Erdöl: Förderstaaten im Nahen Osten am längeren Hebel

Erdöl: Förderstaaten im Nahen Osten am längeren Hebel

Donnerstag, 21. Januar 2016 von Stefan EppenbergerLesezeit: 1 Minute

Auch zum Jahresende 2015 blieben die Erdölnotierungen weiter unter Abgabedruck. Ölförderer mit hohen Produktionskosten dürften sich dadurch gezwungen sehen, ihr Angebot zu reduzieren oder gar den Betrieb einzustellen. Dies sollte den Erdölpreisen längerfristig Auftrieb verleihen und Produzenten im Nahen Osten in die Hände spielen.

Der Ölpreis sinkt und sinkt. Seit dem Beschluss der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vom 4. Dezember 2015, die Produktion nicht zu drosseln, fiel der Preis um über 25% auf unter 30 US-Dollar je Barrel. Was die Konsumenten freut, stellt Erdölförderer vor grosse Probleme: Die Mehrheit der Produzenten ausserhalb der OPEC-Staaten arbeitet auf längere Sicht derzeit nicht kostendeckend (siehe Chart). Zwar können etliche Unternehmen die Kosten weiter senken, doch vielen bleibt bei diesen Preisniveaus keine andere Wahl, als die Produktion teilweise oder ganz zurückzufahren.

 

 

US-Schieferölförderer haben das Nachsehen

Zahlreiche OPEC-Mitglieder – zumindest jene im Nahen Osten – sehen die Situation dank ihrem einfachen Zugang zu den Erdölquellen gelassener. Ein potenziell geringeres Erdölangebot, das unter hohen Kosten gefördert wird, dürfte die Preise mittelfristig wieder gegen 50 US-Dollar je Barrel ansteigen lassen. In diesem Fall würde die Strategie der OPEC, den mit hohem Aufwand produzierenden US-Schieferölunternehmen Marktanteile abzujagen, aufgehen.

 

 

Erschienen in der Finanz & Wirtschaft am 18.01.2016

28.01.2022 07:41:28

 

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