Donald Trump wird der 45. Präsident der USA

Donald Trump wird der 45. Präsident der USA

Mittwoch, 9. November 2016Lesezeit: 2 Minuten

Obwohl die meisten Beobachter einen Sieg von Hillary Clinton vorausgesagt hatten, scheint der Republikaner Donald Trump die Präsidentschaftswahlen für sich entschieden zu haben. 

Donald Trump verfügt über ein starkes Mandat, da die Republikaner sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Oberhand haben. Dies ermöglicht es den Republikanern, politische Veränderungen durchzusetzen. Wie wir bereits früher dargelegt haben (Investor's Outlook vom 3. Oktober), stellt Trumps Sieg einen historischen Bruch mit der etablierten Politik dar. Dies gilt insbesondere für die Handels-, Immigrations-, Steuer- und Gesundheitspolitik. 

 

Die Präsidentschaftswahlen wurden in den grossen «Swing States» Florida (29 Wahlmänner), North Carolina (15), Pennsylvania (20) und Ohio (18) entschieden, in denen Trump überall gewann. 

 

Welches war die unmittelbare Reaktion der Finanzmärkte?

Die Finanzmärkte hatten mit einem Sieg von Hillary Clinton gerechnet. Als sich ein anderer Wahlausgang abzeichnete, gaben die Aktienbörsen auf breiter Front nach. Die Futures-Kontrakte auf den S&P 500 sowie der Nikkei verloren rund 5 Prozent. Die sogenannten sicheren Häfen wie Staatsanleihen und Gold dagegen verzeichneten erhebliche Zugewinne. Die Schwellenländerwährungen sind unter Druck geraten, allen voran der mexikanische Peso (siehe Grafik 1). Der US-Dollar verlor an Wert, da die Marktteilnehmer an der Bereitschaft der US-Notenbank zweifeln, die Zinsen im Dezember anzuheben.

 

Grafik: Risikoaversion an den Finanzmärkten zum Handelsauftakt (Quelle: Bloomberg 07.48 Uhr)

Welches sind die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Siegs von Trump?

Trumps Absicht, wichtige Handelsabkommen neu auszuhandeln sowie mexikanische und chinesische Importe mit Handelszöllen zu belegen, sorgt für grosse Verunsicherung und könnte das Weltwirtschaftswachstum, unter ansonsten gleichbleibenden Bedingungen, belasten. Zudem würden, obwohl wenig wahrscheinlich, massive Steuersenkungen und Infrastrukturausgaben das Haushaltsdefizit in die Höhe treiben, was die Inflation anheizen dürfte.

 

Welche Schlüsse müssen andere Länder daraus ziehen?

Wie sich bereits beim «Brexit»-Referendum in Grossbritannien gezeigt hat, herrscht in den westlichen Demokratien in weiten Kreisen Ernüchterung über den bestehenden politischen Kurs. In Frankreich und Deutschland stehen 2017 Wahlen an. Dabei sollten die Protestparteien in Europa nicht unterschätzt werden. Diese sozialen und politischen Entwicklungen werden durch Meinungsumfragen nur unvollständig erfasst.

 

Was erwarten wir?

Mit Prognosen muss man äusserst vorsichtig sein. Aber die Unsicherheit wird anhalten, bis die Regierung Trump ihr politisches Programm vorstellt, doch möglicherweise wird es von den im Wahlkampf gemachten Versprechen abweichen.

 

Wie sind unsere Portfolios positioniert?

Die Aktienmärkte haben wir neutral gewichtet und die Barbestände während des Sommers erhöht. Unsere Engagements in den Schwellenländern dürften unter Druck geraten, während unsere Gold-Position voraussichtlich für einen gewissen Ausgleich sorgen wird. Gegenüber dem US-Dollar sind wir weitgehend neutral positioniert. Zudem halten wir in bedeutendem Umfang inflationsgeschützte US-Staatsanleihen. Folgerichtig wären wir je nach Zeitpunkt geneigt, das Engagement in Schwellenländeranlagen zu verringern. Wir raten jedoch nicht, in Aktivismus zu verfallen, da dies der Performance in der Regel schadet. Insbesondere sind nicht alle Massnahmen negativ für die Aktienmärkte. Dies gilt insbesondere für die Steuersenkungen. Wir werden die langfristigen Konsequenzen des Siegs von Trump auf die strategische Portfoliopositionierung prüfen. Gleichzeitig werden wir die kurzfristigen Entwicklungen genau im Auge behalten.

 

 

Hinweis

Es gilt zu beachten, dass zum Redaktionszeitpunkt noch offen war, ob Hillary Clinton das Wahlergebnis anerkennen oder ob sie eine Nachzählung fordern würde. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sich Donald Trump mehr als 270 Wahlmännerstimmen sichern wird. Bis zum Redaktionszeitpunkt waren es 247.

13.12.2019 10:17:40

 

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