Europäische Aktien: Seilziehen zwischen Gewinnwachstum und politischem Risiko

Europäische Aktien: Seilziehen zwischen Gewinnwachstum und politischem Risiko

Montag, 16. Januar 2017 von Andreas NiggLesezeit: 2 Minuten

Seit der grossen Finanzkrise stand der europäische Aktienmarkt oft im Schatten seines amerikanischen Gegenübers. Inzwischen spricht die relative Bewertung zwar für europäische Aktien. Doch politische Unsicherheiten in Zusammenhang
beispielsweise mit Wahlen in Frankreich und Deutschland könnten das Börsengeschehen in Europa belasten.

Zu politischen Umwälzungen kam es im Jahr 2016 dies- und jenseits des Atlantiks. Die Dynamik an den europäischen und amerikanischen Börsenplätzen war jedoch eine andere. Die Entscheidung der Briten für ein Ausscheiden aus der EU führte anfänglich zu panikartigen Reaktionen, während die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten eine regelrechte Euphorie auslöste. Ähnlich unterschiedlich präsentieren sich die Fundamentaldaten. Einer Verdoppelung der Unternehmensgewinne in den USA seit 2009 steht in der Eurozone eine Stagnation der Profite gegenüber. Insbesondere die amerikanischen Banken haben nach der Finanzkrise grosse Agilität bewiesen, indem sie schlechte Kredite abschrieben und sich neues Kapital beschafften. In Europa, wie ein Blick nach Italien zeigt, ist dieser Prozess hingegen bis heute nicht abgeschlossen.

 

Gewinnstagnation in Europa seit Finanzkrise, Quelle: IBES, Thomson Reuters Datastream, Vontobel Asset Management

Europäische Firmen könnten US-Pendants überholen

Allerdings beginnt sich die Schere zu schliessen. Im Jahr 2016 war das Wirtschaftswachstum in Europa und Amerika ähnlich. Im kommenden Jahr dürfte die Gewinnentwicklung der europäischen Unternehmen sogar diejenige der amerikanischen Firmen übertreffen. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen gehört auch Europa zu einem der Hauptprofiteure einer anziehenden Weltwirtschaft, was sich bereits in diversen ökonomischen Indikatoren widerspiegelt. Zum anderen dürfte der schwächere Euro das Exportgeschäft ankurbeln. Hier ist vor allem Deutschland gut positioniert. Auch die Gewinnrevisionen – das Verhältnis von positiven zu negativen Anpassungen der Gewinnprognosen durch Analysten – deuten auf eine sehr positive Positionierung vieler europäischer Länder hin. Dies ist für uns ein wichtiges Signal, dass die Gewinnerholung wie erwartet eintreten wird.

 

US-Firmen überzeugen mit gutem Wachstum, Quelle: IBES, Thomson Reuters Datastream, Vontobel Asset Management



Das Wahljahr 2017 könnte für Überraschungen sorgen

Vorsicht ist jedoch geboten, denn ein Blick in den europäischen Wahlkalender lässt ein überaus bewegtes Jahr erwarten. Nicht nur in Frankreich und Deutschland, sondern auch in den Niederlanden finden Wahlen statt. In Italien schwelt nach dem Rücktritt von Matteo Renzi die Regierungskrise weiter. Die britische Regierung wiederum will den Loslösungsprozess von der EU vorantreiben. Hinzu kommt, dass Abstimmungsumfragen keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den Ausgang mehr zulassen, wie sich im Vorfeld des «Brexit» und der US-Wahlen gezeigt hat. Europäische Aktien dürften deshalb trotz guter Voraussetzungen kaum zu einer nachhaltigen Hausse ansetzen, solange die politischen Unwägbarkeiten bestehen. Falls die verschiedenen Wahlen jedoch keine negativen Überraschungen mit sich bringen, dürften die europäischen Aktienmärkte durchaus positiv reagieren.

 


Renditeoptimiert an der Kursentwicklung europäischer Ölproduzenten partizipieren

Anleger, die an einem möglichen Anstieg der Aktienkurse von Ölproduzenten teilhaben wollen, könnten ihr Augenmerk auf einen Multi Defender VONTI mit Partizipation (Barrier Reverse Convertible) legen. Die Struktur schützt bis zu einem gewissen Grad (bis zum integrierten Barrierenlevel) vor Kursrückschlägen während der Laufzeit. Investoren partizipieren mit dem Barrier Reverse Convertible mit Partizipation auf europäische Ölproduzenten während der Produktlaufzeit von drei Jahren an der durchschnittlichen Performance des zugrunde liegenden Öl-Titels. Sollte der erwartete Kursanstieg der zugrundeliegenden Aktien bis zum Laufzeitende nicht eintreten und es stattdessen zu Kurseinbrüchen kommen, sind Investoren vor Kursverlusten von bis zu 35% gegenüber der Anfangsfixierung geschützt.

 

19.10.2019 09:53:38

 

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