Erdöl: dünne Luft über 60 US-Dollar; Gold: bald wieder im Aufwind?

Erdöl: dünne Luft über 60 US-Dollar; Gold: bald wieder im Aufwind?

Donnerstag, 9. Februar 2017 von Stefan EppenbergerLesezeit: 2 Minuten

Seit einigen Wochen tendieren die Erdölpreise aufwärts. Grund hierfür ist in erster Linie die Entscheidung der Opec von Ende November 2016, die Ölförderung auf breiter Front zurückzufahren.

Grafik 1: Opec-Förderung nahe am Limit, Quelle: EIA, Thomson Reuters Datastream, Vontobel Asset Management

Preise weit über 60 US-Dollar pro Fass scheinen uns aber aufgrund einer absehbaren höheren Produktion in den USA kaum nachhaltig. Deutlich zuversichtlicher sind wir hingegen für die Entwicklung der Edelmetallpreise in den kommenden Monaten. Am 30. November fiel innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ein unerwarteter Beschluss: Die Mitgliedsstaaten wollen die Produktion erstmals seit 2008 reduzieren. Dies sorgte für eine eindrückliche Jahresendrally bei den Erdölpreisen. Sie wurde dadurch verstärkt, dass auch Länder ausserhalb der Opec, allen voran Russland, eine Drosselung ihrer Produktion in Aussicht stellten. Die wachsenden finanziellen Probleme etlicher Staaten mögen dabei eine Rolle gespielt haben. Ausschlaggebend war unseres Erachtens jedoch eher, dass die meisten Opec-Mitglieder auf «Teufel komm raus» produzierten (siehe Grafik 1, vergleiche September-Ausgabe des Investors’ Outlook). Es war also nur eine Frage der Zeit, bis diese Staaten bei der Förderung an ihre Grenzen stossen würden. Die Aussichten für die Erdölpreise scheinen auch deshalb günstig, weil die Nachfrage jedes Jahr weiterhin um eine Million Fass pro Tag steigt.

 

Sind somit 2017 Preise von 70 bis 80 US-Dollar zu erwarten? Dies dürfte kaum der Fall sein. Die grossen Nutzniesser der jüngsten Opec-Übereinkunft – die US-Schieferölproduzenten – werden die anziehenden Notierungen für ein Wiederhochfahren ihrer Förderung nutzen. Dies wiederum dürfte den Preis des «schwarzen Goldes» in den nächsten Monaten auf einem Niveau von rund 60 US-Dollar halten.

 

Gold: Einstiegsniveau für Risikobewusste

Grafik 2: Abflüsse aus Gold-Fonds seit Trumps-Sieg, Quelle: Bloomberg, Vontobel Asset Management

Während Energie- und Metallpreise im Zuge von Konjunkturhoffnungen stark zulegten, bot sich bei den Edelmetallen im vergangenen Quartal ein umgekehrtes Bild. Der Goldpreis fiel seit dem 1. Oktober 2016 um rund 160 US-Dollar auf 1’157 Dollar pro Feinunze Ende Jahr. Grund hierfür waren Erwartungen, dass sich eine Regierung Trump als günstig für die US-Wirtschaft erweisen würde. In der Folge brach die Nachfrage der Anleger nach börsengehandelten Gold-Fonds ein (siehe Grafik 2). Staatliche Konjunkturmassnahmen führen zu höheren Zinsen, was andere Anlageklassen im Gegensatz zu Gold – das keine Zinsen abwirft – für Anleger attraktiv macht, so die Logik.

Entsprechend wichtig für die zukünftige Schätzung des Goldpreises sind die Prognosen für die US-Realzinsen. Wir erwarten im kommenden Jahr einen signifikanten Anstieg der US-Inflation, während die zehnjährigen amerikanischen Marktzinsen nur noch leicht ansteigen sollten. Die daraus folgenden niedrigeren US-Realzinsen sollten dem Goldpreis somit neuen Schub verleihen. Angesichts des jüngsten deutlichen Preisrückgangs und der extrem pessimistischen Anlegerstimmung stellt das aktuelle Preisniveau aus unserer Sicht auch taktisch gesehen ein attraktives Einstiegsniveau für mutige Investoren dar.

 


Durch Investition in einen Barrier Reverse Convertible, der auf Ölförderern oder auf Goldminen basiert, könnten Anleger profitieren. Erwartet ein Investor, dass die Kurse der jeweiligen Basiswerte während des Anlagezeitraumes einen stabilen Verlauf nehmen, könnten sie dank der Auszahlungsstruktur eines solchen Investments attraktive Renditen erzielen – und das Aktienkursrisiko reduzieren. Mittels des garantierten Coupons, der unabhängig vom Kursverlauf gezahlt wird, lässt sich in Zeiten seitwärts weisender Kursentwicklungen folglich das Rendite-/Risikoprofil gegenüber einer Direktanlage optimieren. Werfen Sie zum Beispiel einen Blick auf aktuelle Barrier Reverse Convertible mit interessanten Produktkonditionen wie den Multi Defender VONTI mit Partizipation. Bei diesem Produkt besteht neben der fixen Couponzahlung auch die Chance, an einer möglicherweise steigenden Goldpreis-Entwicklung zum Laufzeitende teilzuhaben. Oder den Callable Multi Defender VONTI auf vier Ölproduzenten: Neben attraktiven Renditechancen besteht bei ihm die Möglichkeit auf eine vorzeitige Rückzahlung. Im Falle der Kündigung besteht allerdings das Risiko, möglicherweise nur noch zu schlechteren Konditionen eine Wiederanlage tätigen zu können.

 

23.10.2019 12:32:09

 

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