Elektrofahrzeuge: Kommt jetzt der Durchbruch?

Elektrofahrzeuge: Kommt jetzt der Durchbruch?

Montag, 8. Februar 2021Lesezeit: 3 Minuten

In spätestens 17 Jahren werden mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden als Autos mit Verbrennungsmotoren. Wie es E-Autos zum Durchbruch schaffen, was der neue Stand der Batterie-Technologie ist und welche Anlagechancen sich daraus ergeben, erfahren Sie hier.

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Ein Blick auf die Strassen lässt erahnen: Elektrofahrzeuge sind in unserem Alltag angekommen. Unsere Experten gehen davon aus, dass spätestens in 17 Jahren mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden als Autos mit Verbrennungsmotoren. Für den definitiven Durchbruch dürften nicht nur effizientere Batterien oder das wachsende Netz an Ladestationen sorgen. Auch die staatlichen Regulierungen zur Reduktion von CO2-Emissionen beschleunigen den Umstieg auf die Elektromobilität.

Ein Blick nach Deutschland verrät, welche wichtige Rolle der Staat beim Wendepunkt der Elektromobilität spielt: Wer ein Elektroauto kauft, erhält eine Kaufprämie von bis zu 10'000 Euro. Es überrascht also kaum, dass in Deutschland im letzten Jahr fast zehn Prozent aller zugelassenen Autos mit Strom fuhren. 2019 waren es noch unter zwei Prozent.

Vorzeigeland Norwegen

Weiter im Norden hat der Paradigmenwechsel auf der Strasse schon früher stattgefunden: 2019 waren Norwegen 53.3 Prozent aller neu verkauften Fahrzeuge E-Autos. Allerdings bietet der norwegische Staat bereits seit den frühen 1990er Jahren Anreize, um die Elektromobilität zu fördern. Unter anderem entfällt die Mehrwertsteuer auf neu verkaufte Elektrofahrzeuge sowie die jährliche Kfz-Steuer. 10'000 öffentliche Schnell-Ladestationen sind über das Land verteilt. Bereits 2025 werden in Norwegen voraussichtlich alle Fahrzeuge emissionsfrei unterwegs sein.

Wie «grün» sind E-Autos überhaupt?

Dass alle E-Autos per se emissionsfrei sind, ist jedoch ein Trugschluss. Die Produktion von Elektroautos verursacht nach wie vor mehr CO2-Emissionen als Diesel-Autos. Bis 2030 wird die Herstellung von E-Autos zwar «grüner», sie bleibt aber im Vergleich zu Diesel-Autos CO2-intensiv. Auf die ganze Lebenszeit des Autos gerechnet fahren Elektroautos aber weit umweltfreundlicher als Diesel-Fahrzeuge: In Deutschland dürfte 2030 jedes Elektroauto weniger als ein Drittel an Emissionen verursachen als sein Diesel-Pendant – bei einer Lebenszeit von zwölf Jahren.

Batterie als Knackpunkt

Mit der Ausnahme Norwegens werden aber immer noch weit überwiegend mehr Autos mit Verbrennungsmotoren verkauft als Elektrofahrzeuge. Dies dürfte hauptsächlich an den höheren Beschaffungskosten liegen. Denn dort, wo der Staat finanzielle Anreize bietet, ist der Anteil an E-Autos tendenziell höher. Der grösste Knackpunkt bei den Kosten liegt bei der Batterie. Unter den jetzigen technischen Voraussetzungen sind die Autobatterien kaum massentauglich. Deshalb hat Tesla angekündigt, die Kosten für ihre Batterien in den nächsten acht Jahren um 56 Prozent zu senken.

Neben den Kosten spielen natürlich viele weitere Aspekte eine Rolle: Reichweite, Sicherheit, Ladezeit oder die Lebensdauer. Herkömmliche Lithiumbatterien kommen hier schnell an ihre Grenzen. Deshalb sind alle Augen auf einen Gamechanger gerichtet, der die negativen Aspekte der Lithiumbatterie adressiert. Dabei handelt es sich um sogenannte Festkörper-Batterien. Sie weisen eine höhere Ladekapazität sowie schnellere Ladezeiten auf. Tiefere Produktionskosten sowie eine längere Lebenszeit dürften dafür sorgen, dass die Elektromobilität in den nächsten Jahren massentauglich wird.

Metall im Aufschwung

Mit der zunehmenden Bedeutung einer emissionsfreien Mobilität kommt es auch zu einem Wendepunkt auf dem Rohstoffmarkt: Die weltweite Nachfrage nach Rohöl wird voraussichtlich in den 2030er Jahren einen Peak erreichen. Denn ein Grossteil des Rohöl-Verbrauchs ist noch dem Strassenverkehr zuzuordnen. Das heisst: Je mehr strombetriebene Autos auf den Strassen unterwegs sind, umso weniger Rohöl wird verbraucht.

Gleichzeitig sorgt der Boom der Elektrofahrzeuge für eine höhere Nachfrage bei den Metallen. Insbesondere die Kathodenmetalle, aus denen Autobatterien hergestellt werden, befinden sich im Aufwärtstrend. Dieser Trend betrifft vor allem Nickel, Lithium und Kobalt. Auch Kupfer, das für die Verkabelung verwendet wird, wird einen Aufschwung erleben. Allfällige Lieferengpässe bei den Metallen sind von kurzfristiger Natur. Dabei spielt das Recycling von Autobatterien eine zentrale Rolle.

 

Elektromobilität investierbar machen

Der Boom der Elektroautos könnte auch interessante Anlagechancen bieten. Deshalb hat Vontobel ein Tracker-Zertifikat auf den Vontobel Electric Vehicle Basket aufgelegt. In diesem Basket werden Unternehmen herausgesucht, die einen thematischen Bezug zum Thema Elektromobilität haben und vielversprechende Lösungen bieten. Dazu gehören Produzenten von Elektrofahrzeugen und Batterien, sowie Unternehmen, die Komponenten herstellen und in der Infrastruktur für die Elektromobilität tätig sind.

 

 

Weitere Hintergründe zur Nachhaltigkeit von E-Autos resp. Batterien finden Sie im Artikel "Nachhaltig investiert: Batterie-Recycling macht E-Mobilität grüner"

13.05.2021 05:16:46

 

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