Dividendentitel: Auf die Auslese kommt es an

Dividendentitel: Auf die Auslese kommt es an

Mittwoch, 5. November 2014Lesezeit: 4 Minuten

Dividendenzahlungen sind eine wichtige Ertragsquelle. Aufgrund der starken operativen Verfassung vieler Unternehmen zeigen sich diese derzeit spendabel. «Blindes Kaufen» von Aktien mit hohen Dividendenrenditen macht jedoch wenig Sinn, vielmehr sollte man bei der Titelauswahl systematisch vorgehen.

Rund um den Globus strotzen viele Unternehmen geradezu vor finanzieller Kraft. Diese These bestätigt nicht nur ein Blick auf die seit mehreren Jahren nach oben zeigenden Aktienkurse, sondern auch die Bilanzen der Konzerne, wo sich immense Geldbestände auftürmen. Gemäss der im Januar 2014 publizierten Analyse «M&A Perspectives» der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bringen es allein die weltweit 1000 grössten Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors zusammen auf Barreserven in Höhe von 2.8 Billionen Dollar. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich die Konzerne hinsichtlich ihrer Ausschüttungen spendabel zeigen wie nie – vereinzelt auch mit sanftem Druck der Aktionäre. Im ersten Quartal 2014 legten die global gezahlten Dividenden um knapp ein Drittel oder 54.6 Milliarden Dollar zu. Mit 228.4 Milliarden US-Dollar erreichten die Gewinnbeteiligungen einen Rekordwert für das erste Vierteljahr (Henderson Global Investors Ltd.; Mai 2014).

 

Warmer Geldregen

Vielen Anlegern kommt dieser warme Geldregen gerade recht. Schliesslich stossen sie bei der Suche nach Renditen schon seit Jahren auf Magerkost und auch jüngste geldpolitische Beschlüsse zeigen, dass ein Ende des Zinstiefes nicht in Sicht ist. Gleichwohl fusst der Reiz der Dividende als Renditequelle nicht nur auf dem Mangel an Alternativen. Seit jeher steuert dieses Instrument, mit dem Unternehmen ihre Teilhaber am Gewinn partizipieren lassen, einen Grossteil zu den Gesamterträgen der Anlageklasse Aktien bei. Laut Berechnungen von Allianz GIobal Investors erreichte der MSCI® Europa zwischen 1970 und 2012 eine jährliche Rendite von 9.8 %. Während davon 5.7 % auf Kursgewinne zurück zuführen waren, steuerten die Dividenden der Indexmitglieder 4.1 Prozentpunkte zur annualisierten Gesamtperformance bei («Dividendenstrategien in Zeiten der finanziellen Repression»; März 2013).

 

Die Ausschüttungspolitik ist längst auch als viel beachtetes Qualitätskriterium börsenkotierter Gesellschaften etabliert. Ein häufig verwendeter Gradmesser ist dabei die Dividendenrendite. Diese Kennzahl stellt die zuletzt geleistete oder zukünftig erwartete Ausschüttung in Relation zum aktuellen Aktienkurs dar.

 

Spendable Briten

Eine vergleichsweise hohe Dividendenrendite zeigen Aktien aus Grossbritannien. Per 30. September 2014 betrug diese im Leitindex FTSE 100 laut einem von der FTSE Group vorgelegten Factsheet exakt 3.50 %. Auf der Insel hat eine besonders aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik durch die etablierte Aktienkultur lange Tradition. Hinzu kommt, dass die Konzerne ihre Cashbestände seit der Finanzkrise enorm ausgebaut haben. Bei einer Reihe von britischen Valoren beläuft sich die erwartete Dividendenrendite auf mehr als 5 %. Das gilt beispielsweise auch für das Pharma-Schwergewicht GlaxoSmithKline mit einem Wert von 5.3 %. Rückblickend auf die letzten fünf Jahre erhöhte der Konzern die Ausschüttung jährlich im Schnitt um mehr als 6.5% (Bloomberg, Reuters, Solactive; 28.10.2014).

 

Ebenfalls auf die Mischung aus hohen und deutlich wachsenden Dividenden stossen Anleger bei Pennon Group. Das Unternehmen beschäftigt 4800 Mitarbeiter und ist unter anderem in der Wasserversorgung und -entsorgung aktiv. Eine vergleichbare Strategie fährt auch Standard Life. Seit dem Börsengang im Juli 2006 erhöhte der Assekuranzkonzern die Gewinnbeteiligung Jahr für Jahr. Kürzlich sorgte das Unternehmen mit dem Verkauf des Kanadageschäftes für Aufsehen. Standard Life möchte die Aktionäre laut einer Medienmitteilung vom 3. September 2014 mit einer Sonderdividende von umgerechnet rund 2.7 Milliarden Franken am Deal teilhaben lassen.

