Kooperation zwischen Novartis und Tencent – Pharma-Ambitionen in China

Kooperation zwischen Novartis und Tencent – Pharma-Ambitionen in China

Mittwoch, 26. September 2018Lesezeit: 3 Minuten

Zwei Giganten der Pharma- und der Technologieindustrie kooperieren, um vom rasanten Wachstum des chinesischen Gesundheitsmarktes zu profitieren. Die Novartis AG bestätigte eine Partnerschaftsvereinbarung mit der in Shenzhen ansässigen Tencent Holdings Ltd. Der Schweizer Konzern ist bestrebt, weitere Geschäfte im digitalen Bereich zu verfolgen.

Die Partnerschaft der Giganten

Die Zusammenarbeit der Riesen wird sich einerseits auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen konzentrieren und andererseits soll den Patienten Zugang zu den Gesundheitsdiensten ermöglicht werden. Dies beinhaltet insbesondere Erinnerungen an die Einnahme von Medikamenten und Informationen über den Gesundheitszustand.

Das chinesische Unternehmen Tencent betreibt die WeChat Messaging- und Zahlungs-App. Novartis, mit Sitz in Basel, setzt auf neue Medikamente, um das Wachstum in den kommenden Jahren voranzutreiben. Dazu zählen Herzmedikamente wie Entresto und bahnbrechende

Krebstherapien zur Heilung tödlicher Krankheiten (Bloomberg, 2018).

Im Rahmen der Partnerschaft wird insbesondere die Digitalisierung eine tragende Rolle spielen. Laut Novartis werden Medikamenten-Tracking-Systeme den Patienten helfen, gefälschte Produkte zu vermeiden. Zudem möchte Novartis den Umsatz in China in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln und eine schnellere Erstattung für hochmoderne Krebsmedikamente erreichen, da das Land die Zulassungen beschleunigt.

Zielmarkt

Die Vereinbarung folgt einem Pakt, der Anfang dieses Jahres zwischen Tencent und dem britischen Arzneimittelhersteller AstraZeneca Plc. geschlossen wurde. China, mit einer Bevölkerung von 1.4 Milliarden Menschen, ist auf den Fersen des amerikanischen Pharmamarktes und verfügt über ein grosses Wachstumspotenzial. Insbesondere Ernährungsumstellungen, Umweltverschmutzung und höhere Arbeitsbelastungen erhöhen die Raten von Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Krankheiten, welche den Einsatz von weiteren Medikamenten beflügeln könnte (Bloomberg, 2018). Ausserdem befindet sich der Aufbau eines flächendeckenden Gesundheitssystems aktuell noch in den Kinderschuhen. Das Potenzial ist folglich gross.

«Es gibt einen klaren Appetit, weitere Partnerschaften in China zu verfolgen», sagte Bertrand Bodson, Leiter der digitalen Strategie von Novartis. «Das ist ein erster Schritt auf einer Reise.»

Digitale Transformation in den Naturwissenschaften

Die Digitalisierung innerhalb der Medizin könnte in den nächsten Jahren den gesamten Gesundheitssektor verändern. Novartis hat diese Entwicklung erkannt und arbeitet an verschiedenen Digitalisierungs-Projekten. Einer ihrer Partner ist beispielsweise Qualcomm Life, um gemeinsam einen digitalen Inhalator für Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu entwickeln. Die Nutzungsdaten werden nahtlos an eine mobile App überträgt, auf welche die Patienten und Ärzte leicht zugreifen können (Novartis, 2016).

Ebenso der Bereich der Neurologie wird durch die digitale Innovation revolutioniert. In Zusammenarbeit mit Microsoft Research wird ein lernfähiges Diagnosegerät für MS-Patienten entwickelt, welches die Aufzeichnung von Bewegungen ermöglichen soll. Mit Google wird ein Langfristprojekt verfolgt, um intelligente Kontaktlinse herzustellen, welche den Glukosegehalt in der Tränenflüssigkeit nachweisen könnten, um Diabetikern das Leben deutlich zu vereinfachen (Handelszeitung, 2018).

In der untenstehenden Grafik wir ersichtlich, dass 85% der Teilnehmer an einer KPMG Umfrage die Meinung vertreten, dass Technologieunternehmen wie Microsoft, Cisco, IMB, Amazon und Google als treibende Kräfte dienen und die Initiatoren vom digitalen Wandel in den Naturwissenschaften sind (KPMG, 2018).

Quelle: KPMG, Illustration: Vontobel

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13.05.2021 04:56:01

 

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