Die nächsten Bitcoin-Abspaltungen könnten anstehen

Die nächsten Bitcoin-Abspaltungen könnten anstehen

Dienstag, 17. Oktober 2017Lesezeit: 3 Minuten

In der aktuellen Debatte rund um die Kryptowährung Bitcoin, die Schliessung der Bitcoin-Börsen in China und die Schlagzeilen zu den ICOs, könnte etwas wichtiges untergegangen sein. Noch in diesem Herbst könnte es zu erneuten Abspaltungen der Bitcoin-Blockchain kommen. Gibt es bald zwei zusätzliche «Bitcoin-Varianten»?

Bekanntlich kam es am 1. August 2017 zu einer sogenannten Hard-Fork. Dabei wurde der neue Coin «Bitcoin Cash» «geboren». Die «neue» Variante wurde von der ursprünglichen Bitcoin-Blockchain abgespalten: Im Oktober und im November 2017 könnte es zu ähnlichen Situationen kommen, denn die Frage um die Skalierung von Bitcoin ist nach wie vor im Gange und erregt die Gemüter der Bitcoin-Community.

Opfer seines eigenen Erfolgs?

Die immer grösser werdende Akzeptanz der Krypotwährung Bitcoin sowie der stark gestiegene Handel mit den Coins lastet den Block-Speicherplatz teilweise vollends aus. Dies stellt die dahinterliegende Technologie «Blockchain» vor grosse Herausforderungen. Aufgrund der hohen Anzahl an Transaktionen müssen Nutzer teilweise bis zu einem Tag auf Transaktionsausführungen warten. Eine Antwort auf diese Bitcoin-Skalierungsproblematik sollte das SegWit2x-Software-Update geben. Dabei soll die Speicherkapazität der Bitcoin-Blocks ab November 2017 von ein auf zwei Megabyte verdoppelt werden. Gemäss finanzen.net fühlen sich jedoch nicht alle Bitcoin-Nutzer und vor allem die Bitcoin-Miner vollends in diesem Update repräsentiert. Ohne den breiten Konsens im Bitcoin-Netzwerk über das bevorstehende SegWit2x-Software-Update wird eine Abspaltung aus diesem Grund umso wahrscheinlicher. Es könnte sogar sein, dass es bereits im Oktober zu einer Abspaltung kommt.

Warum könnten gleich zwei Abspaltungen anstehen?

Vor dem Spiel ist bekanntlich nach dem Spiel. Das SegWit2x-Update wurde gerade erst im August 2017 aktiviert. Damit wurde in einem ersten Schritt – noch ohne Vergrösserung der Blockchain-Blöcke – «synthetisch» mehr Platz pro «Block in der Chain» geschaffen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass es im November 2017 zu eben dieser Block-Vergrösserung kommen wird. Dies wurde im Rahmen des berühmten «New York Agreements» definiert und beschlossen. Aktivieren im November nicht alle Bitcoin-Miner das Software-Update (SegWit2x), würde eine neue Blockchain beziehungsweise Coin entstehen (Hard-Fork).

Neben diesem Update-Event im November steht schon seit geraumer Zeit das Projekt rund um «Bitcoin Gold», so lautet der Name der potenziell neu entstehenden Digitalwährung, im Raum. Dies im Oktober 2017 geplante Abspaltung wäre eine zusätzliche Abspaltung und hat direkt nichts mit dem SegWit2x-Update zu tun.

«Bitcoin Gold» Hard-Fork bereits im Oktober?

Die Gerüchte um «Bitcoin Gold» sind nicht neu. Nun könnte es am 25. Oktober 2017 jedoch etwas konkreter werden. Hinter dem Symbol «BTG» formiert sich gerade eine Community, welche die Abspaltung von Bitcoin und Bitcoin Cash sowie der bevorstehenden SegWit2x-Implementierung im November aus unterschiedlichen Gründen ablehnen beziehungsweise nicht mittragen wollen.

Worum es bei der Bitcoin-Gold-Abspaltung geht

Das Entwicklerteam von «Bitcoin Gold» spricht gemäss dem Online-Portal «Brave New Coin» von einer sogenannten «Friendly fork». Damit grenzen sie sich klar vom Bitcoin Cash-Split ab, der ohne grosse Vorankündigung vollzogen wurde. «Bitcoin Gold» solle eine Art Ergänzung zu Bitcoin darstellen.

Weiter erklärt das BTG-Entwicklerteam gegenüber «Brave New Coin», dass sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, die «Macht» der grossen Miner zu verringern. Damit wollen sie das Bitcoin-Ökosystem schützen. Ein gewichtige Änderung im Code von BTG soll zudem der Hash-Algorithmus sein. Durch eine Anpassung des Algorithmus (Wechsel zu Equihash) soll keine spezielle zusätzliche Hardware (ASIC Bitcoin-Miner) mehr benötigt werden. Normale GPU-Grafikkarten aus Computern für den privaten Gebrauch könnten – wie früher beim Bitcoin-Mining – genutzt werden.

Erhöhte Volatilität im November?

Gemäss Timo Emden, Head of DailyFX und Marktanalyst bei DailyFX.de, könnte sich die Volatilität des Bitcoin-Preises, wie bereits im Juli gesehen, im November wieder stark erhöhen. Dabei wären Preissprünge von bis zu 700 US-Dollar pro Tag denkbar. Je nachdem wie die Unterstützung der Bitcoin-Miner ausfallen wird, dürfte die Unsicherheit über den Ausgang einer möglichen Spaltung anhalten. Gemäss dem Experten müssten Bitcoin-Anleger abermals «eiserne Nerven» zeigen.

Welche «Fork» setzt sich durch?

Welche «Fork» tatsächlich umgesetzt und erfolgreich wird, bedarf einer erneuten Unterstützung der Miner. Es bleibt abzuwarten, wie viele Bitcoin-Schürfer bereit sind, ihre Rechenleistung einer weiteren Blockkette zu widmen. Gemäss dem Online-Portal btc-echo.de ist nicht gesichert, dass es überhaupt zu einer Hard-Fork kommen wird. Ob es also zu ähnlichen Ereignissen wie im August kommt, ist ebenfalls unklar. In jedem Fall bleibt es bis vorerst bis zum 25. Oktober 2017 beziehungsweise bis in den November hinein spannend.

12.12.2019 08:20:16

 

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