannung der Causa Syrien wieder nach. „Ölpreise und Geopolitik sind eng miteinander verknüpft“, sagt Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). „Vor allem wenn der Nahe Osten betroffen ist, das Herz des weltweiten Ölexports.“ Die Gefahr einer Eskalation der Lage im Nahen Osten schätzen die Marktteilnehmer begrenzt ein, nachdem die USA und Frankreich signalisierten, dass die Raketenangriffe auf Syrien ein einmaliger Warnschuss an den Diktator al-Assad darstellten.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden am Markt nun wieder die Sorgen einer zu starken Ölförderung in den USA höher gehandelt. Die gestiegenen Ölpreise führen laut Commerzbank zu einer entsprechenden Ausweitung der Nicht-OPEC-Produktion. So ist die Anzahl aktiver US-Bohrungen in der Vorwoche auf 815 gestiegen, der höchste Stand seit März 2015.

Fakt ist: seitdem die OPEC-Länder ein Einfrieren ihrer Förderung beschlossen haben, hat sich der Preis für das Schwarze Gold deutlich erhöht. Das wiederum ist gut für das Nicht-OPEC-Mitglied USA, wo viele Ölproduzenten auf das teure Fracking setzen. Die Vereinigten Staaten erwarten, dass die tägliche Förderung in diesem Jahr auf 10.7 Mio. Barrel zulegen wird. Damit würden die USA noch vor Saudi-Arabien und Russland zum weltgrösste Ölproduzenten aufsteigen.

Goldene Zeiten im Anmarsch?

Der Goldpreis hält sich nun seit einiger Zeit in einer Bandbreite zwischen 1'100 und 1'400 US-Dollar je Feinunze auf. Auch der nähere Blick auf die Handelsspanne zeugt von einer schwachen Seitwärtsbewegung: In den vergangenen sechs Monaten wurde die Notierung zwischen 1'230 und 1'365 US-Dollar je Unze gehandelt.

Nun gibt es Anzeichen, dass sich die Zeit für Edelmetall-Anleger zum Positiven wenden könnte. So stiegen die Netto-Long-Positionen spekulativer Grossanleger Anfang des Jahres innerhalb von sechs Wochen um das fast Dreifache auf das höchste Niveau seit September 2017. Auch unter den ETF-Investoren hat sich wegen der geopolitischen Risiken und der damit verbundenen Unsicherheiten das Kaufinteresse wieder erhöht: In der letzten Woche flossen den Gold-ETFs 16.6 Tonnen zu, seit Anfang des Monats sogar bereits 36 Tonnen, wie die Commerzbank berichtete. Dies sei jetzt schon fast doppelt so viel wie im gesamten März, hiess es.

Neben den derzeit regelmässig wiederkehrenden geopolitischen Unsicherheitsherden (Naher Osten, Korea-Konflikt, Handelsstreitereien usw.) hat auch die Unruhe an den Aktienmärkten in diesem Jahr bei vielen Anlegern das Bedürfnis nach Sicherheit geweckt und die Aufmerksamkeit in Richtung Edelmetalle gelenkt.

Die in den USA seit Ende 2016 wieder steigenden Zinsen scheinen dem Goldpreis hingegen wenig auszumachen. Die vier Zinsschritte der US-Notenbank in den vergangenen 16 Monaten haben der Notiz letztlich nicht wirklich geschadet. Das Edelmetall-Handelshaus Pro Aurum klärt auf, dass der Ausblick für den Goldpreis nicht vom Nominalzins, sondern vielmehr vom Realzins, der auch die Inflation mit einbezieht, abhängig ist. Laut den Experten von Degussa Goldhandel können steigende Zinsen indirekt den Goldpreis sogar befördern. Die Wahrscheinlichkeit, dass steigende Zinsen in Verbindung mit schwächerem Wachstum die Schuldentragfähigkeit der vielerorts hochverschuldeten Volkswirtschaften mindern, lasse Anleger vermehrt nach den „sicheren Anlagehäfen“ wie Edelmetalle greifen, hiess es.

Barrier Reverse Convertible

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Rendite max.Rendite max. p.a.VerfallWhg.BidAsk  
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3M 6.00% 27.91% - - 17.12.2021 USD 100.30 100.70
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Palladium: schwache Performance im laufenden Jahr

Nach den USA hat sich auch der chinesische Automarkt im März wieder deutlich belebt. Gemäss Daten des Verbands der chinesischen Automobilhersteller wurden im Berichtsmonat 2.17 Millionen Autos verkauft - 3.5% mehr als im Vorjahr. Im ersten Quartal seien die gesamten Verkäufe um 2.6% auf rund 6.1 Millionen Autos gestiegen.

Das Edelmetall hat eine grosse Nachfrage in der Autoindustrie. Der weltgrösste Metallverarbeiter Johnson Matthey verzeichnete einen weiteren Bedarfsanstieg aus dem Automobilsektor. Grund hierfür sei die im Zuge der Dieselkrise zunehmende Produktion von Autos mit Benzinmotoren. Dort kommt Palladium bei Katalysatoren zum Einsatz. Auch solle der Palladiumbedarf pro Fahrzeug dabei konstant bleiben. Bemühungen um eine Substitution, etwa durch den teilweisen Einsatz von Silber in elektrischen Anwendungen, seien wegen der strengeren Abgasnormen nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Nach Beobachtung der Analysten der Commerzbank hat der Palladiumpreis in diesem Jahr bisher nicht im Geringsten von den guten Automärkten, besonders in den USA und China profitieren können. «Im Gegenteil, mit einem Minus von neun Prozent seit Jahresbeginn zählt Palladium 2018 bislang zu den schwächsten Rohstoffen, die wir analysieren. Dies liegt unseres Erachtens auch daran, dass der globale Palladiummarkt in diesem Jahr wohl deutlich besser versorgt ist.», so die Rohstoffexperten.

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19.10.2021 21:11:07

 

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