 

Innovative Benchmark

Widerhall findet die attraktive Dividendenkultur Grossbritanniens auch im neu lancierten, innovativen «Solactive European High Dividend Low Volatility Index». In der Startaufstellung sind neben weiteren Werten 13 an der Londoner Börse kotierte Gesellschaften enthalten, die auch künftig in der Lage sein dürften, eine nachhaltig stabile Dividendenpolitik zu betreiben. Die Ausrichtung der neuen Benchmark ist dabei gesamteuropäisch. Hinter dem Index steckt die Idee der systematischen Suche nach bewährten und gleichzeitig aussichtsreichen Dividendentiteln. Dazu wurden klare Regeln für die Aktienauswahl definiert.

 

Zunächst wird ein Pool kreiert. Dieser enthält – gemessen an der Marktkapitalisierung – 500 europäische Unternehmen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei gelten einerseits quantitative Vorgaben hinsichtlich der Börsennotiz, Grösse, Handelbarkeit und Liquidität. Qualitativ dürfen die infrage kommenden Firmen in den zurückliegenden zwölf Monaten kein negatives Ergebnis je Aktie erzielt haben. Ausserdem muss die Dividende über einen historischen Zeitraum von fünf Jahren ohne Unterbrechung jährlich entweder stabil geblieben oder gestiegen sein (Grafik 1).

 

Nachhaltige Dividendenstrategie

Sobald der Auswahlpool gebildet ist, werden die enthaltenen Titel streng auf weitere Merkmale hin überprüft. Zunächst selektiert der Indexanbieter Solactive AG die 40 Aktien mit der grössten erwarteten Dividendenrendite. In einem nächsten Schritt erfolgt die Sortierung nach dem durchschnittlichen Dividendenwachstum über die jeweils vergangenen fünf Jahre. Übrig bleiben die 30 Valoren mit der höchsten Steigerungsrate. Aus dieser Auswahl schaffen es daraufhin die 20 Aktien mit der niedrigsten Volatilität in die finale Indexzusammensetzung. Die skizzierte Methodik soll der Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Um eine erfolgreiche Dividendenstrategie zu realisieren, reicht es nicht, einzig auf die absolute Höhe respektive Verzinsung der Ausschüttung zu achten. Vielmehr zeichnen sich Qualitätsunternehmen durch eine dauerhafte und zudem steigende Gewinnbeteiligung aus. Als letzte Hürde für die Aufnahme in den Index setzen die Verantwortlichen bewusst die Volatilität als intelligentes Qualitätskriterium ein. Je geringer die Kursschwankungsbreite, desto besser, denn mit Aktien, die zwar eine attraktive Dividende bezahlen, jedoch starke Kursausschläge verzeichnen, sind in den meisten Fällen kein Mehrwert und ein erhöhtes Verlustrisiko verbunden.

 

Direkte Partizipation

Grafik 2 Die 20 im «Solactive European High Dividend Low Volatility Index» enthaltenen Valoren sind gleichgewichtet. Um potenziellen Marktveränderungen Rechnung zu tragen, wird die Benchmark einmal jährlich angepasst und die Gleichgewichtung wieder hergestellt. Darüber hinaus ist im Zuge bestimmter Ereignisse eine ausserordentliche Überprüfung möglich. Die Simulation anhand historischer Daten zeigt, dass sich das Konzept in der Vergangenheit gelohnt hätte: Über einen Zeitraum von fünf Jahren hätte sich der Wert des Index in Euro mehr als verdoppelt. Er hätte damit seine beiden Benchmarks – vergleichbare Dividendenbarometer – um fast 55 respektive über 56 % übertroffen. So zeigte der viel beachtete S&P® High Yield Aristocrates im gleichen Zeitraum eine Fünf-Jahres- Performance von rund 50 %. Auf eine ähnliche historische Entwicklung blickt der STOXX® Europe Select Dividend (Grafik 2; Solactive, Bloomberg; 27.10.2014). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass historische Daten keine Hinweise auf künftige Entwicklungen geben können.

 

Mit dem VONCERT Open End (Tracker- Zertifikat) auf den «Solactive European High Dividend Low Volatility Index» partizipieren Anleger nahezu 1 : 1 an dieser interessanten Indexstrategie – an potenziellen Kurssteigerungen des Index, aber auch an möglichen Verlusten. Die Laufzeit des Indexzertifikates ist nicht begrenzt, es wird in den Währungen CHF und EUR offeriert.

 

Auf die Auslese kommt es an, denn bewährte Dividendenstrategien berücksichtigen bei der Aktienauswahl oft gleich mehrere Faktoren.

 

09.12.2019 07:20:13

 

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