Eingefahrene Verluste wettmachen?

Eingefahrene Verluste wettmachen?

Mittwoch, 8. April 2020Lesezeit: 2 Minuten

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat im März zu einer Talfahrt an den Aktienmärkten geführt. In der Folge kann es auch sein, dass es bei Barrier Reverse Convertibles zu Barrierenereignissen gekommen ist. Sind auch Ihre Produkte betroffen? Sie möchten aber nicht auf einer Erholung über den Strike hoffen und eine Erholung warten – sondern aktiv etwas gegen die Verluste unternehmen? Dann haben wir hier möglicherweise eine Lösung für Sie: Recovery Produkte.

Beim Barrier Reverse Convertible (BRC), dem mehrere Basiswerte zugrunde liegen, ist ein Barrierenereignis eingetreten. Sie als Anleger möchten nun aber nicht abwarten und hoffen, dass sich alle drei Basiswerte bis zum Laufzeitende wieder auf das Niveau des Ausübungspreises erholen. Sie möchten die eingefahrenen Verluste versuchen auszugleichen. Recovery-Produkte könnten sich unter Umständen dafür eignen.

Die Idee hinter den Recovery-Produkten besteht darin, die bestehende Position aufzulösen und mit einem Produkt zu ersetzen, welches unter Berücksichtigung der neuen Marktbedingungen aufgelegt wurde. Das bedeutet nichts Anderes, als dass Anleger den BRC zum aktuellen Marktwert (Geldkurs) verkaufen – und eben dieses Geld in ein neues – den Begebenheiten am Markt angepassten – Produkt zu investieren. Ziel soll es sein, die eingefahrenen Verluste aufzuholen, ohne das Risiko dabei zu verschärfen. Im Gegensatz zum BRC wird beim Recovery-Produkt nur noch auf einen Basiswert fokussiert.

Als Recovery-Produkte eignen sich grundsätzlich zwei Produktkategorien: Barriere-Discount-Zertifikate oder Outperformance-Zertifikate. Wann welches Produkt besser eingesetzt werden soll, wird hier an einem fiktiven Beispiel verdeutlicht.

Barriere-Discount-Zertifikat:

Barriere-Discount-Zertifikate eignen sich besonders dann, wenn der bestehende BRC nicht tiefer als etwa 65% - 70% handelt und mit einer leichten Erholung des Basiswertes gerechnet wird. Ist dies der Fall, sollten Sie als Anleger idealerweise folgendermassen vorgehen:

─ Der bestehende BRC, bei dem mindestens einer der zugrundeliegenden Basiswerte die Barriere berührt oder durchbrochen hat, wird zum aktuellen Geldkurs verkauft.

─ Reinvestition des Kapitals in ein Barriere-Discount-Zertifikat mit den folgenden Merkmalen:

  • o Europäische Barriere: Für die Barrierenbeobachtung zählt nur der Schlusskurs am Laufzeitende.
  • o Basiswert: Der Titel, welcher im alten Produkt die schwächste Performance aufgewiesen hat.
  • o Der Emissionspreis des neuen Produktes sollte dem Strike des ursprünglichen BRCs möglichst nahe kommen.
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Das Ziel: erholt sich der Basiswert bis zum Laufzeitende über die neu definierte, europäische Barriere, erhalten Anleger im Idealfall das gesamte Kapital zurück, das sie in den ursprünglichen BRC investiert hatten. Zudem hat das Recovery-Produkt den Vorteil, dass nur noch die Erholung eines einzelnen Titels erforderlich ist – nicht wie beim BRC alle dem Produkt zugrundeliegenden Basiswerte. Lässt man die dadurch ausfallende Couponzahlung ausser Acht, sind Anleger auch bei Nicht-Aufgehen der Strategie nicht schlechter gestellt. Denn die Titellieferung erfolgt nun zum gleichen Einstandspreis – und zusätzliches Geld wurde auch nicht investiert.

 

Capped Outperformance-Zertifikat

Handelt es sich beim bestehenden Produkt um einen BRC, der kurz vor Verfall steht und stark an Wert eingebüsst hat, dann könnte ein Outperformance-Zertifikat die bessere Wahl sein. Der Prozess läuft grundsätzlich gleich: Die bestehende Position wird aufgelöst und neu investiert.

Das Besondere am Outperformance-Zertifikat ist, dass an potenziellen Kursgewinnen bis zum Cap überproportional partizipiert wird. Dadurch können Verluste – sollten die Kurse wieder ansteigen – wesentlich schneller wieder aufgeholt werden, als wenn man die Aktienlieferung abwartet und auf eine Erholung hofft.

Kommt es wider Erwarten zu keiner Erholung während der Laufzeit, oder verliert die Aktie sogar noch an Wert, ist der Kunde auch in diesem Fall nicht schlechter gestellt, allfällige Dividendenzahlungen der Aktie ausser Acht gelassen, als ohne den Recovery-Versuch. Denn die Partizipation an weiteren Kurseinbrüchen erfolgt – unter Berücksichtigung der anfallenden Gebühren – 1:1 wie in der Direktanlage.



Für Sie war nicht das richtige Recovery-Produkt dabei? Melden Sie sich gerne bei uns! Dann schauen wir, ob wir das Richtige für Sie finden.

Tel: 00800 93 00 93 00
E-Mail: zertifikate.ch@vontobel.com

06.12.2021 08:56:50

 

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